"Brainball" statt Fußball: Innovative Interfaces im net.culture.space

7. Februar 2008, 14:17
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Achte Schau in der Wiener Dependance des Linzer Computerkunstfestivals Ars Electronica

Dass man sich manchmal noch so sehr anstrengen kann und trotzdem nicht gewinnt, das schwant wohl jedem österreichischen Fußballfan vor der EURO 2008. In einer Sportart, die vielleicht für viele angenehmere Anforderungen hat, kann man sich ab heute, Mittwoch, in der Ausstellung "E-Motion" in der Wiener Ars Electronica-Dependance net.culture.space versuchen: Bei "Brain Ball" gewinnt der, der am entspanntesten ist, also die am wenigsten aktiven Gehirnströme aufweist - eine "mentale Vorbereitung, um den Stress der Fanmeile möglichst gut zu überstehen", wie Ars Electronica-Leiter Gerfried Stocker am Dienstagabend bei der Eröffnung sagte.

"E-Motion"

Die Ausstellung "E-Motion" (bis 11. März) spielt nicht nur im Titel ironisch mit den "i" und "E", die vor Produktnamen und Initiativen ("E-Learning") gestellt die Ahnung von Vernetzung, Technologie und Coolheit bringen. In der Schau sind exemplarische, bereits vom Festival in Linz bekannte Kunst-Arbeiten zu sehen, die sich mit einem entscheidenden Problem der technologischen Entwicklung beschäftigen: Mit der Schnittstelle zwischen Mensch und Computer. Es gehe heutzutage bei der Entwicklung von Computern, Handys, MP3-Playern und anderen elektronischen Gustostücken nicht mehr so sehr um die Erhöhung von Geschwindigkeit oder Speicherkapazität, so Stocker. Die entscheidende Frage sei vielmehr, "wie wir all diese Informationen filtern und interpretieren" können, die jedes kleine Gerät schon in sich trägt oder die in der ausufernden Onlinewelt abrufbar wären - wenn man schnell zu ihnen finden würde. Und da sei das Interface entscheidend.

Mensch und Computer

Die Objekte der mittlerweile achten Ausstellung im net.culture.space studieren neue Arten, wie Mensch und Computer kommunizieren können. Seien es die Stirnbänder, die bei "Brainball" Gehirnaktivität messen, oder ein reguläres elektronisches Schlagzeug, das bei "Spacequatica" jedoch anders als sonst verwendet wird: Trommelt man darauf herum, geben auf einem Bildschirm herumschwimmende Computerfische verschiedene Töne von sich. "Colors" hingegen verwendet Blogs als Schnittstelle zu den Emotionen der Internetuser: Eine spezielle Software durchkämmt die online gestellten Texte nach Wörtern, die Gefühle ausdrücken, und stellt je nach dem, ob diese traurig oder heiter sind, verschieden gefärbte Männchen auf eine Weltkugel. So ergibt sich ein Globus der Online-Gefühle.(APA)

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