Hurenwurst

Redaktion, 26. Mai 2008, 20:55

Einmal habe ich einem fremden Autofahrer beim Radwechsel geholfen. Zum Dank...

...hat er gesagt: "Essen Sie niemals eine Wurst, ich weiß, was drinnen ist, ich bin Metzger." Da habe ich mich schön bedankt. Und dennoch verspüre ich seit diesem Tag öfter den Hanswurst, den Todestrieb, dergestalt, dass mich eine unbändige Wurstlust packt, ich meilenweit für so eine fetttriefende, mit Senf garnierte, in Tierdärme gefüllte Fleischbanane gehe.

Selten sieht man das Glück so unvermittelt wie im Gesicht von einem Süchtigen, wenn seine Sucht befriedigt wird; bei mir, wenn ich in eine Wurst beiße.

Bei der EURO hoffen nicht nur die Bier- und Pizzaproduzenten auf Lustgewinn durch Absatzsteigerung, auch die Betreiber von Mobilklos erwarten das Geschäft ihres Lebens, was nicht zweideutig gemeint ist. Ebenso Wurstverkäufer und das Sexgewerbe. Bei den Letzteren spießt es sich jedoch, was nichts damit zu tun hat, dass früher Würste nur geschnitten serviert werden durften, damit niemand Pikantes denkt.

Im Rotlichtmilieu hat sich die Hoffnung auf den großen Ertrag, jetzt ist es zweideutig, schon bei der WM als Luftblase erwiesen, registrierte doch die deutsche Polizei 2006 nicht mehr Liebesdienerinnen als sonst (zumindest registrierte). Und im Wurstgeschäft spricht man von Wurstkrise, Wurstpanik und großer Wurstknappheit, weil wegen BSE die brasilianischen Rinderdärme gesperrt und adäquate Ersatzwursthäute noch nicht gefunden sind. Könnte man da nicht die Würste in die ohnehin überflüssigen Verhüterli füllen und als Mutzenbacher-Würstel vertreiben?

Den Geschäftstüchtigen wird schon etwas einfallen, denn das ist ja der EURO Zweck, ein großes Geschäft zu machen. Fußball-Kondome wird es geben, Fußball-Marmelade, rot-weiß-rote Blunzen-Weißwurst-Duette, I-wer-narrisch-Handyklingeltöne, und sogar die Bärenbabys im Zoo werden bald Pogerl, Helge oder Veli heißen.

Wenigstens hat Österreich nun wieder eine hoffnungsfrohe Mannschaft, mit Spielern, die spielen, dass einem Tränen in die Augen steigen, aber vor Glück. Da ist der Rest dann Wurst, die schon von der Form her mehr zum Skifahren passt. Tennis und Golf machen Lust auf Knödel, eine Pizza kommt bei Autorennen gut, während man beim Rugby am besten Honigmelone isst und panierte Zucchiniblüten beim Dart. Aber beim Fußball? Panettone? Guglhupf?

Wurst! Jetzt wo Österreich endlich wieder Fußball spielt, braucht der danach Süchtige keine Ersatzbefriedigung mehr, was wiederum das einschlägige Gewerbe trifft - und das ist gut. (Franzobel; DER STANDARD Printausgabe 12. Februar 2008)

  • Der Ball [3]

    Geboren ist der Ball in Pirmasens - am 22. Februar 1886 - In einer streng katholischen, gutbürgerlichen Familie wuchs er auf

  • Sommermärchen [12]

    Es war einmal in einem Land der grantigen Zwerge und mieselsüchtigen Riesenherzen...

  • Es wird Zeit [3]

    Es wird nun wirklich Zeit, dass sich die EURO aus ihrer Höhle traut und sich den Menschen zeigt

  • Bitte Zahlen! [13]

    Ich sage ja nicht, dass ich ruhig schlafe. Im Gegenteil mitten in der Nacht...

  • Das Blau Algeriens [2]

    Algier, Karwoche, frühsommerliche Temperaturen. Gelb blühende Mimosen, wilde Orchideen, ein strahlend blauer Himmel und...

  • Fußballfrühling [86]

    In den niederträchtigen niederländischen Medien hieß man Österreich ei­ne C-Klasse-Mannschaft und das schwächste Team der EURO...

  • Gewaltig [20]

    Wie sagte einst der unfassbare Helmut Qualtinger? Simmering gegen Kapfenberg, das ist Brutalität...

  • Schiedsrichters Einsamkeit [26]

    Während meiner Schülerligazeit gab es die Legende, ein Schüler hätte auf eine rote Karte dermaßen respondiert,...

  • Imageschaden [40]

    Der eigentliche Skandal um den Amstettener Keller ist nicht, dass man nun bei Sisi und Franzl nicht mehr...

  • Luxusproblem [18]

    Manchmal drückt die Sprache etwas aus, das es gar nicht gibt. In der Autobiografie des bekannten Fußballkommentators...

  • Europameister! [30]

    Auch wenn es niemand für möglich hält, wird Österreich bei der EURO...

  • Harlem Rapid [39]

    Eigentlich wollte ich eine Weile lang nichts mehr von Fußball hören, nichts von Hörn­chen, die Schneckerl heißen, nichts von Gurkerln und Jausengegnern ...

  • Fußball, Porno, Pyramiden [70]

    Manchmal denke ich, dass Fußball eine Art Ersatzbefriedigung ist, die vor allem junge Menschen...

  • Matchbox [18]

    Ein Afrikaner hat unlängst gemeint, dass ihm das Leben in Mitteleuropa wie zwischen zwei elektrischen Drähten vorkommt - wehe...

  • Bärlauchparty [28]

    Ich kann mich noch gut an die Enttäuschung meiner Frau erinnern, als sie erstmals einen Vanillerostbraten serviert bekam...

  • Zum Niederknien [12]

    Es begann mit einem geschwollenen Knie. Als gelernter Hypochonder bin ich gleich zur Not­fall­medizin, Wartezeit drei Stunden...

  • Wuzl und Wuzlerin [23]

    Meine Tante Karin trinkt nicht nur, sie ist auch Kettenraucherin. Früher hat sie Rothändle...

  • Fremdschämen [30]

    Tiere haben sich im Laufe der Evolution enorm entwickelt. Fledermäuse...

  • Hurenwurst [36]

  • Oba Córdoba Oba [43]

    In meiner Erinnerung war jener 21. Juni 1978, an dem es zur Transsubstantiation...

  • Der Stimmenimitator [23]

    Zumindest in Filmen werden ausdauernd Leichen und Bewusstlose im Kofferraum eines Autos transportiert. Ich erinnere nur...

  • Torstangenbewässerer [70]

    In Österreich etwa hat in den letzten 20 Jahren eine beispiellose Verdeutschung...

  • Pflanzerei [1]

    Warum weinen Menschen? Woher kommt die vermehrte Augenflüssigkeit bei Traurigkeit? Weil...

  • Über die Ungerechtigkeit [1]

    Im Zentrum von Buenos Aires gibt es ein unscheinbares Parkstück...

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Hans Pernter
00
18.2.2008, 19:28
liest gurkhobel die postings?

wenn ja, hat er mehr stehvermögen als schreibkraft.

cannery row
00
15.2.2008, 12:08
hallo..

telemax.

vegetarischer.fleischfresser
 
16
13.2.2008, 22:33
geh bieetttee

franzobel, bitte schreib eana do amoi a schene gschicht wo vüh fuassboi vurkummt, mit helden die tapfer mit vollem körpereinsatz in der 94. minute noch den siegestreffer vorbereiten/erzielen/verhindern, schönen frauen die die spieler dann unter der dusche erwarten um ihnen blut schweiss und tränen sanft abzurubbeln, ferarriautos, die sie lässig mit goldenem schlüsseln aufsperren und wo sie dann mit einer flasche schampus in der hand die weltmeisterkrone auf dem haupte richtung sonnenuntergang fahren. danke.

. und des nexte moi schreibst daun wieda wiast wüsdt .

STIHL 026
11
13.2.2008, 14:43
wehret den anfängen!

wider die verintellektualisierung des fußballs!

parfen semjonowitsch rogoshin
21
13.2.2008, 20:53
der bursche da oben ist schon viel weiter...

...es geht ihm nicht mehr um die "verintellektualisierung" des fussballs mit den mitteln der literatur sondern um die kommerzialisierung der literatur mit den mitteln des fussballs.
schimpfwörter so deftig wie ein bratl, titten so prall wie ein knedl und fussball so schmutzig wie die ried (zitat dokupil) sind dafür die zutaten für die oberösterreichische antwort auf -
ja, was eigentlich? die frage, die keiner gestellt hat- zumindest nicht im sport.

STIHL 026
00
13.2.2008, 22:13

auf den punkt gebracht!

DPfand
00
13.2.2008, 10:35
"...die ohnehin überflüssigen

Verhüterli". Der Gurkhobel meint wohl "überzähligen" :-)

La Mare
52
12.2.2008, 12:21
Überflüssiger Artikel.

Schade um den Webspace.

dieBestatter
14
12.2.2008, 21:09
Webspace ist genug vorhanden

Sogar mehr als man für alle Idioten dieser Welt braucht.

Klasse Artikel ;)

John Wayne Geilo
11
12.2.2008, 16:31

überflüssiges posting.
Schade um den Webspace.

Xpistos
11
12.2.2008, 16:02
Lesen Sie Ihre Postings auch

bevor Sie sie abschicken? :-))

Hofer Jürgen 1
 
01
12.2.2008, 09:57

wenn ich um diese Uhrzeit von Würsten und Rotlichtmilieu lese, wird mir schlecht!

Hätte ich um diese Uhrzeit von Fußball gelesen, wäre mein Tag etwas schöner!

In diesem Sinne: No Wurst, just Fußball!

Reynaldo Coimbra de la Coronilla y Azevedo
05
12.2.2008, 10:26
mmmhhh

da startet der tag doch richtig kackig...und ausserdem gehört die wurst zum fussball wie hamburger zum football

Hofer Jürgen 1
 
01
12.2.2008, 10:40

Bier!!!

Scully
00
12.2.2008, 21:02
...um 10:40?

naja, warum nicht... prost!

Winston Wolf
 
23
12.2.2008, 09:39

Auch wenn hundertmal Schriftsteller unter den Texten des sicher sehr sympathischen Franzobel steht - seine Texte werden dadurch auch nicht besser - sondern bleiben krampfhaft konstruierte, künstliche, öde Elaborate.


Herr Gescheid
01
12.2.2008, 10:20
stimmt

zuerst der gurkerl artikel. jetzt die würste. was kommt als nächstes? und kann das niveau noch unter den ferienaufsatz eines volksschülers sinken?

el grande burrito
00
12.2.2008, 16:55
ich empfehle nochmals

sein blunzngröstl-gedicht...

Hofer Jürgen 1
 
00
12.2.2008, 14:08

zuerst das Gurkerl, dann die Wurst...irgendein Phallus-Symbol wird wieder dran kommen, wetten? :-)

Herr Gescheid
01
12.2.2008, 14:17
ja. anscheinend holt er seine versäumte pubertäre phase nach... ;)

Xpistos
03
12.2.2008, 15:57
In Timelkam

bekommt man keine Pubertät. So was kann man dort nicht kaufen und aussprechen kann's auch keiner, weil so was ist vielleicht unanständig und drum brauchen's das auch nicht.
Da ich aus einem Nachbarort komme, weiß ich das.
Da hatten wir das auch nicht. Die Salzburger haben aber immer damit angegeben und in Vöcklabruck hat einmal wer erzählt, daß er so was schon einmal gesehen hat. Ich glaub der Bürgermeister, weil der kommt viel 'rum (nach Ottnang, Ampfelwang oder nach Buchkirchen) und hat daher auch einen anderen Horizont.
Dixi
Euer (das kann ich leider auch nicht aussprechen).

Xquadrat
00
13.2.2008, 17:57

Und Sie wollen aus der Gegend sein? Ampflwang und Puchkirchen sind die Ortschaften dazu ... Tststs ...

Xpistos
00
13.2.2008, 18:02
Sorry für die Tippfehler!!

Hätte den Text nochmal durchlesen sollen.
Mein Heimatort: Vöcklamarkt
Mein Wohnort: Wien 3
Liebe Grüsse ins Salzkammergut

Ernst Illberich
00
vöcklamarkt und die pubertät

... wovon die vöcklamarkter und die timelkamer träumen, haben die pichlwanger im kleinen finger ;-)

Xpistos
00

Ihr habt also die Pubertät im "kleinen" Finger!??!
Das find' ich ja putzig!
Liebe Grüsse an die Heimat.
Chris

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