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One-Man-Show
Im Zentrum des Skandals steht der Aktienhändler Jerome K. Er soll nach Angaben von SocGen illegale Geschäfte im Volumen von 50 Milliarden Euro gemacht und die Bank dabei um 4,82 Milliarden Euro gebracht haben. Verurteilt wurde der Manager bisher nicht, deswegen gilt für ihn die Unschuldsvermutung. Das Management der Bank hat nach eigenen Angaben bis vor wenigen Tagen nichts von den ungenehmigten Geschäften gewusst.
Als untergeordneter Mitarbeiter waren die Summen, die K. einsetzen konnte, begrenzt. Societe General erklärte allerdings, der 31-Jährige habe dank seiner Erfahrungen aus anderen Geschäftsbereichen der Bank das Wissen gehabt, die Sicherheitskontrollen zu umgehen. Vorwürfe, er habe sich auf Kosten der Bank bereichern wollen, wies er zurück. Er habe jedoch auf einen doppelt so hohen Jahresbonus für 2007 gehofft, wie die 300.000 Euro, die ihm angeboten worden seien.
Durchgeschleust
Das erstaunliche an den Ereignissen: K. hatte für die Umgehung der Sicherheitsmechanismen nicht mit besonderen Computerkenntnissen aufwarten müssen. Nach Berichten von InformationWeek genügte dazu lediglich der geschulte Umgang mit Microsofts Office und grundlegende Kenntnisse in Microsofts Visual Basic.
Die Programmiersprache soll er genutzt haben, um automatisierte Arbeitsabläufe für Tabellen einzurichten. Vermutungen besagen, er habe diese Funktionen genutzt, um Exceltabellen zu fälschen, die er dann seinen Vorgesetzten vorgelegt hatte. Zusätzlich soll er Zugangsdaten seiner Kollegen für die Erstellung fingierter Konten verwendet haben. Mit fiktiven Verlustgeschäften habe er, laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters, sein Millionenspiel verschleiert.
Unbemerkt?
Letztlich hätten offiziell noch 55 Millionen Euro in den Büchern gestanden, berichtet Reuters. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Vorgesetzten das Geld nicht bemerkten, das ich einsetzte", sagte K. den Berichten zufolge. "Es war unmöglich solche Gewinne mit kleinen Positionen zu erreichen." Die dabei von ihm genutzten Techniken seien nicht kompliziert gewesen.
Den Aufzeichnungen der Ermittler zufolge machte K. ein systematisches Versagen von Computer- und Management-Kontrollen für seine Geschäfte verantwortlich, die der Bank zufolge zu einem Schaden von fast fünf Milliarden Euro führten. Ein Anwalt der Bank zweifelte die Aussagen K. an.
Folgen
Gegen K. wird wegen des Verdachts auf Vertrauensbruchs, der missbräuchlichen Verwendung von Computern und der Fälschung ermittelt. Bei einer Verurteilung drohen ihm drei Jahre Haft.
Die Bank selbst musste einen massiven Gewinneinbruch im vierten Quartal um 40 Prozent auf unter eine Milliarde Euro hinnehmen. Zurzeit kursieren Übernahmegerüchte seitens ausländischer Banken und der französischen BNP Paribas.
Eine Mitarbeiterorganisation kündigte rechtliche Schritte wegen Fahrlässigkeit gegen die SocGen an. Der Skandal habe finanzielle Auswirkungen auf die Angestellten, hieß es. Bei dem Institut arbeiten etwa 120.000 Menschen.
Insider
Die Staatsanwaltschaft verzichtet vorerst dagegen auf Ermittlungen wegen des Verdachts auf Insiderhandel. Ein Verwaltungsrat der Bank hatte wenige Tage vor Bekanntwerden der Probleme in großem Stil SocGen-Aktien verkauft.
Wie der Verwaltungsrat beschloss, soll der bisherige Chef Daniel Bouton auf seinem Posten bleiben. Er hatte im Zuge des Skandals seinen Rücktritt angeboten. (zw)
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Habe selbst in einem Weltkonzerns erlebt, dass in deren Pariser Filiale mit Excel-Tabellen, und diversen SQL Scripts, deren wahre Funktion nur einem oder zwei Personen wirklich klar schien ganze Unternehmensbereiche finanziell dominiert und kontrolliert.
Der Versuch, diese Programme und Scripts durch anerkannte und nachvollziehbare Systeme zu ersetzen gestaltete sich extrem schwierig.
Dass es in aehnlich grossen Unternehmen in Frankreich oft nicht so rosig um den Ersatz solcher "One Man Shows" stehen mag ist also naheliegend.
Also, eine Bank hat diverse Abteilungen die zwar ohne IT nicht mer auskommen aber es immer noch Menschen die Fehler machen.
Die verpflichtenden Einrichtungen einer Bank (zumindest in Ö) sind:
4 Augen Prinzip (ein Zweiter muss das Geschäft bestätigen)
RISK-Management (Nochmals mind. 2 Personen müssen das Geschäft überprüfen.)
Bei so großen Beträgen wird die GF informiert da ja ein Händler nur ein gewisses Portfeuil hat mit dem er "Zocken" kann.
Sicher wird vieles durch die IT abgefangen aber der Mensch muss es Bewußt ein zweites Mal Bestätigen.
SIe schreiben ein script, dass beim Speichern die Daten zu Ihnen rüber schreibt, und stattdessen Zahlen aus einem File bei Ihnen einliest. Dann müssen Sie ihm nur noch Leserechte auf das betreffende Ihrer Verzeichnisse geben.
Braucht keine Bereichtigungen, weil's ja der ausführt, dem der Accout gehört, und der die Rechte hat. Sie müssen ihn nur dazu bringen, Ihr File zu verwenden.
Fraglich ist, warum es passieren kann, dass es länger niemandem auffällt.
hm, verstehe nicht ganz, warum ich da nicht gleich "meine" zahlen in das excel schreiben koennte ...
oder soll man davon ausgehen, dass die excel datei eingaben checkt, die man aushebelt indem man mit vb direkt reinschreibt? das waer aber dann nullsecurity, wenn die daten etwa aus einem so "gefaelschten" excel-file ungeprueft uebernommen wuerden.
... putzen sich wieder ab. Selbst wenn J.K. aufgrund seiner Kenntnisse Sicherheitslücken nutzen konnte, wie zum Teufel können Milliardenbeträge nicht auffallen?!?! - Hier krankt es ja an etwas Grundlegendem. Aber die dafür Verantwortlichen - Vorstand/Aufsichtsräte - sind ja eh meist nur hochdotierte Versorgungsposten - und das rächt sich immer.
Ich glaube in dem Artikel wurde VB und VBA ein wenig verwechselt.
VBA (Visual Basic for Application) ist die Makroprogrammiersprache für Officeprodukte (automatisierte Abläufe in Excel....).
Mit VBA kann zwar viel gemacht werden aber auch nicht alles. VB verlangt schon tiefere Programmierkenntnisse um für Excel Makros zu Programmieren (Compilieren usw....), da VBA ja nur die aufgezeichneten Makros verarbeitet (die dann im VBA-Editor nachbearbeitet werden können).
Der Verfasser dieses Artikels hat sich wohl nicht ganz richtig Informiert was VB und was VBA ist.
wenn der Hr. Jérôme K. als "User" seines Unternehmens die gesamte Office Palette uneingeschränkt nutzen kann, incl. Access, Visual Basic etc.... selber schuld.
In jedem Größeren Unternehmen gibts Experten die für die IT Infrastruktur verantwortlich sind, Experten die für die IT-Security verantwortlich sind, und genau so etwas verhindern sollten.
VB ist ein reines Entwicklungstool und hat in einem Unternehmen beim Anwender nichts verloren.
Punkt!
Selten so einen Blödsinn gelesen.
Was hat das Benutzen von Applikationen mit Berechtigungs.- & Kontrollstrukturen zu tun?
Das VBA von Excel ist ein Entwicklungstool?
Erklären sie das unseren Kollegen vom Controlling und der Buchhaltung. Die arbeiten nämlich damit.
wenn sie nicht wissen, was in einem Unternehmen das benutzen von Applikationen mit Berechtigungs.- & Kontrollstrukturen zu tun haben, ist jede Debatte mit ihnen sinnlos, zumindest was den IT-Bereich betrifft, sorry.
hier gehts ja nicht um die IT vom Pizzaflitzer.
vielleicht habens vom Kicken mehr Ahnung.
So einfach ist das nicht. Gut und schön: der IT-Verantwortliche sollte sicherheitstechnisch sagen, wos lang geht.
Bloß: das passiert so gut wie gar nicht. Viele Vorgesetzte des IT-verantwortlich schwafeln von Sicherheit, lassen sich aber Sonderrechte einräumen, die das Sicherheitskonzept des Verantwortlichen untergraben.
IT-Laute werden sehr oft verheizt, ich glaube, das ist der Normalfall und nicht die Ausnahme.
Enduserspielzeuge, vielleicht im Privatbereich, oder einem Unternehmen mit max. 10 Mitarbeitern, aber sicher nicht im Bankbereich.
vielleicht sind sie ein guter Programmierer, von einer IT-Infrastruktur in einem Großunternehmen habens leider keine Ahnung, tut mir leid, wenn ich ihnen das so rüberreiben muss.
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