Ab in die Maske

2. Februar 2008, 17:00
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Manchmal muss es ein bisschen mehr als die tägliche Pflegeroutine sein - gerade vor großen Auftritten - Eine Aufforderung zur Maske vor dem Ball

Der ursprüngliche Sinn eines Maskenballs war es, in Verkleidung Bekanntschaften zu knüpfen, die man sonst vielleicht niemals gemacht hätte. Das ist auch heute noch so. Wann, wenn nicht auf einem Ball, kann man sich im 21. Jahrhundert so bedingungslos aufputzen wie auf den prunkvollen Tanzveranstaltungen im Fasching. Masken spielen dabei immer noch eine Rolle, allerdings mehr im Vorfeld, und zwar dann, wenn es darum geht, dem winterfahlen Teint einen Frischekick zu verpassen.

Der neueste Trend sind Masken aus Stoff, die man sich aufs Gesicht legt oder, anders ausgedrückt, ins Gesicht klebt. Das geht, weil sie fast alle mit Wirkstoffen getränkt sind. "Der Effekt entsteht, weil sich die Haut unter der Vliesmaske leicht erwärmt, dann aufquillt und die Wirkstoffe leichter in die Haut transportiert", versucht Markus Dawid, Hautarzt in Wien, einen Trend zu erklären. "Quellen und Aufplustern" sei das kosmetische Wirkprinzip, sagt Dawid, ob es tatsächlich immer erreicht wird, lässt er offen. Für alle, die es noch nie ausprobiert haben, hier eine kurze Einführung. Die Masken - je nach Produkt fürs ganze Gesicht oder nur für Mund- oder Augenpartie - sehen aus wie Schnittmuster für Bankräubermützen: Also Sehschlitze, eine Mundöffnung, und auch für die Nase wurde mit fachgerechten Schnitten Platz geschaffen. Meist sind die in erlesenem Wirkstoff getränkten Masken kunstvoll gefaltet und in Briefchen verpackt. Ungewohnt ist es allemal, sich die nassen Tücher ins Gesicht zu klatschen und dort festzukleben. Es erfordert erstens Aufgeschlossenheit und zweitens Übung.

Lach- oder Weinkrämpfe

Ganz wichtig: Wer Vliesmasken auflegt, sollte besser alleine sein. Denn der Anblick - irgendwie tragisch wie einst das berühmte Bild von Hildegard Knef nach ihrer ersten Schönheitsoperation - löst meistens ein "Um Gottes willen, was ist passiert?" beim unbedarften Betrachter aus. Kinder reagieren, laut Erfahrungsberichten, angesichts der Stofffetzen im Gesicht entweder mit Lach- oder Weinkrämpfen - das hängt vom Alter der Sprösslinge ab. Der Rat einer regelmäßigen Anwenderin: "Ich mache Masken immer nur, wenn ich alleine bin. Am liebsten kurz vor halb acht, dann schaue ich mir die Nachrichten liegend an, und danach ist es fertig." Die meisten Masken bleiben nicht länger als 15 Minuten auf der Haut.

Gibt es also einen Unterschied zwischen herkömmlichen Masken, die man sich als Creme oder Gel aufs Gesicht schmiert? Ja. Vliesmasken sind spektakulärer. Abgesehen davon ist das Ziel beider Anwendungen gleich. "Wer sie regelmäßig über einen längeren Zeitraum anwendet, tut der Haut Gutes", sagt Dawid. Allerdings: "Auch Masken müssen auf den Hauttyp abgestimmt sein", sagt der Hautarzt und empfiehlt bei öliger Haut eher Gelmasken statt reiner Feuchtigkeit.

Einen kleinen Nachteil kann es mit Vliesmasken allerdings schon geben: Man vergisst bei der Ballvorbereitung das Dekolleté, das in den Maskenschnittmustern der Kosmetikhersteller bislang nicht bedacht wurde. In diesem Fall gilt es, eine der herkömmlichen Produkte in Gel- oder Cremeform zusätzlich anzuwenden. Old-fashioned, aber gut. (Karin Pollack/Der Standard/rondo/01/02/2008)

Zur Ansichtssache: Maskenball
  • Der neueste Trend sind Masken aus Stoff, die man sich aufs Gesicht legt oder, anders ausgedrückt, ins Gesicht klebt.
    foto: hersteller

    Der neueste Trend sind Masken aus Stoff, die man sich aufs Gesicht legt oder, anders ausgedrückt, ins Gesicht klebt.

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