Triebaumer, die Zweite ...

7. Februar 2008, 12:47
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Dass frische Jungweine nicht unbedingt ein Ablaufdatum innerhalb einer Drei-Monats-Frist haben müssen, zeigt Günter Triebaumers „Weiße Trie“ 2007

„Die weiße Trie 2007“ ist eine im Stahltank ausgebaute Cuvée aus Chardonnay, Gelber Muskateller und Muskat Ottonel, wobei Chardonnay schmeckbar den Hauptanteil ausmacht und die beiden anderen aromatischen Sorten für anregenden Duft, zarte an Kräuter erinnernde Aromatik und Spritzigkeit sorgen. Der Wein erinnert im Geschmack an die Frische eine Obstsalats aus reifen Birnen und Äpfeln mit verschiedenen Zitrusfrüchten, ist einerseits unaufdringlich, wodurch er zu vielen Speisen der leichteren Art (Fisch, Kräuterküche) passt, aber auch eigenständig genug, um als animierender Solowein durchzugehen. Er ist mittelkräftig, wirkt leichtfüßig beim Trinken und ist bei aller Zugänglichkeit und Jugend darauf angelegt, länger als bis Ostern nach der Ernte durchzuhalten (wie übrigens auch der Muskateller, den Triebaumer für die spezerei in Wien abgefüllt hat (vgl. Weintipp) und der im Paket mit Trie geliefert wurde).

Günter Triebaumer gehört zur verzweigten Triebaumer-Familie in Rust. Vor vier Jahren übernahmen Günter Triebaumer und Partnerin Regina Limbeck das Weingut seines Vaters Paul, dem Bruder von Ernst Triebaumer (Blaufränkisch Mariental), und strukturierten es nach ihren Vorstellungen um. Günter Triebaumer, der mit mehreren Weinen der Kategorie „Zugänglich und animierend“ (neben den Tries in beiden Farben auch Muscato, einem leichtem Perlwein mit Restsüße angelehnt an den Stil eines Moscato d’Asti) viel Erfolg hat, produziert übrigens auch beachtliche Blaufränkische.

Grundidee aller „Tries“ - den roten Trie aus Zweigelt mit etwas Sankt Laurent und Cabernet Sauvignon gibt es seit dem Jahrgang 2004 - ist, dem Wein seine ureigene Rolle als Appetit anregender Speisenbegleiter wieder zu zuerkennen. Dass zum Essen ein gutes Glas Wein gedacht ist, wird hierzulande leider zu gern in den Hintergrund gedrängt, während es in Weinnationen wie Spanien, Italien oder Frankreich eine grundlegende Überlegung ist. Nicht so bei Triebaumer und Limbeck, die diesen „unösterreichischen“ Zugang pflegen und propagieren. Daher gibt es auf der Trie-Microsite auch eine Reihe von Rezeptvorschlägen zu ihren Weinen, von denen man getrost annehmen kann, dass die beiden sie auch ausgetestet haben. Und als abschließender positiver Aspekt: Man kann jungen frischen Weinen bei aller Unkompliziertheit und frühen Zugänglichkeit auch durchaus etwas Substanz mitgeben kann. (Luzia Schrampf)

Trie weiß 2007, ab Hof 6,50 €
Weingut Günter Triebaumer
Neugasse 18, 7071 Rust
Tel. 0676/724 87 97
triebaumer.at
  • Grundidee aller „Tries“ ist, dem Wein seine ureigene Rolle als Appetit anregender Speisenbegleiter wieder zu zuerkennen.
    foto: schrampf

    Grundidee aller „Tries“ ist, dem Wein seine ureigene Rolle als Appetit anregender Speisenbegleiter wieder zu zuerkennen.

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