Kein neuer Schiele-Rekord

11. Februar 2008, 15:55
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Sammler Ronald Lauder ließ wieder versteigern

London – Zugunsten der Neuen Galerie in New York – so der offizielle Wortlaut – gelangten am 4. Februar acht Arbeiten Egon Schieles aus dem Besitz von Ronald Lauder bei Christie’s zur Auktion. Entgegen dem erwarteten Limitwert von 7,6 Mio Pfund wurden 11,65 Mio (15,44 Mio Euro) erzielt. Zwei der acht Arbeiten auf Papier (Erich Lederer, 1917; Sitzende Schwangere, 1910) blieben aber unverkauft, den höchsten Zuschlag bewilligte der europäische Handel für Mutter und Kind von 1910 bei 2,93 Mio Pfund (3,88 Mio Euro).

Im Vorfeld der Auktion hatte Matthew Stevenson, Direktor des Departments in London, für zwei Arbeiten Rekordergebnisse erhofft. Die Liegende Frau mit roter Hose und Stehender weiblicher Akt von 1912 blieben mit brutto 2,48 Mio Pfund aber unter den erwarteten drei Mio netto. Für Stevenson war Selbstbildnis, rückseitig liegende Frau (1914) Rekordanwärter gewesen. Dieses Werk drehte nach New York (1981) und London (1995) die nunmehr dritte Runde auf dem Auktionsparkett. Christie’s erzielte 2,03 Mio Pfund. Inoffiziell hat Lauders Freigebigkeit wohl andere Gründe. Denn für den 135 Mio Dollar schweren Erwerb der Goldenen Adele hatte Christie’s Finanzierungshilfe geleistet.

Einen Weltrekordpreis erzielte hingegen ein Werk Karl Schmidt-Rottluffs. Akte im Freien (Drei badende Frauen) ging um 4,03 Mio Euro an einen anonymen Käufer. (kron, DER STANDARD/Printausgabe, 06.02.2008)

Kunstmarkt im Rekordfieber
Ein neuer Rekord ist Gustav Klimt schon vor den Auktionen in New York sicher - sicher ist auch, dass Österreich für einen Rückkauf kein Rabatt gewährt wird
  • Erzielte 3,88 Millionen Euro: Schieles "Mutter und Kind".
    foto: christie’s

    Erzielte 3,88 Millionen Euro: Schieles "Mutter und Kind".

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