"Love Don't Live Here No More"

11. Februar 2008, 15:50
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Snoop Dogg schrieb einen Roman mit autobiografischer Geschichte und nahm neues Album auf: Erster Teil einer angekündigten Trilogie

Wien - "Es waren die Achtziger; Sommer 1989, um genau zu sein. HipHop hatte eine echte Message. Rebellisch und kraftvoll." So beginnt der Roman "Love Don't Live Here No More" von Snoop Dogg und Ko-Autor David E. Talbert. Zwar erzählt das Duo die Geschichte des Teenagers Ulysses Jeffries, der in den frühen Neunzigern mit seinem jüngeren Bruder und seiner strengen Mutter in Long Beach lebt. Aber die Fiktion ist mit der Biografie des Rappers stark vermischt.

Das Buch ist der erste Teil einer angekündigten Trilogie, es behandelt soziale und familiäre Probleme, berichtet von einem Leben zwischen Straßengangs und HipHop. "Unser Leben hätte nicht schöner sein können", heißt es in dem Roman. "So schlimm die Hood von außen schien - wenn man dazugehörte, war es perfekt. Selbst wenn alles gegen den Baum lief, machten Niggaz noch eine Party draus."

Das Zitat verdeutlicht das Problem der Übersetzung. Die Sprache der "Ghettoszene" klingt auf Deutsch zuweilen seltsam und aufgesetzt: "Manchmal gab Ma uns für das Saubermachen einen Dollar. Damit ich nicht putzen musste, bestach ich Bing oft mit einem Quarter. Da er fünf Jahre alt war, machte er fast alles für 25 Cent. Eigentlich hätte ich ihm auch nichts geben brauchen. Bing war mein Mann! Seinen Spitznamen hatte er sich eingehandelt, als er mit zwei Jahren mit voller Wucht gegen eine Wand geknallt war und sein Kopf mit einem lauten Bing-Geräusch von ihr abprallte."

Der Roman sei "mehr als Unterhaltung", schreibt Talbert im Nachwort. "Es geht um die Dinge, die gut oder auch weniger gut sind, wenn man in der Hood aufwächst. Dieses Buch reflektiert wirkliche Erfahrung aus der Sicht einiger der interessantesten Charaktere, die ich je kreiert habe." Große Literatur bietet "Love Don't Live Here No More" trotz des Selbstlobs des Autors nicht. Wer allerdings Einblicke in die Jugend von Snoop Dogg gewinnen möchte und Worte wie "Dissen", "Jungs" und "Knarre" cool findet, ist gut bedient. Härteprobe: "Der Club war Bombe! Ein geiler Arsch neben dem nächsten und Drinks für 'nen Dollar." (APA)

Snoop Dogg, "Love Don't Live Here No More" , mit David E. Talbert, Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf Berlin, 200 Seiten, ISBN 978-3-89602-809-9
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    cover: schwarzkopf & schwarzkopf
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