Am Freitag hatte Harper dem Parlament einen Antrag angekündigt, wonach Kanadas Militärmission im instabilen Süden Afghanistans bis Ende 2011 verlängert werden soll. Das bisherige Mandat für die 2500 in Kandahar stationierten Kanadier läuft im Februar 2009 aus. Der liberale Oppositionsführer, Stéphane Dion, will danach kanadische Soldaten nur noch für den Wiederaufbau einsetzen, ohne Kampfeinsatz.
Harpers will die Truppen jedoch weiterkämpfen lassen. „Wir bleiben entweder und erfüllen die Aufgabe mit unserer Armee, oder wir ziehen ab“, erklärte er vor dem Parlament. Er machte klar, dass er unter bestimmten Bedingungen für den Verbleib ist: Kanada hatte der Nato ein Ultimatum gestellt und mit dem Truppenabzug gedroht, falls die Nato-Partner nicht noch tausend Soldaten, dazu Hubschrauber und Flugzeuge in die Provinz Kandahar senden.
Hoher Blutzoll
Kandahar ist die gefährlichste Region in Afghanistan. Seit Beginn der kanadischen Mission 2002 haben 78 Kanadier dort ihr Leben verloren. Das ist prozentmäßig der größte Anteil an Gefallenen unter den in Afghanistan stationierten Nato-Partnern.
Über Harpers Antrag soll im März abgestimmt werden. Das Votum könnte leicht gegen die Konservativen ausgehen. Die Liberalen als stärkste Oppositionspartei möchten die Regierung zu Fall bringen. Die linke Neue Demokratische Partei (NDP) und der frankofone Bloc Québecois stellen sich vehement gegen eine Verlängerung des Einsatzes nach Februar 2009. Oppositionsführer Dion will zwar versuchen, mit den Konservativen einen Kompromiss zu finden, aber er beharrt auf seiner Forderung, Anfang nächsten Jahres den Kampfeinsatz gegen humanitäre Aufgaben einzutauschen.
Derweil hat Kanadas Verteidigungsminister Peter McKay von Polen und Frankreich Signale erhalten, dass sie Kanada Unterstützung gewähren würden. Nun könnte die paradoxe Situation entstehen, dass Kanada Verstärkung von Nato-Partnern zugesichert bekommt, während sein Engagement wegen möglicher Neuwahlen infrage gestellt ist.
Diese Neuwahlen werden immer wahrscheinlicher, denn Harper hat nicht nur die Afghanistan-Mission, sondern auch den Bundeshaushalt und ein Gesetz zur Bekämpfung der Kriminalität zu Vertrauensfragen gemacht. Politische Experten sagen, dass Harper versuchen will, durch Wahlen eine Mehrheit im Parlament zu erhalten, bevor sich die wirtschaftliche Lage deutlich verschlechtert. (Bernadette Calonego/ DER STANDARD, Printausgabe, 11.2.2008)
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sie nicht imstande sind, den Krieg zu gewinnen und nicht willens, den Afghanen zu helfen. Die Beteiligung der Willigen am Rachefeldzug hat lange genug gedauert. Imho wurde ausreichend gerächt.
Also was soll's.
Unnötig sterben kann man woanders angenehmer ............
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