phion vergrößerte Verluste in den ersten drei Quartalen 2007/08

18. Februar 2008, 10:14
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Ergebnis vor Zinsen und Steuern verschlechterte sich massiv von -278.000 auf -710.000 Euro - Umsatz um 33 Prozent auf 5,5 Mio. Euro gesteigert

Der erst seit Juli 2007 börsenotierte Tiroler Softwarehersteller phion AG hat seine Verluste in den ersten drei Quartalen 2007/08 massiv ausgeweitet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum von minus 278.000 auf minus 710.000 Euro verschlechtert. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sei von minus 306.000 auf minus 463.000 Euro zurückgegangen, teilte phion am Donnerstag mit. Der Umsatz erhöhte sich um 33 Prozent auf 5,52 Mio. Euro.

"Zukunftsinvestitionen für die Erschließung neuer Märkte in Höhe von 330.000 Euro enthalten"

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) war nach den ersten drei Quartalen mit 114.000 Euro im Minus (Jahr davor: -157.000). Hier seien jedoch "Zukunftsinvestitionen für die Erschließung neuer Märkte in Höhe von 330.000 Euro enthalten", teilte das auf Internetsicherheit spezialisierte Unternehmen weiters mit. Das Betriebsergebnis (EBIT) habe sich "aufgrund von Abschreibungen in Höhe von 596.000 Euro" auf minus 710.000 Euro belaufen.

Umsatzstärke

Das vierte Quartal, das Ende März endet, werde "höchstwahrscheinlich das umsatzstärkste des Geschäftsjahres 2007/08 sein, erwartet der Vorstand des Tiroler Unternehmens, dessen Aktien seit Sommer 2007 im geregelten Freiverkehr der Wiener Börse (Segment mid-market) gelistet sind.

Im laufenden Quartal wird mit der Gründung einer weiteren Tochtergesellschaft in der Region Mittlerer Osten gerechnet. phion hat bereits Tochtergesellschaften in Großbritannien und in den Niederlanden gegründet. Dadurch sei das internationale Akquisitions- und Betreuungsnetz weiter ausgebaut worden.

Abschreibungsbedarf

Der hohe Abschreibungsbedarf beim Tiroler Softwareunternehmen phion von fast 600.000 Euro in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2007/08 sei keine außerordentliche, sondern eine ganz normale Abschreibung gewesen, erklärte Finanzchef Günter Klausner heute, Donnerstag, im Gespräch mit der APA. Es handelte sich um "normale Abschreibungen aus immateriellen Anlagevermögen, Leasing sowie Forschung- und Entwicklungskosten". Firmenwert sei aber keiner abgeschrieben worden, betonte Firmenchef Wieland Alge.

Zu den abgeschriebenen Posten gehörten beispielsweise eigene und akquirierte Entwicklungen und immaterielles Wirtschaftsvermögen wie etwa Softwarerechte oder IT-Rechte. Das "starke Wachstum" will phion auch 2008/09 fortsetzen, allerdings bei den Umsätzen. "Ertragsmäßig ist das schwierig zu sagen, da wir auch im nächsten Jahr die Expansion vor die Ertragsoptimierung stellen müssen", sprach der CEO von einer "strategischen Stärkung durch Akquisitionen".

seit Juli 2007

phion notiert erst seit 4. Juli 2007 im neuen Mittelstandssegment "mid market" der Wiener Börse. Beim Börsengang ist laut Klausner ein Emissionsvolumen von 21,2 Mio. Euro erzielt worden. 4,4 Mio. Euro davon flossen an die Gesellschaft Capexit, die eigene Aktien verkauft und ihren Anteil im Zuge des IPO (Initial Public Offerings) von 44 auf 8,7 Prozent zurückgefahren hat. Der Nettoerlös (abzüglich IPO-Kosten) für das Softwarehaus selbst belief sich eigenen Angaben zufolge auf 14,8 Mio. Euro.

Capexit hatte sich nach der Jahrtausendwende als Kapitalgeber an phion beteiligt. Hinter der Gesellschaft steht der österreichische Sparkassenverband - vor allem die Erste Bank, die das Going-public von phion auch als einzige Emissionsbank begleitet hatte.

Derzeit befinden sich fast 64 Prozent der phion-Aktien im Streubesitz. 10 Prozent der Anteile gehören dem Softwareentwicklungschef Peter Marte, 8,7 Prozent Capexit, rund 6 Prozent dem Produktmanager Klaus Gheri, 5,9 Prozent dem CEO Alge, 4 Prozent Thomas Pellizari, einem der phion-Gründer, der nicht mehr im Unternehmen ist, sowie weitere 1,4 Prozent Walter Ischia, der seit 2004 nicht mehr bei phion tätig ist.(APA)

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