UBS tiefrot

11. Februar 2008, 14:56
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Die von der US-Hypothekenkrise gebeutelte größte Schweizer Bank kündigte einen Reinverlust von 2,7 Milliarden Euro an

Zürich - Neue Hiobsbotschaft von der UBS: Die von der US-Hypothekenkrise gebeutelte größte Schweizer Bank kündigte am Mittwoch einen Reinverlust von rund 4,4 Mrd. Franken (2,72 Mrd. Euro) für das letzte Jahr an. Ohne die geplante Kapitalspritze aus Singapur und dem Nahen Osten würde damit auch die Eigenmitteldecke knapp.

Am vergangenen 10. Dezember hatte die UBS bei der Bekanntgabe von weiteren Abschreibungen im Umfang von zehn Mrd. Dollar (6,77 Mrd. Euro) auf den gefährdeten Subprime-Positionen das Szenario eines Verlusts für das ganze Jahr noch als Möglichkeit bezeichnet. Nun gab die Bank bekannt, dass das Debakel im vierten Quartal 2007 voraussichtlich zu einem Verlust von 12,5 Mrd. Franken geführt hat. Für das ganze Jahr 2007 rechnet die UBS deshalb mit einem den Aktionären zurechenbaren Reinverlust von rund 4,4 Mrd. Franken.

Gründe dafür seien die schwachen Handelserträge im Bereich Fixed Income, Currencies and Commodities (FICC) innerhalb der Investmentbank. Das FICC-Ergebnis beinhaltet Verluste von voraussichtlich zwölf Mrd. Dollar auf US-Subprime-Positionen sowie rund zwei Mrd. Dollar auf anderen Beständen, die mit dem US-Wohnimmobilienmarkt in Verbindung stehen. Genaue Zahlen will die UBS am kommenden 14. Februar liefern.

Ohne die geplante Kapitalspritze von rund acht Mrd. Euro vom Staatsfonds GIC aus Singapur und von einem unbekannten Investor aus dem Nahen Osten würde auch die Eigenkapitaldecke der UBS ziemlich dünn, wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht. Die Kernkapitalquote liegt per Ende 2007 noch bei 8,8 Prozent, verglichen mit einer Mindestanforderung von acht Prozent. Dies unter Berücksichtigung der geplanten Aktiendividende anstelle einer Bardividende, der Umwidmung eigener Aktien aus Treasury-Beständen zum Verkauf sowie der Verringerung von risikogewichteten Aktien, die im vierten Quartal zum Teil zu Verkaufsverlusten führte.

Ende September hatte die UBS noch eine Kernkapitalquote von 10,6 Prozent ausgewiesen. Am 10. Dezember hatte die Bank erklärt, mit den geplanten Maßnahmen zur Stärkung der Kapitalbasis wolle man eine Quote von über zwölf Prozent erreichen. Die Kapitalerhöhung in Form einer Pflichtwandelanleihe muss am kommenden 27. Februar von einer außerordentlichen Generalversammlung genehmigt werden. (APA/AP)

  • Ohne die geplante Kapitalspritze aus Singapur und dem Nahen Osten würde für die Schweizer Traditionsbank damit auch die Eigenmitteldecke knapp.
    foto: keystone/schmidt

    Ohne die geplante Kapitalspritze aus Singapur und dem Nahen Osten würde für die Schweizer Traditionsbank damit auch die Eigenmitteldecke knapp.

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