Österreichische Internet-Seite organisiert Spendenwerbung per E-Mail

24. Februar 2008, 18:23
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Soziales Engagement durch Einbettung von Bannern in die persönliche Signatur - Gemeinnützige Initiativen sollen von "Schneeball-Effekt" profitieren

Nach dem Einstieg bei der Online-Welt Papermint, dem Handyspiel-Anbieter Xendex und der Personensuchmaschine 123people.com hat sich der vom Österreicher Markus Wagner gegründete Inkubator i5invest nun auch am neuen Internet-Portal "email charity" beteiligt. Ziel des Start-ups ist es, Spendenorganisationen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, indem Internet-User Werbung in ihre persönliche E-Mail-Signatur integrieren.

Eigene Wahl

Eingebettet in die täglich verschickten elektronischen Nachrichten könne damit eine Charity-Initiative eigener Wahl unterstützt werden. "Gutes tun", praktisch ohne Aufwand und kostenlos für den Unterstützer, sei die Devise des "Spenden-Instruments der Generation Web 2.0". Zum Start nutzen laut den Angaben Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen, Licht ins Dunkel, Licht für die Welt, Caritas oder die Roten Nasen das neue Angebot.

Sozialer Aspekt

"Uns geht es dabei um den sozialen Aspekt. Mittelfristig soll sich das Projekt zwar selbst tragen, es ist aber nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet", erklärte Sebastian Philipp, Geschäftsführer der email charity GmbH, im Gespräch mit der APA. In Diskussion seien Kooperationen mit Firmen, die einen Beitrag zur Kostendeckung leisten könnten. Den karitativen Organisationen würden derzeit keine Provisionen weiterverrechnet.

Start

In Kürze will das Unternehmen in Deutschland starten, noch im Frühjahr könnte der Markteintritt in den USA folgen, so Philipp. Für Österreich peilt "email charity" im ersten Jahr mehr als 50.000 registrierte Nutzer an. "Ein wichtiger Aspekt dabei ist das virale Marketing. Die Unterstützer werden künftig nachvollziehen können, welche Früchte ihr Engagement trägt", kündigte der Geschäftsführer neue Funktionen an. Investiert worden seien bisher rund 150.000 Euro.

Simpel

Der Internet-Nutzer wählt auf der Website eine Kampagne aus, erstellt die entsprechende Signatur und fügt sie in sein Mail-Programm ein. Neben den persönlichen Daten enthält nun jede versendete Nachricht des Unterstützers ein Hinweis-Banner auf das gewählte Projekt. Indem der User seinen guten Ruf einsetzt, um eine Wohltätigkeits-Initiative zu bewerben, soll ein Schneeball-Effekt ausgelöst werden. Natürlich sei auch "klassisches" Spenden auf dem Portal möglich.

Rückblick

Markus Wagner war Miteigentümer des österreichischen Mehrwertdiensteanbieters 3united, der vor rund zwei Jahren um 55 Mio. Euro an den US-Telekomkonzern VeriSign verkauft worden ist. Anschließend gründete der 30-Jährige den Inkubator i5invest mit Sitz in Wien, Salzburg und New York, der vor allem in Web-2.0-Projekte investiert. (APA)

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