Die Society checken

29. Februar 2008, 21:00
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Bislang war Puls 4 bestenfalls Quatsch-TV - weil dauernd gequatscht wird und wegen des gezeigten Quatsches ...

Mitleid und Fernsehen, das geht schwer zusammen. Einmal schon, weil man ja als trotz des Fernsehens aufrechter Bürger dafür zahlen muss. Schon die Zwangsgebühr zur Zwangsbeglückung verhindert also, dass man für Fernsehverantwortliche Mitleid empfindet. Ein Gefühlsdefizit, das mit den Jahren immer stärker wird.

Am Montag ist nun Puls 4 landesweit auf Sendung gegangen. Damit hat sich obige Einschätzung nicht verändert. Eher hat sich die Zumutbarkeitsgrenze wieder etwas weiter zu Ungunsten der Seherseite verschoben. Man fragte sich nach dem ersten Reinschauen, ob die Verantwortlichen dahinter wirklich glauben, dass sie das längerfristig "derheben" - wie es landläufig so schön heißt.

Nicht, dass das bisher gezeigte besonders inhaltsschwer wäre, es wurde höchsten Luft erhitzt, und die wird bei diesem Vorgang ja nur noch leichter. Bislang war Puls 4 bestenfalls Quatsch-TV - weil dauernd gequatscht wird und wegen des gezeigten Quatsches.

Das fällt im Fasching zwar im Vergleich zu anderen, deutschen oder auch heimischen privaten und öffentlichen ("Lei! Lei!") nicht gar so arg aus dem Rahmen. Aber außer inhaltsdünnem Kaffeehausblabla von Moderatorenpärchen, die schon beim unfreiwillig legendären Morgenfernsehen des Vorgängers Puls TV nicht auszuhalten waren, wurde nicht viel geboten.

Auch nicht verwunderlich. Immerhin ging es schon am ersten Abend weitgehend um die "Society", um urwichtige "Events", die Puls 4 unbedingt "checken" müsse, und deckte damit wenig mehr ab als den Wortschatz eines Türstehers vor einer Prolo-Disco. Gar nicht "urleiwand". (flu/DER STANDARD; Printausgabe, 30.1.2008)

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    foto: puls
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