Billigflüge bleiben beliebt

1. Februar 2008, 11:08
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Der Anteil an Billigflug-Passagieren wächst. Ein Großteil davon sind "neue" Gäste, die nicht von Linienflugverbindungen umsteigen

Der Anteil an Billigflügen nimmt in Europa weiterhin zu. Laut AEA (Vereinigung europäischer Fluglinien) lag er 2006 bei 18,4 Prozent. 55,7 Prozent Marktanteil ging an Linienflüge, Charterflüge machten 25,9 Prozent aller Sitzplätze aus. Marktführer unter den Billigflieger ist Ryanair, gefolgt von easyJet. Das meldet der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) in einer Presseaussendung.

In einer vom Referat für Strukturpolitik und Kohäsion des EU-Parlaments durchgeführten Langzeitstudie wird dem Sektor „Billigflug“, das seit 2001 in einem steten Wachstum begriffen ist, ein positives Zeugnis ausgestellt. Billigflüge würden dazu beitragen, dass sich immer mehr Menschen Flugreisen leisten können. Außerdem würden Regionalflughäfen ihr Angebot stark ausbauen.

Die Passagiere der Billigfluglinien sind zum Großteil „neue“ Fluggäste, die nicht von Linienflugverbindungen auf die neuen Anbieter umgestiegen sind. 59 Prozent haben sich laut der Studie aufgrund des Angebots der Low Cost Carrier ein Ticket gekauft, nur 37 Prozent sind von Linienflügen auf einen Billiganbieter umgestiegen. Somit stellen Low Cost Carrier nur zu einem geringen Teil eine direkte Konkurrenz für etablierte Fluggesellschaften dar.

Die Kosteneinsparungen der Billigfluglinien ergeben sich durch das eingeschränkte Boardservice, eine wesentlich engere Bestuhlung und den Direktverkauf von Tickets über das Internet. Derartige Sparmaßnahmen seien laut der Studie durchaus legitim. Problematisch wären andere Strategien zur Kostenreduktion, wie etwa der Verkauf von Waren oder das Anbieten von Wettgeschäften an Bord sowie ein übertriebener Preisdruck auf Pilotengehälter.

Kein Thema in der Studie ist der Umgang der Billig-Airlines mit den EU-Fluggastrechten. Allerdings wurde in ersten Erhebungen der EU-Kommission festgestellt, dass Low Cost Carriere dazu neigen, die gesetzlich vorgegebenen Entschädigungen bei Verspätungen, Überbuchungen oder Annulierungen von Flügen nicht entsprechend abzugelten.

2006 teilten sich drei der größten Billigflugunternehmen, nämlich Ryan Air, easyJet und Air Berlin bereits 71 Prozent des Marktes. 19 Billig-Airlines mussten in den vergangenen fünf Jahren Konkurs anmelden. (red)

Info: AEA (Vereinigung europäischer Fluglinien)
Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD)
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    foto: easyjet
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