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Einzeln sitzen sie vor ihrem Computer und spielen Online-Kriegsspiele, in denen sie gegen Neonazis vorgehen - ihre Waffen sind Worte im Voice- oder im In-Game-Chat, Beschwerden bei Admins (Administratoren) sowie die spielerische Vorführung der Gegner.
"Man kann während des Online-Gamings untereinander chatten, und viele missbrauchen das", erklärt Michael*, Gründer der Organisation Antifa-Gaming. Denn Neonazis haben registriert, wie sie das Internet als perfekte Plattform für die Verbreitung ihrer Ideologien nutzen können. Antifa-Gaming spricht von einer Zunahme an politischen Aktivitäten vonseiten rechtsextremer Online-Spieler.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde 2006 die Organisation Antifa-Gaming gegründet. Ausschlaggebend war aber auch eine Gewalttat in Deutschland von einer Onlinespielegruppierung, eines sogenannten Clans, gegen einen alternativen Jugendlichen eines anderen Clans. Die Folgen der Auseinandersetzung in der realen Welt waren für diesen Jugendlichen Platzwunden und ein eingeritztes Hakenkreuz auf seiner Brust.
Es bildete sich eine Online-Community heraus, die sich entschied, gegen rechtsextremes Gedankengut online vorzugehen, heute zählt Antifa-Gaming über 360 Mitglieder. Die Organisation bietet zusätzlich eine Plattform für den Austausch in Foren. Im vergangenen Monat verzeichnete die Homepage beinahe 12.000 Besucher.
Michael weiß zu berichten, dass in der rechten Szene verstärkt Egoshooter vorkommen. Diese aus der Ich-Perspektive gespielten Spiele ermöglichen dem Gamer, sich noch mehr in seine virtuelle Persönlichkeit hineinzuversetzen. Als Beispiele nennt Michael die Spiele "Call of Duty" und "Day of Defeat".
Beide spielen im Zweiten Weltkrieg und bei beiden hat man die Möglichkeit, entweder auf der Seite der Alliierten oder der Achsenmächte zu spielen. "Die Geschichte beinahe selber mitzuerleben und zu beeinflussen ist für viele faszinierend", erklärt Michael. So mancher lebt in der Wunschvorstellung, Nazi-Deutschland zum Sieg zu führen. Experten warnen aber davor, jegliche Games, in denen man Nazi sein "darf", als bedenklich einzustufen.
Auch die Antifa-Gaming-Mitglieder spielen beizeiten aufseiten der Achsenmächte. Wenn mehrere Spieler gleichzeitig dasselbe Game spielen, genannt Multiplayer-Modus, muss es verschiedene Parteien geben. Bei Zweite-Weltkriegs-Spielen treffen die Alliierten auf die Achsenmächte. Es gilt dann eine Seite zu wählen, was oft von der Balance der Teams oder der Waffengattung abhängt. Diese Rahmenhandlungen sind für viele Spieler sekundär. Während in den Kaufversionen auf Hakenkreuze auf Flugzeugen und Uniformen verzichtet wird, gibt es jedoch für fast jedes Spiel im Internet kostenlose Patches oder Mods, Programme, mit denen etwa Hakenkreuze auf Uniformen sichtbar werden. Manche Spieler versprechen sich dadurch bloß mehr historische Authentizität.
Mehr als Provokation
"Entweder wird über Nazis, Ausländer oder zu junge Spieler abgelästert - das gibt es in Foren immer", beschreibt Claudia Rieder ihre Erfahrungen. Die 20-Jährige spielt seit langem Online-Games und ist auch selbst ein Clan-Mitglied.
Werden faschistische Äußerungen während des Spiels bemerkt, können sich die Spieler in der Regel an die zuständigen Admins wenden. Diese sind berechtigt, Teilnehmer zu blockieren (bannen). Der Admin setzt dafür den Verdächtigen auf die Bannliste, die auf den Servern gespeichert ist. Steht man auf der Liste, wird man daran gehindert mitzuspielen.
Viele Spieler versuchen sich durch Änderung des Usernamens wieder in das Spiel einzuklinken, jedoch "hat jeder User eine Identifikationsnummer (IP), die gespeichert ist und über die das Spiel läuft", erklärt Michael.
"Solche Leute wollen provozieren, aber es kommt öfters vor, dass sie versuchen, andere in ihren Clan zu bringen", warnt Michael. Deshalb will Antifa-Gaming eine Austauschplattform bieten und zeigen, dass es im Netz genug Menschen gibt, "die aktiv etwas gegen faschistisches, antihumanes Gedankengut machen".
Die Reaktionen auf die Organisation in der Spielerwelt fallen unterschiedlich aus. Es gibt viele Befürworter, aber andererseits auch solche, die meinen, dass Gaming nicht politisch sein sollte. Sie wollen in der virtuellen Kriegswelt keine Politik vorfinden.
"Der Kampf gegen Faschisten ist immer politisch, aber wir versuchen nicht von vornherein das Thema Politik anzusprechen. Ein Spiel ist ein Spiel, kein Propagandabereich", erklärt Michael. Etwas, dem Rieder zustimmt. "Ich spiele nur zum Spaß und weil es ein bisschen süchtig macht." (Ana Marija Cvitic, Petra Polak/DER STANDARD Printausgabe, 29. Jänner 2008)
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Anitfa-Gaming
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wie schon oben beschrieben, wenn man ein spiel dieser art spielt (und gut dabei sein will) kommts nicht drauf an ob man axis oder allies spielt sondern ob man die thompson in der hand hat oder die luger. und das hat nur insofern relevanz als dass alle waffen unterschiedliche eigenschaften haben.
da könnte man genauso quake spielen und sagen, alle blauen manderln sind inkarnationen der effen und somit nicht spielbar.
es is nur für armutschkerln wichtig, wie die uniform aussieht...
ganz ehrlich, ich bin absolut ein antifaschist aber mir isses in einem spiel echt egal welche seite ich spiele, das is eben der unterschied zwischen spiel und realität. wenn du nur us soldaten spielst in einem pc spiel! dann siehst du darin auch mehr als ein spiel...
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