E-Voting, Twitternews:
Super Tuesday online

14. Februar 2008, 12:11
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Erstmals können sich US-Bürger im Ausland mittels E-Voting an den Vorwahlen der Demokraten beteiligen - Google experimentierte mit neuen Formen der Berichterstattung

Erstmals bei einer US-Vorwahl ermöglichen die Demokraten "Expats" (im Ausland lebende US-Bürgerinnen und Bürger) die Stimmabgabe mittels E-Voting über Internet. Eine Reihe von Bundesstaaten erwägt, E-Voting aus dem Ausland auch im November bei den Präsidentschaftswahlen zuzulassen.

Die Demokraten fassen alle Auslandsamerikaner als 51. Bundesstaat zusammen: Mit ihren Stimmen wählen sie 22 Delegierte zur diesjährigen demokratischen Convention, was dem Stimmgewicht von Montana oder South Dakota entspricht, berichtet das Tech-Magazin Wired.

Registrierung

Um an den Vorwahlen im Ausland teilnehmen zu können, muss man sich bei "Democrats Abroad" als Wähler registrieren. Republikaner ermöglichen Expats keine Teilnahme an Vorwahlen.

Wer sich registriert hat, bekommt mittels E-Mail eine zehnstellige Wahlnummer und einen achtstelligen PIN-Code, zusätzlich werden bei der Online-Abstimmung persönliche Daten wie Sozialversicherungsnummern abgefragt, um die Authentizität des Teilnehmers zu überprüfen. Das ganze dauert rund zehn Minuten; dasselbe E-Voting-System wurde von Australien 2007 für seine Soldaten im Ausland verwendet.

Sicherheit?

Als größtes Hindernis für eine breitere Umsetzung von E-Voting gelten weiterhin Sicherheitsfragen. Zwar würde das jetzige System "nicht unsicherer als die Identitätsfeststellung bei Wahllokalen sein", sagt der Hersteller Everyone Counts, aber Pläne für eine generelle Einführung von E-Voting wurden vom "Federal Voting Assistance Program" nach Pilotprojekten auf Eis gelegt. Interaktive Wahlberichte

Googles Experimente

Blogs, Podcasts und YouTube haben schon bei früheren Wahlen Anteile an Meinungsbildung und Berichterstattung gewonnen. Jetzt experimentierte Google am Super Tuesday - der Dienstag dieser Woche, als in 24 Bundesstaaten Vorwahlen abgehalten wurde - auch mit neuen Formen, über den Wahlvorgang und die Ergebnisse zu berichten.

Zusammen mit dem Microblogging-Service Twitter gab es den ganzen langen Wahltag und Wahlabend über Kurzmeldungen zum Wahlgeschehen: In maximal 140 Zeichen langen Einträgen, einer SMS ähnlich, äußerten Twitter-User Eindrücke, meldeten Probleme bei Wahllokalen, erhielten Detailergebnisse, die in Sprechblasen am Standort des Absenders auf Google-Maps erschienen.

Live dabei

Daneben wurde laufend mittels eines eigenen "Google Gadgets" der Überblick über den Auszählstand geboten. "Super Tuesday ist für uns eine Chance, Neues auszuprobieren und zu beobachten, wie Menschen Technologie zur Anteilnahme an der Wahl nutzen", erklärte Brittany Bohnet vom Google-Election-Team.

Die Zusammenarbeit mit Twitter ist noch aus anderen Gründen interessant: Offenbar hat Google, das vor mehreren Jahren Blogger aufkaufte, auch ein Auge auf den Microblogging-Dienst geworfen. (spu, DER STANDARD/Printausgabe vom 7.2.2008)

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