Sie haben sich ein "Denkmal" gebaut ...

17. Februar 2008, 18:27
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Mit einem Buch über die Geschichte ihrer Band blicken "Wir sind Helden" auf ihre Gründung und Erfolge zurück - Ja, jetzt schon!

Hamburg - Die Band "Wir sind Helden" zählt zu einer der erfolgreichsten Gruppen der deutschen Musikszene. Mit Hits wie "Guten Tag", "Denkmal" und "Gekommen um zu bleiben" erlangten sie Chart-Erfolge und erhielten mehrere Auszeichnungen. Ihre gemeinsame Geschichte haben die Musiker nun in dem Buch "Wir sind Helden" festgehalten.

Chronolgie

Wir sind Helden sind Sängerin Judith Holofernes, Schlagzeuger Pola Roy, Keyboarder Jean-Michel Tourette und Bassist Mark Tavassol. Wer mehr über den Band- und die Künstlernamen erfahren will, sollte in das Buch schauen, das chronologisch den Werdegang der Helden schildert: Von ihren Ursprüngen im Jahr 2000, der ersten Tour (2002) und dem ersten Album "Die Reklamation" (2003) über weitere Tourneen und das zweite Album "Von Hier an Blind" (2005) bis hin zur Geburt von Judiths und Polas Sohn Friedrich und dem dritten Album "Soundso" im vergangenen Jahr.

Das Buch mit dem Untertitel "Informationen zu Touren und anderen Einzelteilen" basiert auf dem von Holofernes im Internet geführten Tour-Tagebuch und wurde um aktuelle Interviews ergänzt. "Wir haben alles kommentiert und so Schwerpunkte geschaffen", sagt Bassist Tavassol. Ein roter Faden seien die lustigsten Fan-Emails, ein weiterer die absurdesten Angebote, die die Band erhalten habe.

So wollte eine Sportwagen-Firma mit Frontfrau Holofernes einen Werbespot drehen. "Das Schönste war, dass den Leuten meine konsumkritische Haltung sehr wohl bewusst war und sie darauf hinwiesen, dass es ihnen um den 'reizvollen' Kontrast zwischen meiner Überzeugung und diesem hochwertigen Gefährt gehe", sagt Holofernes und fügt hinzu: "Ich kann nicht mal Auto fahren."

Auch hätten zu Karrierebeginn die einschlägigen Herrenmagazine angefragt, ob sich die Sängerin fotografieren lasse. Die Band habe stattdessen Keyboarder Jean-Michel angeboten. "Im Feinripp oder auch ohne - aber das wurde abgelehnt", erzählt Holofernes. Ein sehr rührendes Angebot sei von einer jungen Frau gekommen: Sie schlug vor, Holofernes in der Schwangerschaft zu vertreten. "Wir haben uns dann entschlossen, das Konzept Wir sind Helden auch in dieser Notlage nicht zu verwässern", sagt die Sängerin.

Der Anfang

Für Holofernes ist die Anfangszeit die wichtigste Phase der Bandgeschichte. Damals seien sie noch in verschiedenen Städten gewesen, und Mark habe als Arzt in einem Hamburger Krankenhaus gearbeitet. Auch für ihn sei schwierig gewesen, "dass irgend so eine dahergelaufene Band ohne Plattenvertrag und mit einer mickrigen Tour, die in zwei Wochen anfangen sollte, ihm ein Messer auf die Brust setzte und sagte: Willst du jetzt eigentlich Vollzeitmusiker werden oder Arzt oder was?" Holofernes betont, solche Passagen hätten das Mitgefühl und Verständnis untereinander wachsen lassen. (APA/AP)

Wir sind Helden: "Informationen zu Touren und anderen Einzelteilen", Fischer Verlag, 2008, 416 Seiten
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    cover: fischer verlage
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