Viel Extra-Wohnraum für wenig Geld

18. Februar 2008, 11:42
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Moderne Keller sind nicht nur Wärmepuffer und sparen Heizkosten sondern schaffen auch Platz für Wohnwünsche

Wien - Moderne Keller sind nicht mehr mit feuchten miefigen Untergeschoßen von früher zu vergleichen, sondern sind Energiespar-Zentren geworden, die darüber hinaus das Mehr an Wohnraum schaffen und Platz für Extra-Wohnwünsche bieten.

Höhere Verkaufspreise für Haus mit Keller

Ein Keller ermöglicht eine großzügigere Planung des gesamten Hauses und es kann auch Geld gespart werden. Im Wohnbereich wird weniger Platz für Hausanschlüsse, Heizung, Waschmaschine oder Trockner benötigt, die "billigen Flächen" im Keller ergänzen die teureren Wohnflächen. "Häuser mit Keller erzielen Verkaufspreise, die im Schnitt um ein Viertel höher liegen als bei nicht unterkellerten Objekten", erklärt der Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ), Felix Friembichler.

Platzbedarf wächst

Nach einer Trendstudie der deutschen Landesbausparkassen soll die Wohnfläche in den kommenden zehn bis 15 Jahren von derzeit 46 auf 56 Quadratmeter pro Kopf wachsen. Der Keller ist dabei die wichtigste Flächenreserve. Bei Kosten von nur fünf bis sieben Prozent der Gesamtbaukosten ist ein Keller die günstigste Möglichkeit, die Nutzfläche eines Gebäudes auf das Doppelte zu erweitern.

Nutzung hängt von Dämmung ab

Bei der Planung von Kellern sollte jedoch schon zu Beginn die zukünftig mögliche Nutzung überlegt werden, erklärt Friembichler. Wichtig ist eine gute Abdichtung gegen Wasser und eine ausreichende Dämmung der Kellerdecke bis zum Erdreich. "Die Dämmung ist entscheidend, welche Nutzung später möglich ist." Verwendet werden geschlossenporige Dämmstoffe, die auch dem Erddruck widerstehen können. Werden Keller nicht beheizt, muss die Kellerdecke mit einer Dämmschicht isoliert werden, um Wärmeverluste aus den Wohnräumen zu vermeiden, "sonst drohen kalte Füße", so Friembichler.

Platz für energiesparende Heizsysteme

Gut gedämmte moderne Keller bieten auch den erforderlichen Platz für umweltgerechte und energiesparende Heiz-und Lüftungssysteme. Extra-Platz für Heizmaterial, Wärmepumpenanlagen, Luftwärmetauscher, Systeme zur Raumbelüftung in Passivhäusern, Wärmespeicher im Verbund mit Sonnenkollektoren sind in einem ausgebauten Keller kein Problem.

Mit Zuleitungen vorsorgen

Aber auch, wenn man erst später plant ein Energiesparystem einzubauen, sollte man die Kellerplanung schon vor dem Hausbau darauf einrichten und auch für Anschlüsse und Zuleitungen vorsorgen. Das erspart später teure Stemmarbeiten, Schmutz und Umbauten. Häuser, die nicht unterkellert sind, sind deutlich weniger flexibel, wenn es um die Nutzung nachhaltiger Energiequellen geht.

Unterkellerung spart Heizkosten

Beim "40-Kilowattstunden-Haus" zeigen sich durch die Unterkellerung deutliche Einsparungen beim Heizwärmebedarf, ergab die Vergleichsstudie des Ingenieurbüros Schöberl & Pöll.

Basis der Berechnungen bildete ein Normhaus mit einer Gesamtnutzfläche von 175,3 Quadratmetern. Ein Haus mit einer Wohnnutzfläche von 85,5 Quadratmeter und einem Keller mit knapp 90 Quadratmeter verbraucht lediglich 4130 Kilowattstunden pro Jahr. Ein Haus ohne Keller, dafür aber mit zusätzlichem Abstell- und Technikraum, benötigt mit seiner Gesamtnutzfläche von 107 Quadratmetern 4508 Kilowattstunden. Friembichler: "Das entspricht einer Ersparnis von ca. 40 Euro pro Jahr." Wichtig ist dabei eine gute Dämmung bei der Kellerdecke und zum Erdreich, denn bei ungedämmten Kellern entfallen in Einfamilienhäusern rund 20 Prozent der Wärmeverluste auf diesen Bereich.

Jeder Keller braucht eine gute Belüftung

Die Frage, ob man Keller beheizen soll oder nicht, hängt von der gewünschten Nutzung ab. Ungeheizte Keller benötigen weniger Energie, aber eine bessere Isolierung der Kellerdecke. Besonders wichtig ist, dass jede Art von Keller, unabhängig von der Bauweise, mit ausreichend Frischluft versorgt wird. Zur Vermeidung von Kondenswasser an der Oberfläche, muss auch die "Klimatisierung" eines kalten Kellers berücksichtigt werden. Ein "kalter" Keller bedeutet nicht, dass man sich nicht darum kümmern muss. (red)

  • Die Frage, ob man Keller beheizen soll oder nicht, hängt von der gewünschten Nutzung ab. Ungeheizte Keller benötigen weniger Energie, aber eine bessere Isolierung der Kellerdecke.
    foto: oberndorfer

    Die Frage, ob man Keller beheizen soll oder nicht, hängt von der gewünschten Nutzung ab. Ungeheizte Keller benötigen weniger Energie, aber eine bessere Isolierung der Kellerdecke.

  • Ein Keller ist die günstigste Möglichkeit die Nutzfläche eines Gebäudes auf das Doppelte zu erweitern, bei Kosten von nur fünf bis sieben Prozent der Gesamtbaukosten.
    foto: vöz

    Ein Keller ist die günstigste Möglichkeit die Nutzfläche eines Gebäudes auf das Doppelte zu erweitern, bei Kosten von nur fünf bis sieben Prozent der Gesamtbaukosten.

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