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Geometrisch betrachtet

1. April 2008, 12:29

Esther Stocker zeigt eine neue Rauminstallation, in der Ordnungsstrukturen zugleich thematisiert und unterlaufen werden.

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1. Februar 2008 – 6. April 2008
MUMOK Factory

Esther Stocker (geb. 1974) zeigt in der MUMOK Factory eine neue Rauminstallation, in der Ordnungsstrukturen zugleich thematisiert und unterlaufen werden. Die für ihre auf Schwarz, Weiß und Grau reduzierten, geometrisierenden Raster- und Zeichensysteme bekannte Künstlerin schafft hierbei ein „begehbares Kunstwerk“, dessen klare Grundstruktur variable und komplexe Sichtweisen ermöglicht.

In ihrer Arbeit bezieht sich Stocker auf die Geschichte des Konstruktivismus sowie auf digitale und filmische Bildgebungsverfahren und rückt zugleich die Wahrnehmung als dynamischen Prozess ins Bewusstsein. Systematisch werden dabei Raster- und Gitterstrukturen in ihrer Stringenz gebrochen und im Blick des Betrachters durch Verschiebungen und Überschneidungen zu Grundmotiven spannungsvoll offener Ordnungsgefüge.

Im schwarz gehaltenen Raum der Factory sind in gleichmäßigen Abständen an Boden, Wänden und an der Decke identische weiße Stäbe von quadratischem Querschnitt montiert. Sie verwandeln den Raum in ein dreidimensionales, gerahmtes „Bild“. Während die Raumgrenzen in einer ungreifbaren Dunkelheit zu verschwimmen scheinen, treten die weißen Stabformen als raumbeschreibende Markierungen hervor. Man findet sich inmitten eines klar strukturierten Bildraumes, dessen Erscheinung durch die eigene Bewegung und Blickführung unaufhörlich verändert wird. Als Betrachter im „Bild“ ist man auch eines seiner Motive im Blick der anderen. Während die unverrückbaren Stäbe sich immer anders überschneiden, wird das Wahrnehmen und Lesen von Ordnung als perspektivischer und offener Vorgang im buchstäblichen wie im übertragenen Sinn erfahrbar.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Rainer Fuchs und Harald Krejci.
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