Virtuelle Matchboxautos - Burnout Paradise als fesselndes Fahrspiel

2. Februar 2008, 12:54
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Selten kann man so herrlich destruktiv sein und völlig hemmungslos dem Geschwindigkeitsrausch frönen

Brrrumm, brrum, brumbrum, niäähhhng - wahrscheinlich führen manche Videospiele tatsächlich zu einem Rückfall in kindliche Verhaltensweisen. Burnout Paradise (EA, für Xbox 360 und Playstation 3, ab 60 Euro) gehört definitiv zu dieser Gruppe. Und ist deshalb zugleich das unterhaltsamste Autofahrspiel seit langem. Denn selten kann man so herrlich destruktiv sein und völlig hemmungslos dem Geschwindigkeitsrausch frönen.

Kein Fahrschulersatz

Wer je mit Matchboxautos gespielt hat und sie nicht nur einfach auf dem Teppich hin und her geschoben hat, sondern mit Hurra kollidieren ließ, hat das Spielprinzip der Burnout-Serie schon verstanden. Was jetzt nicht heißt, dass man seine alte Spielzeugkiste entstauben soll, denn die virtuellen Matchboxboliden haben natürlich erstaunliche Vorzüge.

Erstens sind Unfälle und Karambolagen dank Zeitlupe, splitterndem Glas und stimmig deformierter Karosserie viel, viel lustiger als die Kollision auf dem Wohnzimmerboden. Gut, als Lehrmaterial für den verkehrspsychologischen Unterricht kann man das ab drei Jahren freigegebene Spiel nicht wirklich nutzen, da selbst nach einem Totalschaden das Auto natürlich unversehrt wieder auf der Straße steht. Allerdings: bei den Rennen führt die völlige Demolierung natürlich zur Niederlage.

Endlich was Neues

Stichwort Rennen: Die sind in Burnout Paradise völlig anders gestaltet als in den Vorgängertiteln. Von Beginn an kann man eine einzige große Stadt völlig frei erkunden, nach eigenem Gutdünken kann man an bestimmten Straßenkreuzungen dann diverse Rennkategorien starten. Je mehr man von diesen gewinnt, desto mehr Kreuzungen bieten Rennmöglichkeiten. Neue Autos (deren Farbe man übrigens in Lackierereien ändern kann) kann man natürlich ebenso gewinnen wie neue Fahrlizenzen. Die Route von Start zum Ziel lässt sich frei wählen - kennt man Schleichwege und Abkürzungen, ist man besser dran.

Kollisionskurs

Eine weitere teuflische Neuerung im Vergleich zu Burnout Revenge auf der PS2 ist die Physik. Musste man in "Revenge" nur die Begegnung mit dem Gegenverkehr oder schweren Fahrzeugen fürchten, ist in "Paradise" zu Beginn der Kontakt mit fremden Fahrzeugen aller Art nur bedingt ratsam - er endet fast immer mit einem Unfall.

Was im Vergleich zu früher fehlt, ist die Möglichkeit, nach einer Havarie zu explodieren und so einen Gegner mitzureißen. Aber das ging ja mit den Matchboxautos damals auch nicht. (Michael Möseneder/DER STANDARD, Printausgabe 02.02.2008)

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    screenshot: ea
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