Vogelreservat öffnet für Touristen

9. Februar 2008, 17:19
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Im El Dorado Vogelreservat in Kolumbien leben die meisten endemischen Vogelarten weltweit. Nun kann das geschützte Waldgebiet besucht werden

Fundación ProAves, American Bird Conservancy und Conservation International haben das El Dorado Vogelreservat im Gebiet des Sierra Nevada de Santa Marta Gebirges im Norden Kolumbiens feierlich eröffnet. Weltweit findet man hier die höchste Zahl von an einen bestimmten Lebensraum angepassten Vogelarten weltweit. 21 endemische Arten wie der Santa Marta Papagei oder der Santa Marta Ameisenpitta leben ausschließlich in diesem Gebiet. Darüber hinaus finden sich jedes Jahr zahlreiche Zugvögel aus den Vereinigten Staaten hier ein.

„Die Region ist international von der Alliance for Zero Extinction als kritische Region anerkannt, die aufgrund der extrem hohen Zahl an hier heimischen, gefährdeten Vogelarten und Amphibien besondere Schutzmaßnahmen erfordert“, sagt George Fenwick, Präsident von American Bird Conservancy. „Das noch erhaltene Waldgebiet ist eine Insel und eine Oase der Biodiversität.“

Seit kurzem können nun Touristen das Reservat besuchen. Ökotourismus soll dazu beitragen, den Fortbestand des Reservates auf lange Zeit abzusichern. Das El Dorado Vogelreservat liegt zwischen 880 und 2590 Metern Höhe inmitten dichter Wälder mit Blick auf die bis zu 5.800 Meter hohen Gipfel und Gletscher der Sierra Nevada, auf karibische Strände und auf die Mangroven der Ciénaga Grande de Santa Marta.

In den hundert Jahren Forschungsarbeit wurde hier eine außerordentliche Vielfalt seltenster Spezies entdeckt, die nur in den Wäldern in und um das Reservat heimisch sind. Die Santa Monika Kreischeule wurde erst im Jahr 2007 entdeckt. Mehr als 50 der endemisch dort vorkommenden Vogelunterarten wurden als eigene Spezies klassifiziert. Zahlreiche Schmetterlingen, Amphibien und Pflanzen sind ebenfalls endemisch.

„Dieses Waldgebiet war stark durch Abholzung gefährdet, um Baugrund für Wohnhäuser zu schaffen. Außerdem sind nichtheimische Pinien in die Wälder vorgedrungen und haben sich hier ausgebreitet. Daher hat Fundación ProAves eine Kampagne zu Schutz des Areals gestartet“, so Fenwick. „Mit Unterstützung von American Bird Conservancy, Conservation International und anderen, konnte ProAves fast 1700 Hektar dieses lebenden Juwels erwerben. Der Name El Dorado – benannt nach der legendären Stadt des Goldes – beschreibt den unschätzbaren biologischen Wert des Reservates.“

Mit der Unterstützung von CorpoMag, ist ProAves nun dabei, die aggressiven Pinien durch heimische Hölzer zu ersetzen. Damit ist auch in Zukunft die Versorgung mit sauberem Wasser für die Städte an der Küste gesichert. (red)

  • Die Konzentration an endemischen Arten ist im El Dorado Reservat außergewöhnlich hoch.
    foto: proaves

    Die Konzentration an endemischen Arten ist im El Dorado Reservat außergewöhnlich hoch.

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