Himmelreich und Silberne Birn

22. Februar 2008, 17:00
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Beim Weg durchs Mostviertel müssen Abenteuer bestanden werden. Orkan Kyrill hat seine Spuren hinterlassen und ein Blitz hat Opfer gefordert

Der Dunkelsteinerwald ist immer noch eine etwas stiefmütterlich behandelte Wanderregion. Bekannt sind bestenfalls die zur Donau abfallenden Erhebungen wie Seekopf oder Hirschwand, Gipfel wie Silberne Birn oder Polackenkopf jedoch werden nur selten von einem Wanderer betreten. Dabei gibt es angelegte Rundkurse, auf denen man einen guten Eindruck von der Weitläufigkeit der Landschaft und ihrer stillen Schönheit erhält. Wer etwa das Himmelreich bei Gansbach durchschweift, kann dieser Bezeichnung einiges abgewinnen, zumal er direkte Sicht auf den "Hilff- und Heylberg" Maria Langegg mit der berühmten Wallfahrtskirche hat. Dass von oben nicht nur Gutes kommt, merkt man bei einem Marterl, welches an einen vom Blitz erschlagenen siebenfachen Vater erinnert.

Allerdings, ehe der Wanderer zum Himmelreich vordringt, hat er Abenteuer zu bestehen, denn er muss einen riesigen, noch vom Orkan Kyrill stammenden Windbruch passieren, in dem es kaum mehr Markierungen gibt, zudem sind zwei Abzweigungen leicht zu übersehen. Auch die neueste Ausgabe der Bundesamtskarte erweist sich als wenig hilfreich, denn der Rundweg von Gansbach über die Silberne Birn ist nur lückenhaft angeführt, die lokale Wanderkarte liegt nur im Gemeindeamt und in der Sparkasse auf und ist daher am Wochenende nicht erhältlich. Von den freien Flächen hat man mitunter eine schöne Aussicht, Wald verhindert einen Rundblick vom höchsten Punkt der Silbernen Birn. Dort steht der Salzburger Stein, ein mächtiger Grenzblock.

Die Route: Vom Gemeindeamt Gansbach folgt man der blau-weißen Markierung, die vorerst gemeinsam mit dem roten Weitwanderweg 653 verläuft. Wo der 653er scharf nach rechts abbiegt, hält man sich ein paar Schritte geradeaus und wendet sich dann nach rechts (schlecht markiert) auf den blau-weiß markierten Pfad, auf dem man zum Windbruch gelangt. Gleich darauf ist man bei einer Forststraße, auf die man nach links einschwenkt. Im Wald stößt man wieder auf die Markierung.

In einem Bogen geht es wieder in die Windbruchfläche hinaus. Die nächste Weggabel befindet sich nahe bei einem Hochstand, dort hält man sich geradeaus, findet wieder blau-weiße Markierungen, die zur Silbernen Birn führen. Gehzeit ab Gansbach zwei Stunden. Nun ein Stück zurück bis zu einer roten Markierung und weiter nach rechts. Man passiert das Schreflkreuz und hält sich dann bei der nächsten Weggabel an die blau-weiße Markierung. Später quert man den Oberlauf des Aggsbaches. Bald danach gelangt man ins Freie, schwenkt nach links (schlechte Kennzeichnung), steigt zum Himmelreich auf und gelangt über freies Gelände zur Anstiegsroute und nach Gansbach. Gehzeit ab Silberne Birn 2 Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/23./24.2008)

Gesamtgehzeit 4 Stunden, Höhendifferenz rund 250 Meter. Kein Stützpunkt auf der Runde, Gasthaus in Gansbach (Mo. und Di. geschlossen). Karte "Mostviertler Wanderschritte", Maßstab 1:40.000.
  • Das Mostviertel.
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