Mehr Gleichheit, bitte!

FS-Misik Folge 10: Die Diskusson über Managergehälter ist keine "Neid-Debatte" - Plus: Interview mit GPA-Chef Wolfgang Katzian

Immer mehr Menschen haben das Gefühl, dass es nicht mehr gerecht zugeht in den westlichen Gesellschaften. Vor dreißig Jahren sprachen Soziologen noch von der nivellierten Mittelstandsgesellschaft. Seither geht die Einkommensschere wieder auf. Wohlstandszuwächse gibt es "unten" kaum mehr. Gut ist das nicht. Denn mehr Gleichheit ist nicht nur moralisch erstrebenswert, sondern auch wirtschaftlich nützlich. Plus: Interview mit GPA-Chef Wolfgang Katzian über die "Gerechtigkeitslücke".

Links:

misik.at - der Weblog von Robert Misik

Wer hat, dem wird gegeben aus der Financial Times Deutschland

Wie die Gier das System vergiftet. Wolfgang Kaden auf spiegel.de

Hans Peter Haselsteiner für Spitzensteuersatz von 80 Prozent

Verteidigung der Gleichheit. Robert Misik im Augustin (aus dem Jahr 2000)

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Soweit

ist die Medizin noch nicht, dass wir Menschen schaffen die alle gleich sind. Gleiche Talente, gleiche Intelligenz, gleiches Aussehen...

Aber der Fortschritt lässt hoffen ;)

Wo bist, Bovist?

Robert Misik, Sie wollten doch mitposten. What´s up?

Robert Misik
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stimmt, aber...

...nicht immer ist es so, dass es mich zu richtigstellungen oder weiterem drängt. aber vor allem: bin grad in leipzig im internetcafe und muss in 15 minuten aus meinem jüngsten buch lesen. bitte mich also ob dieses umstandes zu entschuldigen ;-)

Den Tüchtigen gehört die Welt.

Momentan noch den Kapitalisten. Aber irgendwann hoffentlich wirklich den Tüchtigen!

Was misst man Leistung?

Mein Herz schlägt links, dennoch:

1) Wie hoch ist die Leistung eine Albert Einstein (ohne Relativitätstheorie kein Satelliten Navigationssystem)?

2) Wie hoch ist dazu die Leistung eines Maurers der eine Mauer hochzieht?

3) Wie hoch ist die Leistung eines Malers der 1 Bild malt (50x70 cm9)?

4) Wie hoch ist die Leistung eines Musikers der vor 3 Leuten, 30, 3000, 300.000 Leuten spielt?

5) Wie ist der Unterschied zwischen einem Händler der 20 Stück Wurst verkauft, oder 2 Millionen Stück Wurst verkauft?

6) Wegen einem Herman Maier haben viel mehr Leute Skirennen zugesehen, auch als nicht mehr "top" war?

Leute, was ist Leistung?

was ist mit managern wie zb das ex-asfinag gespann, die nix gerissen aber trotzdem abkassiert haben. oder managern deren einzige errungenschaft die entlassung von personal war? oder malern die ein paar farbkleckse auf ne leinwand klatschen und ihr bild für millionen verkaufen? da wär mir der maurer mehr wert, dank ihm hab ich 4 wände und ein dach.

sie haben 4 wände und ein dach?

sie sind reich, ihre steuern müssen auf 80% erhöht werden. dagegen haben sie ja sicher nichts.

endlich jemand

der die richtige frage stellt. vielen dank.
ich kann schon das wort von den leistungsträgern (die sind nämlich alle männlich) nicht mehr hören. es gibt m.e. die alte arbeitswertlehre immer noch. die marginalisten können nichts erklären. die aussage: "der markt hat immer recht" ist absoluter blödsinn.

danke, freut mich.

Allerdings ist mein Bildungsstand nicht ausreichend: bitte um Kurzinfo "Arbeitswertlehre" und "Marginalisten"

herzlichst fönix

richig heisst es:

es GILT die alte arbeitsrechtslehre. sie wurde von adam smith begründet und von karl marx weiterentwickelt.
unter marginalisten verstehe ich die grenznutzenschule bzw. die heute dominierende neoklassische wirtschaftstheorie. in der wirtschaftspolitik wird sie mehrheitlich neoliberalismus genannt.
wikipedia sollte eine gute erklärung bieten können.

Was ist und wie mißt man Leistung?

Korrektur: so muss der Titel lauten...für die Deutschprofessoren unter den Postern.

Vielleicht nähern wir uns der Erkenntnis, daß wir KEINE Leistungsgesellschaft sind - und nie waren. Daß man also noch nie für Leistung bezahlt wurde. Daß sich seit der Aristokratie vieles verändert hat - aber daß das Leistungsprinzip nur ein Spruch war, den man den Ärmeren um die Ohren geknallt hat (selber schuld, wenn man nicht so viel leistet).

Vielleicht ist der Begriff "Leistung" heutzutage das eigentliche "Opium für das Volk" ...

Lieber Herr Misk,

wenn man sich hier durch die Postings liest, hat man eigentlich die wahre Ursache allen Übels direkt vor sich... für mich ist das sehr schwer nachzuvollziehen!
Menschen wie Sie, die diese ungerechten Umstände aufzeigen werden schlecht gemacht und mit dem selben Atemzug wird das gut geredet, was nicht gut sein kann.
Natürlich geht es uns hier nicht schlecht im drittreichsten Land der EU, und klar sind wir diejenigen die von dem Ganzen profitieren... des heißt aber nicht das wir alles gut finden müssen, was zu diesem "System" dazugehört.


Nur nicht entmutigen lassen!

Wenn man von Neid spricht, zieht man die Debatte meistens von der falschen Seite auf.

Es sind nicht jene neidisch, die sagen, heh, wir wollen unseren angemessenen Anteil am Kuchen haben, sondern jene, die sich so viel davon krallen, dass den anderen kaum mehr was bleibt.

semantischer einspruch: in der sache mögen sie recht haben, dennoch ist das richtigere wort dafür gier (die gar nicht geil ist).

was mich stört.

warum wird bei solchen dingen immer der geldempfänger kritisiert?
mMn müßte man das pferd von hinten aufzäumen und diejenigen kritisieren bzw. an den pranger stellen,die dafür verantwortlich sind,daß jemand soviel verdient.
ist dies bei einer privatfirma noch irgendwie zu verstehen,dann ist es unverständlich daß zb.die öbb-manager kritisiert werden aber nicht diejenigen die den öbb-managern 600.000€ pro jahr gegeben haben und das mit unserem steuergeld.die gehören vor die ethik-komission.

ich zb.würde ohne nachzudenken 500.000€ fürs nasenboren annehmen-warum auch nicht?würde ich aber jemand anderem dafür 500.000€ zahlen hätte ich ernste bedenken.

Wieso plötzlich Gleichheit?

Letztens war es noch absolut OK, wenn es Gleichere gibt, die sogar dann noch als Opfer gelten, wenn sie alten Männern den Schädel eintreten.

Und solange man aus lauter Begeisterung für p.c. sogar diejenigen toleriert, die die Menschenrechte ablehnen, braucht man echt nicht lamentieren, dass im Westen Manager zu viel kassieren.

Soviel Inkonsistenz in einem Hirn zu ertragen erfordert entweder Doppeldenk in Perfektion oder erschreckende Dummheit.

ich glaub, der herr misik

hat sich seinen kontoauszug ausgeschaut und dann wieder mal über die eigene verspiesserung nachgedacht. spiesser scheinen ihn ja am meisten zu beschäftigen.

san's am end neidisch?

aber im ernst: mit zunehmendem alter lässt sich ein gewisser grad an verspießerung nicht wirklich vermeiden - ist auch nix schlechtes, nach meinem dafürhalten, wenn der neospießer sich ein wenig geistige beweglichkeit erhält...

Immer nur Marktwirtschaft und Kapitalismus kritisieren wird mit der Zeit fad.
Gerade im Zusammenhang mit der Diskussion um die Verteilung (die zentrale Funktion eines Wirtschaftssystems!) zeigt es sich, dass es sich um *prinzipielle* Fehler dieses Systems handelt - und deswegen ist eine Marktwirtschaft für die Verteilungsfunktion ungeeignet.

Also, bitte um Alternativen. Eine Folge der Serie des "FS Misik" wäre mal ein Anfang.

ob ungeeignet oder nicht

kommt darauf an, wie Ihrer Meinung nach, die Verteilungsfunktion aussehen soll.

Für die Reichen selbst ist es auch nicht gut, wenn breite Bevölkerungsteile verarmen. Ich möchte nicht in einer Gated Community leben, Angst haben, dass meine Kinder entführt werden und mich nur noch mit Leibwächtern in der Stadt bewegen können - und das nur in den besseren Vierteln. In den Gesellschaften mit der wohl größten Schere zwischen reich und arm, nämlich jenen Südamerikas, ist das gang und gebe.

Das ist auch keine Lebensqualität, das sollten die Reichen bedenken.

Ich bleibe dabei

Misik nervt!

Nervt ist noch eine Untertreibung...

...Misik ist einer der größten publizistischen Übeltäter im deutschsprachigen Raum, der uns verstaubten sozialdemokratischen Staatsfetischismus, dem es letztlich nicht um Verbesserungen für den Einzelnen, sondern ums Gemeinwohl geht ("Umverteilung nützt ja eh der Wirtschaft!") und verwaschenes Einerseits-Andererseits-Geschwätz - mit gar nicht so wenig Erfolg - als aufklärerische, differenzierte Analyse andrehen will.

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