Wiener "Speckgürtel" zieht nordwärts

29. Jänner 2008, 14:04
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Weil im Süden das Angebot an passenden Objekten ausdünnt, werden sich viele Wiener künftig im Norden der Hauptstadt ansiedeln, sagt eine neue Studie

Wien - Der Zuzug in die südlich von Wien gelegenen Bezirke wird in Zukunft stagnieren, weil das Angebot an passenden Objekten gering ist. Der sogenannte "Speckgürtel" rund um Wien verschiebt sich deshalb immer mehr nach Norden, besagt eine neue Studie der Raiffeisen Immobilienvermittlung.

Die am Dienstag präsentierte Analyse nimmt vor allem niederösterreichische Gemeinden ins Visier. Verglichen werden Quadratmeterpreise von Einfamilienhäusern und unbebauten Grundstücken. Das teuerste niederösterreichische Pflaster ist demnach Klosterneuburg mit einem tatsächlichen Quadratmeterpreis von aktuell 2.000 bis 2.500 Euro (Einfamilienhaus). Mehr als billig sind dagegen Einfamilienhäuser im Waldviertel. Wer sich in Gmünd ansiedeln möchte, muss mit nur 450 bis 550 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Objekte in Gmünd und Zwettl verlieren an Wert

Das Immobilienunternehmen versucht in der Studie auch, die langfristige Wertentwicklung der Realitäten einzuschätzen. Demnach wird der (inflationsbereinigte) Wert der Liegenschaften in den nächsten 20 Jahren in der Regel zwischen 10 und 40 Prozent steigen. Negative Ausnahmen sind Gmünd und Zwettl/Stadt, die bis 2028 sogar um real 5 beziehungsweise 3 Prozent an Wert verlieren sollen. Weder an Wert gewinnen noch verlieren dürften Immobilien diesen Einschätzungen zufolge in Gänserndorf, Horn, Lilienfeld, Scheibbs, Waidhofen/Thaya, Wiener Neustadt (Land) und Zwettl (Land).

Reale Wertsteigerungen zwischen 30 und 40 Prozent werden dagegen für Klosterneuburg, Korneuburg, und Tulln vorausgesagt. In dem Maß, in dem längere Fahrzeiten in Kauf genommen, können auch von der Westautobahn leicht erreichbare Orte wie Neulengbach und Laaben größere Wertsteigerungen erwarten, sagte der Geschäftsführer der Raiffeisen Immobilien Vermittlung, Peter Weinberger. (APA)

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