Oberösterreich gegen Gesamtschule

Redaktion, 11. März 2008, 10:43
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    foto: tobias heyer/bongarts/gettyimages

    Der oberösterreichische Landeshauptmann will keine Gesamtschule "verordnen".

Bei einer Landesumfrage gaben nur 13 Prozent der Eltern an, ihr Kind in die Neue Mittelschule schicken zu wollen - SPÖ wirft ÖVP vor, Studie "vergeudet zu haben"

Linz - In der oberösterreichischen Bevölkerung gibt es keine Mehrheit für die Einführung der Gesamtschule. Das erklärte der Schulreferent Landeshauptmann Josef Pühringer in einer Pressekonferenz unter Berufung auf eine Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes "market" im Auftrag des Landes, deren Ergebnisse er in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer am Montag in Linz veröffentlichte.

"Schulversuche herzlich willkommen"

Pühringer verwehrte sich gegen den Eindruck, er sei ein "Reformverweigerer" und sagte: "Schulversuche sind herzlich willkommen, wenn Eltern, Lehrer und Schüler vor Ort sie wollen. Aber sie sollen nicht von oben initiiert oder verordnet werden". Die Umfrage habe jedenfalls ergeben, dass 59 Prozent der 1.000 repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ab 18 Jahren befragten Personen und auch 63 Prozent der 500 befragten Eltern mit Kindern bis 15 Jahre die Einführung der Gesamtschule ablehnten.

Entsprechend sei die Schultypenwahl der Befragten ausgefallen. 36 Prozent der Eltern würden ihr Kind in eine Hauptschule schicken, 31 Prozent in ein Gymnasium und 13 Prozent in eine Gesamtschule. Werner Beutelmeyer vom market-Institut machte aufmerksam, dass laut Umfrageergebnis der Anteil der Befürworter der Gesamtschule doppelt so hoch sei, wie jener der Eltern, die ihr Kind dorthin schicken würden. Pühringer konnte sich dabei den Einwurf nicht verkneifen: "Da unterscheidet sich der Durchschnittsbürger nicht von den Spitzen der Politik".

Ausländeranteil beschränken

Der Landeshauptmann sieht sich bei seinem Vorschlag bestätigt, den Anteil von Kindern mit Sprachdefizit in Klassen auf maximal 30 Prozent zu beschränken. Das begrüßen laut Umfrageergebnis 90 Prozent der Eltern. Das sei nicht ausländerfeindlich oder diskriminierend, stellte Pühringer fest. Es gehe darum, Integration zu ermöglichen und zu vermeiden, dass Inländer Schulen mit höherem Anteil an Schülern mit Sprachschwierigkeiten ausweichen und dort der Anteil dadurch noch höher werde. Ein Drittel Ausländeranteil sei auch für inländische Schüler eine Chance. Da könne Integration gelingen, bei 70 oder 80 Prozent Anteil nicht mehr.

Die Umfrageergebnisse sind für Pühringer auch ein Argument für seine Haltung, wenn Schüler vom Religionsunterricht abgemeldet werden, sollten sie verpflichtend an einem Ethikunterricht teilnehmen. Denn 74 Prozent der Befragten ist der Religionsunterricht an den Schulen wichtig. 72 Prozent bewerten einen verpflichtenden Ethikunterricht als Alternative positiv.

Vergeudet

Der Klubobmann der SPÖ im oberösterreichischen Landtag Karl Frais kritisiert Pühringer, die Landesstudie für ÖVP-Propaganda-Fragen "vergeudet" zu haben. Pühringer und Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer hätten mit Landesmitteln eine Studie in Auftrag gegeben, deren Fragestellung im wesentlichen darauf aufgebaut sei, gängige ÖVP-Argumentationen zu stützen. Damit hätten sie bewiesen, dass es ihnen nicht ernsthaft um die notwendige Weiterentwicklung des Schulsystems, sondern um die Fortführung des Streits am Bildungssektor gehe, erklärte Frais. (APA)

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20 Postings
europa fassen
00
22.2.2008, 14:21
Ich habs gefunden

http://newsstore.schule.at/assets/20... Studie.pdf

Da wurden anscheinend 102 Personen befragt. Eine repräsentative Umfrage würde bei etwa dem zehnfachen beginnen. Aber gut.

Interessant die Frage: "Ganz spontan: Wo liegen Ihrer Meinung nach die Stärken des Schulsystems in Oberösterreich?"
Da ist nur 48 Personen - das ist weniger als die Hälfte - irgendetwas eingefallen!!!
54 Personen sagten "Anderes" (was auch immer das war), "nichts" oder "keine Angabe".

Jeder, der sich auf solche Statistiken bezieht, macht sich lächerlich.

Jake Gittes
00
22.2.2008, 09:40

Nutzlose Studie ohne Kenntnis der Fragestellung.

Kra Wuzikabuzi
16
12.2.2008, 18:54
wenn das ergebnis nicht passt...

...ist die studie vergeudet....eh klar.

europa fassen
00
22.2.2008, 09:16
Da sollte man sich erst mal die Fragestellung ansehen

Ich kenne Sie leider nicht (wenn wer einen Link kennt, ich bin sehr interessiert).

mounted
00
12.2.2008, 15:49

Könnte irgendjemand den meisten hier mal klarmachen, dass es keine GESAMT-schule ist, was so regionsweise getestet werden wird! Das unding, auf das man sich "einigen" konnte, ist .... keine ahnung, was das sein soll.
Eine GS nach parkhurst, dalton, oder den skandinavischen schulen kann per definition nicht neben anderen schulen existieren!!!! Deswegen nennt die regierung das unding auch "neue mittelschule". Die ist jetzt so neu wie die neue APS-lehrer-ausbildung: die Pädagogische Hochschule.

Kopelew
00
12.2.2008, 18:03
bitte: "per definitionem" sondt kommst in die Gesamtschule!

presonic
00
12.2.2008, 17:44
hat man da eigentlch wieder keinen richtigen studienabschluss in der pädagogischen hochschule?

Phil Decker
11
12.2.2008, 13:00
Dann soll halt die Unterrichtsministerin

einen Werbefilm über die GS in Auftrag geben-etwa mit Woody Allen : "Was Sie schon immer über die GS wissen wollten , sich bisher aber nicht zu fragen trauten... " Man könnte sich hier sicher auf Woody`s Einfallsreichtum verlassen, er könnte in Episoden sowohl als Lehrer als auch als Schüler auftreten...,vielleicht würden dann viel mehr AHS- Lehrer freiwillig in der GS unterrichten...

ovidius nas0
15
12.2.2008, 12:08
wirklich erquickend...

... stimmt das umfrageergebnis nicht mit der parteidoktrin überein, darf es natürlich so nicht richtig sein... erbärmlicher haufen!

meine meinung

Hubert Ungeist
 
24
12.2.2008, 11:19
Wird in den anderen Bundesländern nicht anderes sein..

die Gesamtschule ist in dieser Form sicher eine Totgeburt

Macho04
47
12.2.2008, 10:55
Wann kapieren es diese Roten endlich ?

Niemand will und braucht diese Gesamtschule. Jeder, der nur ein bißchen Hausverstand hat, lehnt sie ab.

recycle _or die
00
21.2.2008, 20:21

du troll

Susanne_B
43
12.2.2008, 12:08

Wieder einer, der entscheidet, was andere brauchen und wollen.

kann die Ablehnung auch daran liegen, dass vernünftige Eltern das Beste für ihr Kind wollen und durch die Negativpropaganda verschreckt sind? Angst haben, dass die Märchen über niedriges Niveau Tatsache werden? Oder Angst haben, dass die Ausbildung in der Gesamtschule zwar nciht schlecht ist, aber ein Minuspunkt im Lebenslauf des Kindes sein wird - wegen der Vorurteile mancher Menschen?

Nein - Macho04 hat schon entschieden, was andere wollen und brauchen. Nur: wenn niemand die GEsamtschule will, wie kommt es dann zu 13% Zustimmung?

Heinz-Kienhammer
00
12.2.2008, 13:02
Was heißt Negativpropaganda?

Darf's nur mehr die aus Steuermitteln finanzierte Jubelpropaganda der Unterrichtsministerin geben?
Andere Meinungen "verschrecken" die mündigen Bürger?
Dürfen nur rote Bonzen ihre Kinder in private Mittelschulen stecken?

Susanne_B
01
12.2.2008, 13:55

Zwischen Jubelpropaganda und Negativpropaganda gibt es etwas sehr Schönes: sachliche Information und Argumentation!

politisch verfolgt
00
12.2.2008, 14:18
eben

deshalb wurde eine studie gemacht.

oblomow II
01
12.2.2008, 16:33
es ist die selbe studie....

... in der auch festgeschrieben wurde, die oberösterreicher wären der meinung, die övp wäre das beste für das land. kein witz, ist wirklich so ;-)

Susanne_B
00
12.2.2008, 16:31

Was genau hat sachliche Information und Argumentation mit einer Befragung der Eltern zu tun?

ovidius nas0
04
12.2.2008, 13:00
und wegen dieser...

... 13% soll langfristig das komplette schulsystem der kinder bis zum 14/15. lebensjahr auf gesamtschule umgestellt werden?

Mike 23
00
12.2.2008, 12:58
Messfehler?

mfg Michael

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