Diven aus dem Süden

Redaktion, 22. Februar 2008, 09:58
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    foto: burgundermacher.at

    Die "burgundermacher" haben sich der Pflege und Entwicklung von Pinot Noir und Sankt Laurent verschrieben.

Pinot Noir und Sankt Laurent Reserve, beide 2005, vom Weingut Auer in Tattendorf

In einer nur mäßig überzeugenden (verdeckten) Verkostung von Pinot Noirs und Sankt Laurents des Jahrgangs 2005 der beiden Rebsorten taten sich beide Weine vom Weingut Auer in Tattendorf sehr positiv hervor. Leopold Auer gehört zur Gruppe der „burgundermacher“, die sich in der Thermenregion der Pflege und Entwicklung von Pinot Noir und Sankt Laurent verschrieben haben und sich damit in den letzten Jahren einen guten Namen machen konnten.

Pinot Noir Reserve von Auer glänzte mit einem klaren sortentypischen Aroma von Himbeeren und dezenter Würzigkeit im Hintergrund - je länger im Glas desto spielerischer zeigte sich der Wein, desto vielschichtiger die Struktur. Sankt Laurent Reserve überzeugt durch eine ausgesprochen schöne Balance zwischen dunkelbeeriger, säuerlich-frischer Fruchtaromatik, Brombeeren, Powidl mit säuerlichen Weichseln unterlegt, und erdig-würzigen Aromen, die an Waldboden im Herbst erinnern. „Burgunder mit Stoff“ als Kurzcharakteristik beschreibt diese heimische Sorte in ihren besten Ausprägungen vielleicht am treffendsten.

Dass der Süden der Thermenregion speziell für diese beiden Sortendiven bestens geeignet ist, liegt vor allem am Boden. Und die Standortwahl entscheidet wie bei kaum einer anderen Sorte. Pinot Noir mag auch Kühle, um seine feinen Fruchtaromen besonders deutlich ausbilden zu können. Burgundersorten ganz generell schätzen Kalk und karge Böden. Zur Kernfamilie gehört neben den Pinot Noir und Sankt Laurent auch weiße Sorten wie Chardonnay, Weiß- und Grauburgunder, die im internationalen Kontext den Familiennamen Pinot und Vornamen wie Noir/Nero, Blanc/Bianco, Gris/Grigio etc. tragen. Im südlichen „roten“ Teil der Thermenregion findet nun man im Unterboden dicke Schötterkörper mit dünner Auflage und viel Kalk, ideal für Sorten wie Pinot Noir und Sankt Laurent, die beide vergleichsweise fragil sind, anfällig für alle möglichen Probleme (Fäulnis, Verrieseln etc) im Weingarten und auch im Keller.

Die Beschäftigung mit beiden Sorten bedeutet für einen Winzer eine Herausforderung, reizvolles Ausloten des eigenen Geschicks und, sofern das Ergebnis gut ist, hohes Prestige. Dazu kommt der erfreuliche Aspekt, dass Pinot und Sankt Laurent auch gute Flaschenpreise erzielen. Das ist keine Selbstverständlichkeit ist und brachte viele in der Bearbeitung „schwierige“ Rebsorten an den Rand des oder auch gänzlich zum Verschwinden. Denn mühsame Arbeit mit wenig Output ist eine auf Dauer unglückliche Kombination.

Leopold Auer und seine Kollegen von den „burgundermachern“ stellen sich diesen Herausforderungen mit Bravour. Um sich weiterzuentwickeln, vergleichen sie ihre Weine auch regelmäßig in Blindverkostungen mit renommierten ausländischen Pinot Noirs, zu denen auch Gastverkoster um ihre Meinung gebeten werden. Und die Weine aus der Thermenregion sind gut dabei. (Luzia Schrampf)

Weingut Auer
Pottendorfer Straße 14
2523 Tattendorf
tattendorf.at
> nächster Heurigentermin 6. bis 16. März

Info: dieburgundermacher.at
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Kommentar posten
25 Postings
varie_tee
00
23.2.2008, 20:06
burgunder

sind das nicht zucker- oder andere rueben?

sesterz
00
23.2.2008, 15:09
Auch Divas aus dem Norden

nippen die beiden Sortendiven.

doc w
00
22.2.2008, 15:00

immer wieder eine katastrophe,wenn die wenigen spitzenweingüter,die neben einem aumannn noch nicht DEN bekanntheitsgrad haben und noch als geheimtips gelten,einem breiten publikum zugängig gemacht werden.dann pilgern die etikettentrinker nach tattendorf und kaufen mir,der seit jahren die tattendorfer auer,schneider und landauer-gisperg aufsucht,die letzten flaschen vor der nase weg.denn deren plv ist einzigartig und die qualität und erfolge(wenn man z.b. die falstaff-prämierung als massstab hernimmt) über jahre mit den spitzen des burgenlands vergleichbar.keine eintagserfolge,sondern gleichbleibende spitzenware über jahre.

mikromalist
 
00
22.2.2008, 19:17
Ich weiss, unaufgefordert:

trotzdem, von mir brauchen Sie nichts zu befürchten. Ich bevorzuge die Chambertins, Musigny,..

doc w
00
23.2.2008, 08:45

hätte ich von ihnen auch nie erwartet. gehören sie auch zu der käuferschicht,die das spezielle regenwasser aus tansania trinkt,denn über ihre wasser-trinkgewohnheiten haben sie noch nie geschrieben,was man über ess-und weingewohnheiten nicht behaupten kann.
so,und jetzt gehe ich noch einige ingredientien einkaufen,damit ich für unsere gäste und uns das von meiner frau beste lakhsa und beef-randan bekomme-und dazu trinke ich in meiner einfachheit ein trumer pils und danach erst wein,aber keinen mouton oder chevan blanc.

mikromalist
 
00
25.2.2008, 09:51
An meinen Gaumen lasse ich nur

Lauretana, Icelandic Spring, (transsylvanisches) Borsec,.. manchmal Fiji,...., aber Vorsicht, nicht mit Chaval Blanc. 61 mischen :=)
Noch eine Empfehlung aus Asgard: "Uttendorfer Pils".

Florian Holzer
00
25.2.2008, 10:38

aber vorsicht vor dem "einhundert" aus uttendorf. weil da ist’s dann eine zeit lang vorbei mit dem feinen schmecken ...

mikromalist
 
00
25.2.2008, 11:10
100? Ist an mir vorbei? What's that?

Florian Holzer
00
25.2.2008, 19:54

seidl hat’s hier mal erwähnt, ich hab es mir dann schicken lassen: pils mit hundert bitter-einheiten (sehr bitteres bier hat gute dreißig), hergestellt für einen deutschen vertreiber. hölle!

doc w
00
23.2.2008, 12:19

und wenn bordeaux,dann lieber chevaL-blanc statt chevan blanc.

mikromalist
 
00
22.2.2008, 13:37
Gerne wüsste ich mehr über die

"renommierten ausländischen...". Klingt ein wenig nach "in gewissen Kreisen..." (bei politischer Berichterstattung).
Trotzdem, "kühler Stil" (Himbeer, Edbeer, ..) trifft meine Vorlieben. Werde probieren und mit "renommierten ausländischen..." vergleichen :=)

pivu
 
00
22.2.2008, 15:52
Pinots aus Ö

Ich war ja immer sehr reserviert gegenüber österreichischen Pinots: zu fett, zu plump, zu konzentriert, zu wenig Eleganz. (Ist bei deutschen Spätburgundern nicht anders btw, Ausnahme Paul Fürst.) Schneider aus Tattendorf hat mir zuletzt sehr gefallen. Und Schellmann / Loimer released ja auch den 1. Pinot. Werd' auf der Prowein die 06er aus großem Jahr mal genauer unter die Lupe nehmen. Tipps für alle Wiener: schaut Euch die Burgunder von Irene Grünenfelder aus Ostschweiz nächste Wochenende im Coburg an - highly recommended!

Potenzial für große Pinots von der Südbahn ist jedenfalls riesig.

mikromalist
 
00
22.2.2008, 19:08
Freut mich.

Sie haben mir ja einen kräftigen Anstoss in Richtung Deutscher Weine gegeben. Bei, SpB bin ich eher bei Bernhard Huber, als bei Fürst, aber...
However, PN scheidet die Geister, wie kein anderer Wein?
Barthenau-Hofstätter (Südtirol), Gantenbein (Graubünden), Huber (Baden), Halbthurn,....
Burgund ist Burgund (wenn auch völlig unlogisch in Preis und Qualität).

"riesig" ist deshalb ein grosses Wort?

pivu
 
00
22.2.2008, 21:30
"riesig" ein großes Wort

Ja, in Relation zu den Weinen, die's heute erst gibt, und ja in Relation zu Rest-Ö. Und nicht nur Ö, ok Burgund ist Burgund, aber die Südbahn kann DIE Pinot-Region in Ö (ähnlich Bündner Herrschaft in CH, Ähnlich Ahr in D, ähnlich Oregon in USA, etc) mit eigener und wiedererkennbarer Identität werden. Heute ist sie's nicht.

Florian Holzer
00
22.2.2008, 21:50

völlig d’accord, aber der weg zeichnet sich ab. wobei ich – entgegen früherter ansicht – eher auf den sl tippe denn auf pn. für den ist’s bald auch hier in der thermenregion zu warm, im nordburgenland ohnehin schon längst (abgesehen davon, dass er in ö immer zu spät gelesen wird). wie ist august kessler momentan eigentlich mit seinen spätburgundern in form? haben mich seinerzeit sehr beeindruckt.

Morandi
00
23.2.2008, 00:20

im nordburgenland würde es sehrwohl gute lagen für den PN geben. nur, zum teil werden diese nicht mehr bewirtschaft, zu einem größeren teil wurde in diesen lagen kein PN bzw. ungeeignete klone ausgepflanzt und leider fehlt es doch auch öfter am feingefühl beim winzer, bzw es werden etwas molligere pinots angestrebt (ist mir zT durchaus recht). also, da gibt es durchaus interessante ansätze, zB ried dürr in großhöflein um keine namen zu nennen ...

mikromalist
 
00
25.2.2008, 09:29
Ja, es gibt Überraschungen.

Kürzlich, hatte ich einen Juris "Breitenteil", 05 (natürlich zu jung). "Kühl" (meine Vorliebe). So gut, dass ich eine Kiste...

Florian Holzer
00
23.2.2008, 13:05

stimmt, leithagebirge, vor allem auf kalkreichen oder sogar von schiefer durchwirkten stellen, ist sicher interessant. glaub nur dennoch, dass der blaufränkisch dort - vor allem wegen der heißen herbst-temperaturen und der tendenziell kurzen vegetationsphase die besseren "burgundischen" weine erbringt. hab sogar schon einen zweigelt aus jois probiert (ging leider in einer leithaberg rot-cuvée unter), der absolut erstaunlich war. pinot wird seine optimalen bedingungen früher oder später in den klassischen weißweinregionen haben, vielleicht sogar wachau.

Morandi
00
23.2.2008, 18:41

ja, wahrscheinlich ist es ja auch durchaus vernünftig auch bei den kühleren lagen mehr auf den blaufränkisch zu setzen (diesen trend hätte ich auch beobachtet) ...
ein bisserl schade ist das trotzdem, es ist im burgenland nämlich wirklich sehr schwierig guten PN zu finden.

Florian Holzer
00
24.2.2008, 11:56

lentsch. unglaublich zart, fein, hell und authentisch. entsprechend unverstanden.

agent ohne namen
00
22.2.2008, 15:05

für die "rennomierten ausländischen" musst du aber ab und zu einen kleinkredit aufnehmen...

mikromalist
 
00
22.2.2008, 18:58
Ausser mensch ist eine Heuschrecke,

so wie ich :D

tachistos
00
22.2.2008, 19:08
Johannes der Täufer aß Lukusten

tachistos
01
22.2.2008, 11:41
Schad wärs,

wenn so gute Weine verrieseln, ob im Freien, ob im Keller.

Michael Holzermazr
00
22.2.2008, 11:40
Klar,

daß Trauben im Keller faulen, aber nur, wenn man sie zu lange liegen läßt, Verrieseln im Keller ist hingegen aus offensichtlichen Gründen nicht so dramatisch.

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