International mithalten

25. Februar 2008, 12:28
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FH-Absolventen sollen sich im internationalen Wettbewerb behaupten können - Das erfordert in erster Linie ein entsprechendes Sprachniveau - Dafür wird den Studierenden einiges geboten

"Marketing hat sich zu einer ganzheitlichen Managementphilosophie entwickelt und fordert heute von Unternehmen eine radikale Kundenorientierung, um langfristig erfolgreich zu sein", ist Jörg Kraigher-Krainer, Studiengangsleiter für "International Marketing Management" an der FH Oberösterreich, Campus Steyr, überzeugt. Die Absolventen seines Studiengangs würden vor allem deswegen ideal auf diese Herausforderung vorbereitet, weil sich der Unterricht zu 100 Prozent auf Englisch abspiele.

Orientierung gen Osten

Dass gerade diese Tatsache den Weg an die Karrierespitze erleichtern könnte, bestätigt Werner Dressler, der für das strategische Marketing bei der Voestalpine Stahl verantwortlich ist: "Die oberösterreichische Industrie mit ihren hohen Exportanteilen orientiert sich stark in Richtung Osten und braucht dazu Expertinnen und Experten mit strategischem Verständnis, Interesse für andere Kulturen und herausragenden Englischkenntnissen."

"Wir werden eine gute Mischung von Studierenden aus Österreich und der ganzen Welt erreichen", freut sich Kraigher-Krainer auf den Start des Studiengangs im Herbst. Die so erreichte Internationalität bereichere die Ausbildung zusätzlich "und fördert Offenheit und interkulturelles Verständnis bei den Studentinnen und Studenten."

Der Wichtigkeit guter Fremdsprachenkenntnisse – die durchaus über das Englische hinausgehen dürfen – sind sich auch andere Fachhochschulen bewusst. Vor allem im Bereich der Ostsprachen tun sich immer neue Angebote auf, auch wenn nicht gleich ganze Studien in diesen Sprachen angeboten werden.

Russisch, Slowenisch, Tschechisch oder Polnisch finden sich – oft als ergänzende Freifächer zum Grundstudium – im Portfolio der Fachhochschulen. Die Lauder Business School, deren Sponsor Ronald S. Lauder, Präsident des World Jewish Congress, ist und die sich besonders der Förderung des europäischen Judentums verschrieben hat, bietet neben Französisch, Spanisch und Russisch sogar Hebräisch an.

Dennoch: Die Internationalisierung der FHs, respektive ihrer Studierenden, kann sich nicht nur auf österreichischem Grund und Boden abspielen, weshalb ein Auslandsaufenthalt manchmal verpflichtend ist, in der Regel aber zumindest stark empfohlen wird. Die FHs selbst bauen dafür auf internationale Kooperationen mit anderen FHs bzw. ähnlichen Institutionen sowie Universitäten. Oft werden die in vielen Ländern sehr hohen Studiengebühren auch gänzlich oder teilweise von den FHs getragen.

Doppelabschlüsse

Mitunter werden auf Basis der Hochschulnetzwerke ganz besondere internationale Studienabschlüsse entwickelt. So bietet die Fachhochschule des bfi Wien Doppelabschlüsse an. Absolventen bestimmter Programme, die zusammen mit internationalen Partnern angeboten werden, erhalten nach einem zumindest einsemestrigen Studienaufenthalt im Ausland ein zweites Diplom zum FH-Abschluss in Österreich dazu. Das eigene Sprachniveau können FH-Studierende oft auch durch die Tätigkeit als "Buddy" heben: Nach amerikanischem Vorbild betreut man in diesem Fall einen ausländischen Studenten an der eigenen FH, den man in die österreichische Kultur einführt. (mad/DER STANDARD Printausgabe, 23./24. Februar 2008)

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    Wer nicht ganz so viel auf der Welt herumkommt, dem bieten die FHs auch innerhalb Österreichs gute Möglichkeiten, Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern.

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