Wiener Neustadt: Wohngebiet wird von Teer befreit - Kosten: 14,5 Millionen Euro

26. Februar 2008, 23:12
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Prekärer als der strenge Geruch mitten in der Wohngegend ist die Gefährdung des Grundwassers durch krebserregende Schadstoffe

Wiener Neustadt - In der Baugrube neben dem Wiener Neustädter Gefängnis riecht es wie auf einer Tankstelle. Schuld daran ist teeriges Erdreich, das von einem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gaswerk stammt. Der Geruch wird sich bei wärmeren Temperaturen noch verstärken.

"Deshalb wird hier mit Hochdruck gearbeitet", betont Projektleiter Reinhard Höchtl von der Firma Porr, die gemeinsam mit Bilfinger und der Alpine das 2,2 Hektar große Areal saniert. Bis April sollte das am stärksten kontaminierte Erdreich abgetragen sein, insgesamt müssen rund 90.000 Tonnen Erde entfernt werden. Im September 2008 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Strenger Geruch mitten in der Wohngegend

Prekärer als der strenge Geruch mitten in der Wohngegend ist die Gefährdung des Grundwassers durch krebserregende Schadstoffe, sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die Bestandteil von Erdöl und Teer sind. Laut Umweltbundesamt trägt die Verschmutzung ein "sehr hohes Schadstoffpotenzial" in sich, das auch das Grundwasser beeinträchtigt.

Als "sehr wichtig" bezeichnet der Betriebsleiter der Wiener Neustädter Wasserwerke, Erwin Müllner, das Projekt. Das Areal befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Mitterndorfer Senke, aus der nicht nur Wiener Neustadt sein Trinkwasser bezieht. Nur durch die Sanierung könne die aktuell "sehr gute" Wasserqualität in der Stadt weiter gewährleistet werden, meint Müllner.

Bis zu elf Meter in die Tiefe muss verschmutzte Erde entfernt werden. Das Grundwasser kommt bis auf sechs Meter hinauf.

Kosten

Die gesamte Sanierung des Grundstücks soll 14,5 Millionen Euro kosten, davon zahlt 80 Prozent der Altlastensanierungsfonds, 20 Prozent der Grundstückseigentümer EVN. In einigen Jahren könnten hier Wohnungen und Büros stehen, sagt Bürgermeister Bernhard Müller (SP). (Gudrun Springer/ DER STANDARD Printausgabe 21.2.2008)

  • Der verschmutzte Grund einer ehemaligen Gasfabrik ...
    foto: gudrun springer

    Der verschmutzte Grund einer ehemaligen Gasfabrik ...

  • ... befindet sich neben dem Gefängnis, ...
    foto: gudrun springer

    ... befindet sich neben dem Gefängnis, ...

  • ... Wohnhäusern und dem Stadtpark.
    foto: gudrun springer

    ... Wohnhäusern und dem Stadtpark.

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