Soldaten und Material in der Warteschleife

4. Februar 2008, 18:05
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Transportflugzeug des österreichischen Bundesheers auf Flug in den Tschad gestoppt - "Herkules" steht in Tripolis

"Derzeit ist die Situation rund um den Flughafen der Hauptstadt N'Djamena sehr instabil. Wir haben uns daher bisher entschlossen, drei Flüge zu verschieben: zwei aus Irland und einen aus Österreich", bestätigte der Pressesprecher des kommandierenden Generals Patrick Nash, Oberst Philippe de Cussac, im Gespräch mit dem STANDARD.

Es sei derzeit nicht abzusehen, wann die Flüge starten können. Es könne in zwei Stunden oder zwei Tagen sein. "Wir prüfen laufend die Lage." Während die irischen Flüge Soldaten für die EU-Mission transportieren sollten, handelt es sich beim österreichischen Flugzeug um eine Frachtmaschine, die Gerät in den Tschad bringen soll und mit zwölf Mann Besatzung in Tripolis auf den Weiterflug wartet. Das Flugzeug war von Linz gestartet und sollte in Tripolis auftanken, bekam dann vom Hauptquartier in Paris aber keine Weiterfluggenehmigung mehr.

Air France fliegt weiter

Das österreichische Bundesheer sieht derzeit keine Bedrohungen in der Hauptstadt. "Unsere Soldaten vor Ort gehen ihren Aufgaben ganz normal nach, ich habe gerade mit ihnen telefoniert", sagte Truppensprecher Major Wolfgang Schneider. Es gebe auch keine Anzeichen dafür, dass der für Dienstag geplante Abflug weiterer 50 bis 60 österreichischer Soldaten verschoben werden müsste. Auch die Air France bietet weiter Linienflüge nach N'Djamena an.

BZÖ und Grüne forderten am Freitag von Verteidigungsminister Norbert Darabos vehement die Rückholung der derzeit rund 20 österreichischen Soldaten. "Holen Sie unsere Soldatinnen und Soldaten aus dem Krieg zurück", sagte BZÖ-Wehrsprecher Gernot Darmann. Und Peter Pilz von den Grünen meinte, man müsse "das militärische Abenteuer Tschad jetzt abbrechen". (Michael Moravec aus Brüssel/DER STANDARD, Printausgabe, 2./3.2.2008)

  • Laut Pressesprecher Major Wolfgang Schneider macht sich die österreichische Truppe keine Sorgen um den Einsatz.
    foto: standard/corn

    Laut Pressesprecher Major Wolfgang Schneider macht sich die österreichische Truppe keine Sorgen um den Einsatz.

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