Thromboembolien: 8.000 Todesfälle

11. Februar 2008, 14:45
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Neue Leitlinien zur Thrombosevorbeugung in Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie in Österreich - Mit Download

Wien – "Die Häufigkeit von tiefen Venenthrombosen und Lungenembolien beträgt circa 150 auf 100.000 Personen pro Jahr", heißt es in einer Aussendung der Medizinischen Universität Wien. Ein echtes Problem seien solche venösen Thromboembolien nach Unfällen und chirurgischen Eingriffen verschiedener Natur. In Österreich dürften an solchen Erkrankungen - vor allem durch nachfolgende Lungenembolien - pro Jahr rund 8.000 Menschen sterben. Aus diesem Grund hat eine österreichische Expertengruppe jetzt neue Leitlinien zur Prophylaxe - vor allem die Anwendung von Heparin - erstellt und in der Wiener Klinischen Wochenschrift publiziert.

Medikamentöse Vorbeugung

Bekannte Risikosituationen treten zum Beispiel während oder nach Operationen, Verletzungen oder akuten internen Erkrankungen auf. Die venöse Thromboembolie ist aber meist gut und sicher durch antithrombotische Substanzen verhinderbar. Die derzeit wichtigsten in der Thrombosevorbeugung sind die niedermolekularen Heparine, die aus natürlichem Ausgangsmaterial von Schweinen oder synthetisch hergestellt werden. In Zulassung befinden sich aber auch neue Thrombose-Hemmer, die nicht mehr injiziert werden müssen und bei denen man mit einer einfachen Dosierung auskommt. Eine solche Substanz dürfte das von Bayer Schering Pharma entwickelte Rivaroxaban darstellen. Am besten wissenschaftlich abgesichert ist die Heparin-Prophylaxe bei großen chirurgischen Eingriffen, orthopädischen Operationen (Hüftgelenks- und Kniegelenksersatz) sowie beispielsweise nach einer Hüftgelenksfraktur (Unfallchirurgie). Das gilt auch generell für alle Traumapatienten, also Personen, die eine oder mehrere insgesamt lebensbedrohliche Verletzungen erlitten haben.

Zu wenig Prophylaxe

Allerdings erhalten laut einer kürzlich erschienenen Studie in einer britischen Medizin-Fachzeitschrift längst nicht alle gefährdeten Patienten eine Thromboseprophylaxe: Etwa fünf bis zehn Prozent der Todesfälle in den Krankenhäusern sind auf thromboembolische Komplikationen, vor allem auf Lungenembolien, zurückzuführen. Insgesamt erhielten nur knapp 60 Prozent der Kranken auf den Chirurgien mit einem Risiko für venöse thromboembolische Komplikationen eine Prophylaxe. Daten aus Österreich lagen den Autoren nicht vor. (APA/red)

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