'Zufrieden' alleine reicht nicht

19. Februar 2008, 17:00
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Faktoren für Mitarbei­ter-Engage­ment hat Mercer unter­sucht: 'Respekt' und 'Work-Life-Balance' ha­ben global größten Ein­fluss, au­ßerdem: Gehalt in Japan, Kollegen in Deutschland

London/Wien – Einigkeit herrscht unter Arbeitgebern heute darin, dass motivierte Mitarbeiter gut für das Geschäft sind. Umstritten ist aber die Frage, wie sich eine engagierte Mitarbeiterschaft denn eigentlich aufbauen und dauerhaft halten lässt – und das insbesondere in Unternehmen, die in mehreren Ländern und Kulturen zuhause sind.

Studie untersuchte Motivationsfaktoren

Eine weltweite Arbeitsplatzanalyse rund um die Haltung und Wahrnehmungen von Mitarbeitern, die Mercer bisher in 22 Ländern durchgeführt hat, zeigt interessante Einblicke in diese wachsende Herausforderung. Die Haupt-Ergebnisse der Studie, laut einer Aussendung des Dienstleisters: Die für die Mitarbeitermotivation entscheidenden Faktoren variieren nicht nur zwischen den unterschiedlichen Ländern, sondern auch zwischen unterschiedlichen Arbeitgebern.

Außerdem zeigte sich, dass die allgemeine Haltung gegenüber den Herausforderungen am Arbeitsplatz in einigen Kulturen positiver ausfällt, während spezifische Faktoren wie Gehalt, betriebliche Nebenleistungen und ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeits- und Privatleben (Work-Life Balance) in einigen Ländern eine größere Rolle spielen als in anderen.

Nicht nur zufrieden sondern engagiert

In der anspruchsvollen globalen Wirtschaftswelt von heute wünschten sich die Arbeitgeber nicht nur zufriedene, sondern engagierte Mitarbeiter, die sich für ihre Arbeit und den Erfolg ihres Unternehmens einsetzen, erklärte Patrick Gilbert, Forschungsexperte für Personalfragen bei Mercer: "Engagierte Mitarbeiter sind jene, die ein ernsthaftes Interesse am Erfolg ihres Arbeitgebers verfolgen und deren Leistungsniveau die offiziellen Anforderungen ihres Tätigkeitsprofils überschreitet. Diese Mitarbeiter erbringen freiwillig Leistungen, die dem geschäftlichen Ergebnis zuträglich sind und die Basis für Wettbewerbsvorteile schaffen."

Umfeld zählt

Laut der Studie’Engaging employees to driveglobal business success’ wird Mitarbeiterengagement stark vom Umfeld bestimmt. Die Motivationsfaktoren variierten landes- und unternehmensabhängig - selbst innerhalb von Unternehmen könnten sie zwischen den verschiedenen Geschäfts- und Funktionsbereichen abweichen, so Gilbert. Daher sei es wichtig, dass die Arbeitgeber die individuellen Motivationsfaktoren in ihrem Unternehmen ermitteln und nutzen, so ließen sich die Investitionsrenditen für HR-Ausgaben maximieren.

Engagement ermitteln

Mitarbeiterumfragen sollen dazu dienen die Höhe des Engagements der Mitarbeiter zu ermitteln. ermitteln. Die Herausforderung ist allerdings deren richtige Interpretation. So gaben bei der Mercer-Studie 57 Prozent der befragten Arbeitnehmer eine positive Bewertung der über 130 Fragen ab. Länder wie Indien, Mexiko und China erzielten deutlich positivere Bewertungen, während Länder wie Japan, Korea und Portugal ein deutlich niedrigeres Ergebnis auswiesen.

"Mitarbeiterstudien dokumentierten über lange Zeit kulturelle Unterschiede zwischen den Ländern. Wenn ein Unternehmen die Ergebnisse seiner eigenen Mitarbeiterumfragen betrachtet, müssen diese Unterschiede berücksichtigt werden", betonte Gilbert.

Unterschiede zwischen lokalen Faktoren

Die Motivationsfaktoren sind lokal unterschiedlich. Eine Analyse sämtlicher Daten zeigte die wichtigsten Motivationsfaktoren für alle 22 Länder auf. Die Faktoren variieren sehr stark, wenngleich nicht unbedingt immer in der erwarteten Weise.

Faktor 'Respekt'

Die Mitarbeiter wurden gefragt, welche von 12 Faktoren ihr Arbeitsengagement am stärksten beeinflussen. Insgesamt wurde 'Respekt' global als Faktor mit dem größten Einfluss auf das Motivationsverhalten gewertet. Dies gilt vor allem für die USA und Großbritannien. Die befragten Arbeitnehmer in Japan maßen diesem Aspekt jedoch weniger Bedeutung zu.

Weitere wichtige Motivationsfaktoren

Arbeitnehmer in Frankreich und Indien nannten die Art der Arbeit als wichtigsten Motivationsfaktor. In Japan bewerteten die Arbeitnehmer das Grundgehalt am höchsten, während in China betriebliche Nebenleistungen die Liste anführten. Deutsche Arbeitnehmer nannten hingegen den Kollegenkreis als wichtigsten Faktor.

Weltweit betrachten Arbeitnehmer ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeits- und Privatleben als wichtigen Motivationsfaktor. Ausnahmen hierbei bilden China und Indien, die diesem Kriterium weniger Gewicht beimessen. Gute Kundenbetreuung ist ebenfalls global, aber insbesondere in Großbritannien, ein wichtiger Aspekt. Von den 12 zu bewertenden Faktoren stuften die japanischen Arbeitnehmer diesen jedoch am niedrigsten ein. (red)

Wissen: Durchführung der Studie

Die Mercer-Studien zum Thema 'What’s Working' wurden bei erwachsenen Erwerbstätigen in bis dato insgesamt 22 Ländern durchgeführt. Die Studien ermöglichen die Ermittlung von Trends und Wahrnehmungsweisen gegenüber dem Arbeitsumfeld und liefern allgemeine Einblicke in die Haltung und Sichtweisen von Arbeitnehmern. Die Umfragen umfassten über 130 Fragen aus zwölfarbeitsbezogenen Kategorien, darunter Arbeitsabläufe, Kommunikation und Kooperation, Leistungsmanagement, Führungsverhalten sowie Anerkennung.

Link

Das Mercer-Papier mit dem Titel 'Engaging employees to drive global businesssuccess' ist neben 16 Länderberichten zum Thema 'What’s Working' unter Mercer erhältlich

  • Engagement der Mitarbeiter: Positivgesamtbewertungen nach Land
    grafik: mercer

    Engagement der Mitarbeiter: Positivgesamtbewertungen nach Land

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