Holografische Displays:
Ein Schritt näher

18. Februar 2008, 10:22
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Neues Material erlaubt schnelles Schreiben und Löschen von holografischen Bildern - Einsatzfelder reichen von Operationen bis zur Darstellung von Satellitenbildern

Hologramme könnten Chirurgen bei Operationen unterstützen. Was fehlt ist nur noch eine passende Methode, um 3D-Bilder schneller verfügbar zu machen...

Forscher in den USA haben ein neuartiges Material entwickelt, in dem Hologramme in wenigen Minuten erstellt werden können, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature. Die dargestellten Bilder sollen dabei ähnlich scharf sein, wie jene aus gewöhnlichen Fernsehübertragungen in PAL- oder NTSC-Qualität.

Durchbruch

Bislang waren Hologramme sehr speziellen Einsatzgebieten vorbehalten. Das fotofraktive Polymer, das die Wissenschaftler der University of Tucson, Arizona entwickelten, könnte jedoch helfen, die bisherigen Hürden zu überwinden. Hologramme sind, vereinfacht gesagt, mit Laserlicht hergestellte fotografische Aufnahmen, die nach Beleuchtung und Ausarbeitung mit Hilfe eines zweiten Laserlichts ein statisches, dreidimensionales Bild wiedergeben. Kurz gesagt, ein recht langwieriger Prozess.

Laut den Wissenschaftlern sollen Bilder auf den neuen, dünnen Polymerfilm in nur wenigen Minuten "geschrieben" und sofort wieder für neue Aufnahmen gelöscht werden können. Das Material soll sich auch nach hunderten Schreib- und Löschvorgängen stabil gezeigt haben.

Flexibel anwendbar

Durch diese Flexibilität könnten Chirurgen während Operationen immer wieder neue Bilder entwerfen lassen, um etwa Organe und nur mit Kameras zugängliche Regionen des Körpers besser sichtbar zu machen.

Genauso könnten auch Forscher von der Technologie profitieren, um molekulare Interaktionen zu lernen. Die Felder sind jedoch noch breiter. Das holografische Aufnahmesystem kann unter anderem Inputs von MRIs, Satelliten bzw. Überflugaufnahmen und Mikroskopen verabeiten.

Video

Die Forscher haben zur Veranschaulichung ein Demonstrationsvideo veröffentlicht. Das gezeigte Material entspräche jedoch nicht der Originalqualität, die an SD-Fernsehübertragungen heranreichen soll. Auch wenn der bisher gezeigte Bildschirm nur 10 mal 10 Zentimeter misst, sollen die Grenzen lauten den Forschern nach oben hin offen sein.(zw)

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    university of tucson, arizona
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