...Teufel sein hingegen sehr

19. Februar 2008, 18:07
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"Teufelsgeschichten und Zaubersachen" ist eine reizend zeitgenössische, popkulturell buntlackierte Hommage an die Wiener Sagenwelt

Der Jungteufel (Alexander Braunshör) macht einen höchst ungenierten Gebrauch von seinem roten, knautschledernen Schwanz. Er liebkost das vielfach malträtierte Werkzeug seiner Hölleninfamie - und tut ansonsten so, als könnten ihn die Unbotmäßigkeiten aufsässiger Wiener nicht daran hindern, sein metrosexuelles "Outcoming" als emanzipatorischen Akt zu erleben: Die Hölle sind immer die anderen.

Teufelsgeschichten und Zaubersachen ist eine reizend zeitgenössische, popkulturell buntlackierte Hommage an die Wiener Sagenwelt, von Autor Martin Puntigam - und dessen Bearbeiter und Regisseur Matthias Jodl - in ein audiovisuelles Dämmerreich hinüberbefördert, in dem das Licht der Beamer nicht untergeht, schöne Stimmen und kauzige Typen aber triumphieren. Insbesondere mit Caroline Athanasiadis stellt sich eine Vorstadt-Wienerin vor, die, wenn nicht alles täuscht, bald an einem kommunalen Großinstitut die Tradition der resoluten Singspiel-Mamsell hochhalten wird. Anders gesagt: Frau Zechner, übernehmen Sie! Der Rest ist FM4-Kultur für die Slackergeneration 8+. Die Kinder sollen und werden es lieben. (poh, DER STANDARD/Printausgabe, 20.02.2008)

>> Rabenhof, 1030 Wien, Rabengasse 3, (01) 712 82 82. Vorstellungen jeweils 15.00, 18.00 oder 14.00, 17.00
  • Beim Fliegenverzehr: B. Soucek, A. Braunshör.
    foto: csáky

    Beim Fliegenverzehr: B. Soucek, A. Braunshör.

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