Seitdem verfolge ich den Vorwahlkampf in den USA noch genauer. Morgen wird sich höchstwahrscheinlich entscheiden, wer die Kandidaten sind. John McCain oder Mitt Romney auf republikanischer Seite. Hillary Clinton oder Barack Obama bei den Demokraten.
Worüber - auch in Europa - bereits heftig diskutiert wurde, sind rassistische Töne in dieser Auseinandersetzung. Das Clinton-Lager habe sie bewusst zugelassen, um Obama zu schaden, sagen die einen. Falsch. Obama habe selbst eine eher fundamentalistische Sicht, sagen die anderen. Schließlich gehöre er der "Trinity Church of Christ" an, deren Pastoren eine schwarze Befreiungstheologie predigten.
Tatsächlich geht in Europa der religiöse Aspekt der amerikanischen Politik unter. Obwohl viel geschrieben wurde über Obamas Aufwachsen in Indonesien, wo er eine katholische Schule besuchte, aber auch muslimischen Unterricht genoss. Wenn man die Website von Obamas Kirche besucht, öffnet sich gleich am Anfang ein riesiges Tor zu einem tiefblauen Himmel, der nur wenige Wolken hat. Der Barack Obama sehr nahestehende Chigaoer Reverend Dr. Jeremiah Wright ist nach Presseberichten ein "mitreißender Prediger", der von den Kämpfen der "afrikanischen Diaspora" unter dem Joch der "weißen Herren" spricht. Denn die hätten (und haben, Anm.) im "amerikanischen Imperium" die Macht.
Beide, Wright und Obama, wollen dies überwinden. Wright, indem er Jesus als die religiöse Lösung anbietet - die frohe Botschaft gilt allen Menschen. "Nicht den Schwarzen allein, allen. Nicht den Weißen allein, allen. Nicht den Reichen, allen. Nicht den Armen, allen. Nicht den Heteros, allen. Nicht den Schwulen, allen." Und so fort.
Obama setzt an die Stelle des Reichs Gottes die USA. "Es gibt nicht ein schwarzes Amerika, nicht ein weißes. Nicht ein liberales, nicht ein konservatives. Es gibt nur die Vereinigten Staaten von Amerika." In einer im Guardian erschienenen Analyse folgert der Publizist Jonathan Raban: "Dieser skrupulöse Agnostiker soll den Zuhörern (...) mit den Tröstungen der Religion die Vision eines Amerika bieten, das einem zerrissenen Land (...) zu neuer Eintracht verhilft."
Das kann die Protestantin Clinton nicht bieten. Ihre Widersprüche (inklusive jener ihres Mannes) liegen zu offen da, ihre Niederlagen (zum Beispiel beim Versuch, ein neues Gesundheitssystem einzuführen) ebenso wie ihre Erfolge (als New Yorker Senatorin). Obama hat eine kurze, nahezu unbelastete Geschichte. Er ist der ideale Kandidat für alle Gutmenschen. Sogar für jene unter den Männern Amerikas, die keine Frau an der Spitze sehen wollen. Schließlich wäre er der erste Schwarze im Weißen Haus.
Wer immer im November gewinnt: Die nächste Präsidentschaft muss das Irak-Fiasko beenden und eine ins Trudeln geratene Wirtschaft sanieren. Mit religiös verwebten Botschaften geht das nicht. (Gerfried Sperl/DER STANDARD, Printausgabe, 4.2.2008)
Nicht sofort. In hundert Jahren vielleicht. Und auf dem Weg dorthin würde es zu innerkirchlichen Machtkämpfen und Spaltungen kommen
Vor zehn Jahren dominierte die schwarz-blaue Propaganda. Dazu gehörten die Versuche, Fakten zu verschleiern.
Darf man über die Maßnahmen der EU-14 gegen die Wenderegierung nachdenken, ohne als Anti-Europäer und Haider-Apologet punziert zu werden?
Vor zehn Jahren war die Empörung groß und erfasste ganz Österreich in Form eines Abwehrkampf gegen die EU, als 14 ihrer Mitglieder (jeweils individuell) wegen der Bildung einer schwarz-blauen Regierung Sanktionen gegen Österreich erließen
Heutige Politik erscheint in vielem wie eine Wiederholung der römischen Politik im letzten Jahrhundert vor Christus
Keine Terrorabwehr ohne Unterhaltung
Wieder einmal hätte Österreich es in der Hand gehabt, besser zu sein - Die Chance wurde vergeben
nicht der von sperl, sondern den, den er zitiert: http://www.guardian.co.uk/uselectio... 47,00.html
ich finde es lustig, dass immer wieder von der "frische" obama's gesprochen wird. frische? in den höchsten ebenen der politik? macht man etwas einen neuling zum vorstandsvorsitzenden eine weltweiten konzerns? die usa als weltweite supermacht in den händen einen unerfahrenen politikers der noch dazu (wie sein desig. vorgänger bush) von religiösen floskeln beherrscht wird? ob das gut für die ohnehin schon strauchelnde usa ist darf bezweifelt werden. die amerikaner entscheiden heuer über ihr schicksal und zum teil über das der welt-ich hoffe nur sie entscheiden richtig!
Die allermeisten US-Präsidenten der vergangenen Jahrzehnten waren zumindest vorher Gouverneur eines Bundesstaates (G.W. Bush, Clinton, Reagan, Carter) bzw. schon selbst Vizepräsidenten (Bush, Ford, Nixon).
Also Obama wäre sicherlich einer der unerfahrensten, wenn nicht der unerfahrenste US-Präsident aller Zeiten.
Und deshalb bin ich ja auch für Clinton/Obama und 2012 oder 2016 kann er dann selbst beweisen was er drauf hat.
Und wenn Obama wirklich so toll ist wie hier immer getan wird, dann würden ihn die Jahre in Washington nicht negativ beeinflussen, dafür gewinnt er aber als Vizepräsident ordentlich an Erfahrung.
ich kann mir nicht vorstellen, dass er den sancho pansa für frau clinton mimt. falls er nicht nominiert wird, wird er sicher hoffen, dass mccain gewinnt! dann hat er in 4 jahren eine noch realistischere chance. gewinnt hillary im november, müßte er 8 jahre warten.
Wenn er hofft, sollte Hillary die demokratische Kandidatin werden, dass dann McCain die Wahl gewinnt, dann wäre er genau das Gegenteil, was viele hier von ihm halten. Nämlich jemand, dem es nur um die Macht geht.
Denn Hillarys und sein Wahlprogramm sind zu 90% identisch. Wenn es ihm um die konkreten Punkte geht, dann müsste er sich sehr wohl Hillary als Präsidentin wünschen.
Aber vielleicht braucht Amerika und somit auch die Welt einmal einen Präsidenten wie Obama, der eben genau nicht schon zermürbt wurde von zig Jahren des politischen Einheitsbreis, der "do ut des"-Doktrin, wo alles beliebig verhandelbar ist.
Seine politische Unerfahrenheit kontere ich mit: 8 Jahre Bush. Glaubt irgendwer Obama könnte es schlechter machen? Sicherlich nicht. Und auch Amerikas Gegner wie auch Freunde werden einem amerikanischen Präsidenten wohl eher zugeneigt sein wie Obama einer wäre: Aufgeschlossen, multikulturell, aus einer Minderheit kommend.
Das einzige Fragezeichen was ich allen Obamagegnern wirklich zugestehe: Ist dieser Mann der, der er vorgibt zu sein? Wenn er es ist, wäre er mein Kandidat.
Sicherlich, Obama hat ganz reale Schwächen (so wie die anderen auch), aber er ist sicher kein religiöser Prediger und er läßt sich bestimmt nicht auf Fragen der Hautfarbe festnageln. Dieser Artikel arbeitet mit Klischees, die sehr daneben sind.
Barack Obama ist ein charismatischer Politiker und kommt ziemlich sympathisch rüber, im Gegensatz zu Hillary Clinton, die natürlich schon lange in der Politik ist und nicht mehr ganz frisch, dafür aber machtgeil wirkt. Ihr Programm ist allerdings eindeutig das bessere: Ihr Plan zur Einführung einer nationalen Krankenversicherung zum Beispiel, den sie natürlich vom ehemals dritten im Bunde John Edwards kopiert hat, würde alle 45 Mio (!) zur Zeit unter- oder gar nicht versicherten AmerikanerInnen miteinschließen. Obamas Plan würde weiterhin 23 Mio (!) unversichert lassen. http://krugman.blogs.nytimes.com/2008/02/0... e-numbers/
Erklär das mal einem Gutmenschen.
Die Hillary hat für die Krankenversicherung mehr getan als Edwards jemals konnte. Sie hat schon während Bill's Amtszeit versucht, ein Health Care-System durchzusetzen, ist aber leider gescheitert.
Und ich stimme Ihnen zu: Die Health Care-Pläne von der Clinton sind besser. Das ist aber auch schon das einzige. Und: Ihre Pläne sind nicht so mehrheitsfähig wie die vom Obama. Völlig unverständlich für mich, aber es ist so.
Ich hab die Hoffnung, dass das System dieses Mal verbessert wird, nach Obamas Vorschlägen, und ein, zwei Amtsperioden später RICHTIG gemacht werden kann (nach den Plänen der Clinton).
Diese "Analyse" entbehrt jeder Grundlage. Obama hat noch kaum (wenn ueberhaupt) etwas Religioeses von sich gegeben. Er mag ja ab und zu einmal in einer Kirche auftreten (wo er durchaus auch wie ein Prediger klingt was die Intonierung anlangt), aber religioese Untertoene habe ich noch nie vernommen. Ich frage mich wo und wie Herr Sperl den amerikanischen Vorwahlkampf verfolgt. Sicher nicht vor Ort. Ich wuerde ja gerne sinnvolle Kritik an Obama lesen, aber ein bisschen mehr Grundlage fuer einen Kommentar wuerde ich mir als "Gutmensch" schon wuenschen.
Außerdem kann Hr.Sperl nicht Deutsch:
"...Denn die hätten (und haben, Anm.) im "amerikanischen Imperium" die Macht."
Ich bin sonst kein i-Tüpfel-Reiter, aber die obige Anmerkung lässt mir die Grausbirnen aufsteigen. Glaubt der Reporter also, das "hätten" der indirekten Rede drücke aus, es sei nicht Realität? Im Gegenteil, Herr Sperl! Dieses "hätten" bedeutet gerade, dass sie die Macht HABEN!
Sollte jemand, der ein derart schlechtes Verhältnis zum Verständnis der Sprache hat, wirklich in Zeitungen schreiben? Wäre nicht ein anderes Format, sagen wir Tagebuch o.ä., ausreichend?
So, jetzt können S' mich wegzensieren...
Die Demokraten werden wahrscheinlich aber Hillary Clinton wegen des bekannten Names aufstellen. So klappte es schließlich auch mit G.W. Bush. Darüber hinaus taktieren die Clintons nicht ungeschickt. Statt schon bei der letzen Wahl anzutreten - und zu verlieren - lauerten sie noch vier Jahre bis jetzt. Endlich scheint die Zeit reif zu sein....
In einem Interview im Oktober 2006 in der Sendung von Oprah Winfrey, unterstrich Obama seine vielfältigen ethnischen Wurzeln: „Michelle wird Ihnen sagen, dass wenn wir an Weihnachten oder Thanksgiving zusammenkommen, es wie eine Art kleiner Vereinter Nationen ist“, sagte er. „Ich habe Verwandte, die aussehen wie Bernie Mac, und ich habe welche, die aussehen wie Margaret Thatcher. Wir haben alles.“
Und verdammt ist es nicht an der Zeit das mal ein farbiger das Land regiert ! Und Obama ist ein kluger junger verdammt guter Politiker der das Wirtschaftlich gebeutelte Land nach Jahren der wild, wild West Regierungsmentalität durch Reagan, Bush & Co. dringend braucht ! Sollten die USA sich "verwählen" war´s das dann ! Was der EU und dem euro, teuro zugute kommt da diese sich in der Welt und Wirtschaft sehr stark festigen und zum Global Player avancieren werden ! Jedoch wird der EU Burger leiden, siehe die Börsenwerte der letzten Tage !!!
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