Der Körper spricht immer und lügt nie

Redaktion, 10. Februar 2008, 17:00

Nonverbale Kommunikation ist erlernbar – Wer fließend Körpersprache spricht, tut sich beim Erklimmen der Karriereleiter leichter

"Man kann nicht nicht kommunizieren", sagte der vor kurzem verstorbene Wissenschafter Paul Watzlawick. Denn: Unser Körper spricht immer. Jede ausgeführte Bewegung impliziert auch eine Reaktion beim Empfänger. Gerade im Berufsleben kann die bewusste Wahrnehmung und korrekte Deutung der Körpersprache helfen, Situationen besser einzuschätzen und sich selbst vorteilhafter zu "verkaufen". Der richtige Einsatz von Mimik, Gestik, Haltung etc. transportiert Kompetenz und Selbstsicherheit. Wer fließend Körpersprache spricht, ist im Gegenzug in der Lage, Inkompetenz oder Unsicherheit zu erkennen.

Körper als Lügendetektor

Über 55 Prozent der Kommunikation läuft über die nonverbale Schiene ab, der verbale Anteil beträgt nur sieben Prozent. Das Verstehen der eigenen Gestik und die richtige Interpretation der von anderen ausgesendeten Signale spielen bei der Optimierung der beruflichen Chancen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Das beginnt schon beim Vorstellungsgespräch, wo der bleibende Eindruck entscheidend ist. Wichtig ist nicht nur, was man sagt, sondern wie es ankommt. Dabei fungiert der Körper als eine Art Lügendetektor. Diskrepanzen zwischen Sein und Schein werden anhand der körperlichen Botschaften evident. Wer genau hinsieht, kann die wahren Absichten seines Gegenübers durchschauen. Sympathie oder Antipathie bilden sich primär über die nonverbale Ebene.

Situationen "anders denken"

"Körpersprache ist teilweise erlernbar und teilweise angeboren", meint Brigitta Prochazka im Gespräch mit derStandard.at. Prochazka lehrt in Seminaren den Umgang mit diesem "Kommunikationsinstrument" und wie man beruflich davon profitiert. Körpersprache versteht sie als "Ausdruck der inneren Befindlichkeit". Deswegen bringe es nichts, konkrete Gesten einfach einzustudieren. Das wäre kontraproduktiv, da es künstlich wirke und die Authentizität darunter leiden würde, erklärt die Expertin. Viel mehr müsse man beim Erlernen "im Inneren ansetzen". Indem man eine Situation anders "denkt" oder "fühlt", lassen sich auch Bewegungsmuster steuern. In ihren Workshops gehe es darum, unbewusste Abläufe bewusst zu machen: "Wenn jemand zum Beispiel Riesenschritte macht, muss er das zuerst wissen, dann kann er es auch ohne Probleme ändern." Diese Korrekturen würden oft nur Kleinigkeiten wie etwa einen zu schwachen Händedruck oder hängende Schultern betreffen.

Ein allgemein gültiges Rezept oder so was wie die "perfekte" Körpersprache, an der sich jeder orientieren kann, gibt es nicht, betont Prochazka. Dennoch sollten im Berufsleben gewisse Verhaltensnormen internalisiert werden. Beim Blickkontakt beispielsweise darf der Gesprächspartner nicht "aufgespießt" werden. Permanenter Augenkontakt müsse nicht zwingend hergestellt werden. "Zwischendurch woanders hinschauen", sei erlaubt. Der Kopf soll generell nicht zu hoch angehoben werden, denn das signalisiere Arroganz. "Aufmerksamkeit schenken", laute die simple Devise. Ein freundlicher offener Blick stimme den Zuhörer normalerweise schon positiv.

Nicht "herumfuchteln"

Wie viel gestikulieren ist wünschenswert? "Die Hände unterstreichen und bebildern das Gesagte", erläutert Prochazka. "Wenn man anfängt zu überlegen, was man mit ihnen machen soll, dann wird es schon künstlich." Auf keinen Fall sollte "zu viel herumgefuchtelt" werden. Bei Besprechungen rät sie, die Hände "locker" auf den Tisch zu legen: "Wenn sie verdeckt sind, wirkt das bedrohlich." Hände in den Hosentaschen oder hinter dem Rücken werden als negativ empfunden.

Beim Abstandhalten sei wichtig, das Distanzbedürfnis von anderen Personen zu respektieren. Das absolute Minimum ist ein Zwischenraum von mindestens einer Armlänge, also rund einem Meter. Grundsätzlich gelte: "Je höher die Person in der Hierarchie steht, desto größer soll die Distanz sein." Wichtig sei natürlich auch, eine "gesunde Haltung" einzunehmen. Mit hängenden Schultern sollte man seinem Gesprächspartner nicht gegenübertreten. Beim Stehen müsse beachtet werden, dass sich beide Beine auf dem Boden befinden, quasi "geerdet" sind. Beim Interagieren mit Vorgesetzten rät Prochazka, seine Körpersprache anzupassen: "Man mag gerne, was einem ähnlich ist." Die Grundregel dabei sei "spiegeln, aber nicht nachäffen". (om, derStandard.at, 10.2.2008)

Siehe

'Business-Outfits' bei derStandard.at

Umfrage: Wie wichtig ist das Äußere?

Nachlese: Dresscodes & verborgene Botschaften

Link
Souveränes Auftreten in der Öffentlichkeit - Seminare bei Brigitta Prochazka
www.anklang.at

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Posting 1 bis 25 von 61
1 2
T-Minus1
00
5.10.2009, 11:21
kranke Authentizität

oder ein peramentes "Verkaufs-Gespräch mit dem eigen Körper, - ekelhat und geisteskrank.

Christian S
00
31.3.2008, 14:16
Über 55 Prozent der Kommunikation läuft über die nonverbale Schiene ab, der verbale Anteil beträgt nur sieben Prozent

Zum Glück gibt diese Frau keine Mathe- Nachhilfestunden.

Scully
04
30.3.2008, 21:54
"Beim Stehen müsse beachtet werden, dass sich beide Beine auf dem Boden befinden"


stehe eigentlich immer aus effizienzgruenden auf einem bein, aber danke fuer den tipp - werde das in zukunft aendern...

Stefan Gössler
01
15.2.2008, 06:33
Gute Kommunikation ist Grundlage für Erfolg

Effektive Kommunikation ist aber immer

- der Situation angepasst
- angemessen
- flexibel
- zielorientiert und vor allem
- auf Empfänger ausgerichtet & abgestimmt.

Die Körpersprache spielt da eine Rolle - aber nur eine unter vielen. Die beste Körpersprache bringt wenig, wenn die Argumente hohl, wenn Argumentierende unglaubwürdig und die Worte uninteressant sind.

Was Gute Kommunikation nie ist, ist das sture Befolgen von Rezeptvorschlägen.

Alpha Centaurus
11
17.2.2008, 20:16

Was für eine unglaublich hohle Phrasendrescherei ist das denn?

Auch lustig
00
18.2.2008, 10:22

Welche meinen Sie, den Artikel, das Post oder Ihr Post?

Im Gegensatz zu Ihrem Post bieten die anderen beiden zumindest Argumente über die man streiten kann. Sie haben recht, Sie dreschen Phrasen.

She-Ra
 
02
11.2.2008, 14:23

"Je höher die Person in der Hierarchie steht, desto größer soll die Distanz sein."

so ein sch***ss, und den kleinen praktikanten in der untersten hierachrchie-kaste darf man zu nahe treten und wenn man will auch angreifen?

k.a. fuer mich haben diese lebensratgeber solcher seminare usw. generell immer so etwas sektenfuehrerhaftes an sich....

Sire de Vienne
00
23.3.2008, 18:09
nein, den kl Praktikanten darf man nicht nur angreifen....

sondern auch ausgreifen!

gezeichnet Mizzi Card. *roer
Wolke 7

Management Quatscher
01
11.2.2008, 16:01

The return of the Feudalgesellschaft.

Aber in schickem Consultergewande.

Stefan Gössler
10
11.2.2008, 14:30
Bitte nicht verallgemeinern...

es gibt viele Seminare und seriöse Seminaranbieter, die nicht mit billigen Rezepten zu punkten versuchen.

Solche dummen Verallgemeinerungen wie im Text oben entstehen oft eher aus journalistischem Übermut denn aus der Feder einer Trainerin.

Hellsicht
01
11.2.2008, 14:11
Unbezahlte Werbeeinschaltung von Frau Prochazka

Auch lustig
00
18.2.2008, 10:23

unbezahlbar

Management Quatscher
04
11.2.2008, 10:15

Wöchentlich darf hier ein Coach/Trainer einen Artikel schreiben, wie wichtig gerade seine "Dienstleistung" für die Karriere ist.

Nein, das ist natürlich keine Werbung, wie kommen Sie darauf ?

Der dezent angefügte Link zur Homepage des Coaches/Trainers ist dem Standard einfach reingerutscht.

Unabhängiger und kritischer Journalismus ist schon etwas schönes. Und gaaaanz wichtig für die Demokratie.

Management Quatscher
02
11.2.2008, 10:11

Ich erlaube mir, eine Korrektur der jahrelang herausposaunten Propaganda anzubringen:

Die Unternehmen suchen keine Fachkräfte, sondern Schauspieler. Aber das händeringend.

kiwi99
00
11.2.2008, 10:05
man kann nicht nicht kommunizieren

*gäähn*

pottery
00
11.2.2008, 10:05

Ui, ich glaub' ich werd' bald rausgeschmissen, ich halte bei unserem CEO (mit dem wir alle per du sind) nicht mehr Abstand als zu sonstigen Kollegen.... Also wirklich, wie kann ich nur?

Demokratiefan
02
11.2.2008, 10:16

Das ist ok, so lange Du auf den Knien rutschst.

pottery
00
11.2.2008, 16:29

Danke für den Tipp, ich werd's mal ausprobieren ;-))

dakila dakila
07
11.2.2008, 09:31
Es gibt nichts schlimmeres, als wenn die (eingelernte) Körpersprache etwas anderes kommuniziert als die darauffolgende Handlung.

Dann ist der Interaktionspartner nämlich weitaus angefressener als bei Konflikten mit ehrlicher Körpersprache.

Und genau das kommt dabei raus, wenn man glaubt, andere Menschen mittels getürkter Körpersprache vera.....schen zu können!

ChrisF
00
10.2.2008, 23:32
Auf einem Bein gehts auch ...

Auf einem Bein stehend mit einer räumlichen Distanz, die selbst für Ameisen bedrängend gewesen wäre, und mit dem Kinn über dem Niveau der Augen bin ich von meinem Arbeitgeber auch genommen worden. Na, was bedeutet das wohl? Richtig! Es wirkte natürlich. Viel Spaß beim Internalisieren einer Sprache, die von der Psyche herrührt ...

AlBundyFan
 
03
11.2.2008, 09:46
denn ich das richtig verstehe

haben sie ihrem jetzigen chef auf einem beind stehend einen kuss auf die stirn gedrückt ;-)

das wird aber sehr selten den gewünschten effekt der einstellung haben.

Mann40
011
10.2.2008, 23:25

nicht zu vergessen beim Interagieren vor dem Vorgesetzten knien, dabei natürlich locker bleiben, dezente Gesten, nicht zu devot, weil sonst zu auffällig ....

Liverp00l
 
01
10.2.2008, 22:58
Beim Stehen müsse beachtet werden,

dass sich beide Beine auf dem Boden befinden...

Danke.

Jetzt kenn ich mich aus.

Werd´s mir merken.

Ziemlich leichter Stessa
02
11.2.2008, 14:20

Gilt nicht, falls Sie ein Flamingo sind.

Mann40
00
10.2.2008, 23:17

ha ha :-)))

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