US-Bericht: Atomprogramm stellt weiter Gefahr dar

20. Februar 2008, 12:13
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John Michael McConnell präsentiert Gefährdungsanalyse - westliche Diplomaten: in Natanz werden neue Zentrifugen getestet

Washington - Der Direktor des Nationalen Geheimdienstes in den USA, John Michael McConnell, hat dem Geheimdienstausschuss des Senats einen jährlichen Bericht über die gegenwärtigen Bedrohungen für die Vereinigten Staaten vorgestellt. Dabei betonte er die bleibende Gefahr, die das iranische Atomprogramm nach wie vor darstelle. Es sei "mit mittlerer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, aber sehr unwahrscheinlich", dass der Iran Ende 2009 rein technisch in der Lage sein würde, ausreichend hoch angereichertes Uran für eine Bombe herzustellen.

Nachdem es in der Nationalen Geheimdiensteinschätzung (NIE) vom vergangenen Dezember hieß, der Iran habe sein Programm zur Entwicklung von Atomwaffen Ende 2003 eingestellt, sagt McConnell nun, dass es unklar sei, ob die Islamische Republik im Laufe der vergangenen sechs Monate wieder mit der Herstellung von Atomwaffen begonnen habe.

Neue Zentrifugen

Der Iran testet in seiner Atomanlage in Natanz nach Angaben von westlichen Diplomaten einen neuen Zentrifugen-Typ (P-2). Teheran hat bereits 3.000 Zentrifugen vom Vorgängermodell P-1 in Natanz installiert, und reichert mit ihnen Uran an. Die P-2-Zentrifugen arbeiten dank verbesserter Materialen (statt Aluminium wird ein Spezialstahl für die Herstellung der Rotoren verwendet) zuverlässiger und effizienter. Die Anreicherungsleistung ist mindestens 2,5 mal höher als die des Vorgängermodells. Beide Zentrifugen basieren auf Plänen des pakistanischen Nuklearwissenschafters A. Q. Khan. (red/APA)

  • Senate Select Committee on Intelligence: February 2008 - DNI Annual Threat Assessment (PDF, 252 KB)

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