Wo allerlei Blüten treiben

5. Februar 2008, 14:49
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Grazer Muwa setzt 2008 auf kunstsinnige Generation 60 plus - Vielseitigkeit menschlicher Wahrnehmungen weiterer Schwerpunkt

Graz - Die Vielseitigkeit menschlicher Wahrnehmungen - mit allen Sinnen, der Fantasie oder in der Kommunikation mit anderen - aufzuzeigen ist der thematische Motor, der das Grazer Museum der Wahrnehmung (Muwa) am Laufen hält. Seit das Muwa vor zwölf Jahren in das ehemalige "Tröpferlbad" im Grazer Augarten zog, werden dort neben einer Dauerausstellung zu Sinneswahrnehmungen auch wechselnde bildende Künstler präsentiert.

Neben Ganzkörpererfahrungen, wie jene im Samadhi-Bad, zählen auch optische Täuschungen wie das scheinbare Verschwinden von Dingen zu den Phänomenen, die man im Muwa erleben kann. Ende 2007 wurde erstmals sogar das ganze Haus vom deutschen Künstler Timm Ulrichs und dem Bundesheer mit einer Tarnaktion "verborgen".

Menschen ab sechzig

Im am Donnerstag präsentierten Jahresprogramm des Museums wird nun auch die Wahrnehmung ganz bestimmter Teile der Gesellschaft zum Thema. Unter dem Titel 60plus lädt das Muwa alle Menschen ab sechzig Jahren ein, kostenlos sämtliche Veranstaltungen zu besuchen. Darüber hinaus will man Themen wie das Altern oder den Jugendwahn auch in Diskussionen erörtern. "Ich hatte die Idee, weil ich selbst gerade 60 wurde", erzählt Muwa-Chef Werner Wolf im Gespräch mit dem Standard. Einer der ersten Referenten an einem Abend für "Oldies" wird übrigens der Grazer Alt-Bürgermeister Alfred Stingl sein.

Im Projekt Euro-Africans treffen Wahrnehmungen afrikanischer Künstler (unter anderem Enks aus Ghana, der für seine gemalten Stadtansichten in Graz bekannt ist, und Joseph Dim aus Gabun) auf jene europäischer Kollegen. Mit einem weiteren Ausstellungsraum im Halbstock des achteckigen Hauses können parallele Ausstellungen spontan aufeinander reagieren. Die Künstler Istvan Haasz aus Ungarn, Felicitas Gerstner aus Deutschland und der Österreicher Fritz Ruprechter werden ebenfalls an der zwei Jahre dauernden Aktion arbeiten.

Nachdem sich schon Ulrichs mit dem äußeren Erscheinungsbild des Muwa beschäftigt hat, will Wolf übrigens mehr über das "jedes Jahr anders blühende Dach" des Oktogons erfahren. Eine Biologin soll erkunden, warum das Dach ohne menschliches Zutun lila, gelb oder auch blau erstrahlt. (Colette M. Schmidt/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.02.2008)

  • 1996 zog das Museum in das 1903 als Badhaus erbaute Oktogon.
    foto: standard/muwa

    1996 zog das Museum in das 1903 als Badhaus erbaute Oktogon.

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