Kirche befürchtet Lauschangriff im Beichtstuhl

4. März 2008, 10:11
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Schäubles BKA-Gesetz sieht vor, dass Geistliche in Ausnahmefällen abgehört werden können

Hamburg - Die katholische Kirche fürchtet, dass durch das vom deutschen Innenminister Wolfgang Schäuble geplante BKA-Gesetz das Beichtgeheimnis abgeschafft werden könnte. Der für die Verbindung von Parlament und Kirche zuständige Prälat Karl Jüsten sagte dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Spiegel", die Politik müsse mit erheblichem Widerstand der Kirche rechnen, sollte dem Bundeskriminalamt (BKA) wie vorgesehen im Einzelfall erlaubt werden, auch Abgeordnete, Anwälte und Geistliche abzuhören.

"Das vertrauensvolle Gespräch mit dem Seelsorger, oft die letzte Anlaufstelle für Menschen mit Sorgen, darf nicht infrage gestellt werden", sagte Jüsten. Der Entwurf müsse ganz vom Tisch. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ausgerechnet eine der C-Parteien, die sich den Kirchen besonders verpflichtet sehen, am Beichtgeheimnis rüttelt." (APA/derStandard.at/1.2.2008)

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