Handeln mit virtuellen Gütern: Die Boutique für Online-Gamer

6. April 2008, 14:54
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Für Online-Spieler gibt es Dinge, die unentbehrlich sind - Tauschbörse für virtuelle Waffen und Schwerter füllt Marktlücke

Ein Schwert kann einem Menschen Macht und Kraft verleihen, auch wenn er es physisch gar nicht in den Händen hält. Fans von Online-Multiplayerspielen wie World of Warcraft (WoW), Herr der Ringe Online oder Guild Wars wissen darum. Und auch darum, dass es selbst mit der richtigen Ausrüstung viel Spielerfleiß und -schweiß braucht, um in einem Spiel gewisse Missionen zu bestehen und das nächste Level zu erreichen.

Einkaufen

So wie man sich im realen Leben etwa im Baumarkt das passende Werkzeug kaufen und helfende Handwerker für ein Projekt anheuern kann, hat sich auch im digitalen Spiele-Universum ein Handel mit nützlichen Gütern und Dienstleistungen entwickelt, auch wenn sie nur virtuell existieren. Da dieser Markt aber teilweise im rechtlich unsicheren Terrain liegt, haben viele Spieler auch schon die Erfahrung gemacht, beim Kauf nicht immer das erhalten zu haben, was sie sich erhofften.

Virtuelle Güter

Verkaufsplattformen für virtuelle Güter versprechen hier Sicherheit. Zum Beispiel der Online-Marktplatz fatfoogoo.com, hinter dem ein Start-up-Unternehmen aus Österreich steht. Seit Oktober ist die Plattform in Betrieb. "Wir hatten schon mehr als 100.000 Besucher", zieht Fatfoogoo-Vorstand Martin Herdina im Standard-Gespräch die erste Bilanz. Mehrere tausend Transaktionen mit Ausrüstungsgegenständen wie Schwertern, Rubinen etc. seien bereits abgewickelt worden, "für die ersten Monate sind wir damit sehr zufrieden", sagt Herdina.

"Wir nehmen bei dem Handel eine Art Treuhänderrolle ein"

"Wir nehmen bei dem Handel eine Art Treuhänderrolle ein", erläutert der 31-jährige Jungunternehmer. Das Unternehmen gewährleiste eine sichere Abwicklung der finanziellen Transaktionen zwischen Käufern und Verkäufern und trage dafür Sorge, dass die Güter oder Dienstleistungen auch verlässlich geliefert werden. 15 Prozent des Preises jeder Transaktion gehen an Fatfoogoo. 2009 will das mit Venture-Capital-Geld gestartete Unternehmen damit den Break-even erreicht haben. Nach Österreich und Deutschland wird heuer noch der englische und US-Spielermarkt in Angriff genommen.

Teurer Spaß

Einer der Lieblingsdeals von Herdina in jüngster Zeit war der Verkauf eines "Spectraltigers" aus World of Warcraft. "Der Besitz eines solchen lässt sich mit dem Besitz eines Lamborghini vergleichen", erläutert er die Bedeutung des "durchsichtigen Frostsäblers" für einen WoW-Spieler. 500 Euro wurden dafür bezahlt. (Karin Tzschentke/DER STANDARD, Printausgabe 16.2.2008)

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