"Second Life": Bestaunt und bejubelt, dann verrissen und vergessen

Redaktion, 15. Juni 2008 12:25
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Vor einem Jahr begann Hype um die virtuelle Welt - Gründer: "Wir sind immer noch am Anfang"

Erst bestaunt und bejubelt, dann verrissen und vergessen: "Second Life" hat eine erstaunliche Medienkarriere hinter sich. Vor einem Jahr erreichte der Hype um die virtuelle Welt seinen Höhepunkt. Heute ist klar: Das "zweite Leben" ist noch nicht das Pixelparadies, bietet aber einen Ausblick darauf, wie das Internet in einigen Jahren aussehen könnte.

Avatar

"Second Life" ist eine dreidimensionale Welt - bunt, detailgetreu und von den Nutzern selbst gestaltet. Um mit dem eigenen Doppelgänger (Avatar) dabei zu sein, braucht man nicht mehr als einen schnellen Internetanschluss, einen guten Computer und die kostenlose Software. Wer Grundstücke oder Kleidung kaufen will, muss allerdings echtes Geld gegen virtuelle Linden-Dollar tauschen.

Fast täglich erschienen Berichte

Seit Juni 2003 online, rückte die Plattform Anfang 2007 in den Blickpunkt einer breiten Öffentlichkeit. Fast täglich erschienen Berichte: über die erste virtuelle Stadt und das erste virtuelle Konzert, über die erste Zeitung und das erste Unternehmen in der 3D-Welt, über Rollenspiele und Cybersex. Befeuert vom Medienhype schoss die Nutzerzahl in die Höhe: von einer Million im November 2006 auf mehr als fünf Millionen im Juni 2007.

Doch die mediale Begeisterung kühlte sich ab. Zum einen meldeten sich viele Neugierige an, nutzten ihren Avatar aber nie wieder. Dazu trugen nicht zuletzt häufige Programmabstürze und die ruckelige Grafik bei. Zum anderen wurde klar, dass sich die Parallelwelt mit realen Problemen plagen musste. Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelte etwa wegen der Verbreitung von Kinderpornografie, Firmen verklagten Nutzer wegen Fälschungen von Markenprodukten.

"Wir sind immer noch am Anfang."

Es ist mittlerweile stiller geworden um die 3D-Welt. Doch Philip Rosedale, Gründer der Betreiberfirma Linden Lab aus San Francisco, ist überzeugt: "Wir sind immer noch am Anfang." Er weiß um technische Probleme, weist aber darauf hin, dass die Entwicklung der virtuellen Umgebung sehr komplex sei. Noch im ersten Halbjahr 2008 werde man die Zahl der Abstürze deutlich senken und die Grafik-Software verbessern. Fachleute bestätigen, dass die Software zuverlässiger geworden ist.

Mittlerweile sind 11,7 Millionen Menschen registriert, mehr als 500.000 davon melden sich nach Betreiberangaben pro Monat tatsächlich an und verbringen durchschnittlich 29 Stunden online. Damit ist "Second Life" nicht entvölkert, aber auch längst nicht so groß wie etwa die sozialen Netzwerke StudiVZ und Facebook mit Millionen aktiver Nutzer. Immerhin: Betreiber Linden Lab arbeitet nach eigenen Angaben mit seinen 250 Beschäftigten profitabel.

Mehr als ein Spiel

Für viele ist die Plattform längst mehr als ein Spiel - Universitäten und Unternehmen, Künstler und Kreative haben sie entdeckt. Christoph Lattemann von der Universität Potsdam lädt beispielsweise ein zum Online-Seminar "E-Commerce in virtuellen Welten" - E-Learning an der Hochschule. Die Avatare der Studenten sitzen auf einer Treppe, während zwei Kommilitonen eine Präsentation halten. Danach wird diskutiert, dank Sprachfunktion der Software in Echtzeit. "Bei den Studenten kommt die Veranstaltung gut an", sagt der Dozent.

"Im Moment sind wir in einem Experimentierstadium"

Zahlreiche Unternehmen und Organisationen nutzen die Plattform fürs Marketing - Geld verdienen sie damit aber nicht. "Im Moment sind wir in einem Experimentierstadium", sagt Manfred Heinze, dessen Agentur TextLab PR-Konzepte für "Second Life" entwickelt und die größte deutsche Kolonie "Apfelland" mitträgt. Die bisherigen Aktivitäten seien trotzdem keine Geldverschwendung, sondern wichtige Erfahrungen. Denn 3D-Welten böten im Vergleich zum Internet echten Zusatznutzen: "Wer sich für ein Auto interessiert, setzt sich rein und guckt, wie das Armaturenbrett aussieht", nennt er ein Beispiel.

Das Internet wird mehr und mehr zu einer virtuellen Welt, da sind sich die Experten sicher. "Es kann sein, dass die Plattform 'Second Life' irgendwann tot ist - die Idee dahinter wird sich durchsetzen", ist Lattemann überzeugt.(APA/dpa)

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Posting 1 bis 25 von 83
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joe user
30.01.2008 17:18

Second Life wurde einzig von den Medien ghypet.
Der Normalo-Gamer hat doch immer einen riesen Bogen darum gemacht.
Aber wer sich mit pädophilen Bildchentauscher, sozial Verwahrlosten ect treffen will der geht doch gerne dahin..

Für mich immernoch unverständlich, wie viele seriöse Medien sich überhaupt mit dem Thema annehmen konnten und sogar Tagebücher (!), wie etwa spon.de, oder ganze Rubriken darüber gemacht haben

Gilgamesh
31.01.2008 11:44

Eine Plattform für Looser und Geschäftemacher, mehr war es nicht....

Wer immer mit der realen Welt nicht zurecht kam, verkroch sich dort und die Firmen beuteden die Leute auch im virtuellen Leben aus...
Bzw. ein paar haben dort auch als Privatperson abgesahnt....

Gratulation.....
Da spiele ich lieber einen Egoshooter, da weiß ich eindeutig, dass das nicht real ist....


Meridian
31.01.2008 14:40

egoshooter: Wer immer mit der realen Welt nicht zurecht kam, verkroch sich dort. die eigene aggression wird dort noch verstärkt und endet nicht selten im amoklauf.

shooter sind eine platform für looser und gewaltbereite asoziale.

(vorsicht ironie)

Meridian
30.01.2008 14:09

an alle nörgler:

bei sl ists wie im richtigen leben. den sinn muß man sich selbst suchen.
einfach rumzulaufen und ein wenig zu chatten ist eben nicht sehr kreativ. dass dass keinen spaß macht, verstehe ich. :D

Gilgamesh
31.01.2008 11:47

An sie...

Versuchen sie es mal im realen Leben.... ;)

Dort flirten sie dann auch sicher mit einer Frau, wenn es nach einer Frau aussieht.... ;)

SL ist ein Habitat für Leute, die kein eigenees Leben haben.
Welchen Sinn soll es machen ein zweites Leben virtuell zu führen, wenn man offenbar sein reales nciht führt??

Meridian
31.01.2008 14:30

wieso sollte ich kein reales leben haben ?
wieso sollte ich eine sl-freundin haben ?

hier sind nur vorurteile zu lesen.

ich verbessere meine programmierkenntnisse, bildbearbeitung, merketing, kundenservice, englisch.
ich verdiene relaes geld mit learning by doing.

ists sinnvoller dinosaurier zu töten und häute zu verkaufen ? (w.o.w. etc)

für mich ists ein spiel mit mehrwert. die meisten elute brauchen eben vorgefertigte pfade wie in den meisetn mmorpgs. meiens erachtens haben sich alle nörgler wenig bis gar nicht mit dem client beschäftigt und lassen nichts als unsinn los.

Gilgamesh
06.02.2008 10:00

Und ich glaube ihnen sogar, dass sie mehr entdeckt haben in dieser Simulation...

Damit sind sie aber in der Minderheit, für das Gros ist es eine Flucht in ein Leben, wo Man den großen Checker spielen kann... ;)

Andreas Schmidt
30.01.2008 11:11
Der Wappler läßt grüßen

Gibt es dort eine Nina?

Timagoras
 
29.01.2008 23:53
"ist eine dreidimensionale Welt - bunt, detailgetreu und von den Nutzern selbst gestaltet"


also das "detailgetreu" nehmen wir bitte GANZ schnell zurück!

ich bin da zwei-dreimal herumspaziert (und herumgeflogen) und hab mich sehr schnell SEHR gelangweilt.
am lustigsten fand ich clubs und discos.
da schlenkerten und shakten die leute in vorgegebenen bewegungsabläufen (mittels drücken der F8- bis F12-tasten) auf dem dancefloor und äußerten sich dazu etwa so:
"total abgefahren hier!"
"yeah!"
"voll cool"
"yeah!"
...


und der sex war auch etwas blutleer .....

Jo eh, aber...
30.01.2008 08:04
"und der sex war auch etwas blutleer ..... "

Wieso, gibt's noch kein Viagra in SL? Wäre das evtl. noch eine Marktlücke?

1000 Kopfläuse können nicht irren
30.01.2008 08:43
Cybersex, oder...

... Second Wife im Second Life!
*g*

Erwin Brandstetter
29.01.2008 23:53

Es war all zu offensichtlich ein substanzloser Hype.

xEurocent
29.01.2008 21:00

Ich glaub Second Life haben ohnehin nur Journalisten gespielt, die darüber berichteten und es ausprobieren wollten. Ein einziger Medienhype.

Meridian
29.01.2008 22:02

glauben ist nicht wissen.

Fea nor
29.01.2008 18:21

second what ?!

Der Unkurze
29.01.2008 18:58

ist der vierte teil von half life *g*

Ryan Stecken
 
29.01.2008 20:24
hrhrh...

ich hänge "Level 26" im Real Life, hat jemand einen Cheat? ;-)

Mr. Bubbles
 
30.01.2008 01:30

naja "cheat" dazu zu sagen wäre zuviel aber lottospielen hilft einigen (wenn auch nur wenigen). andere waren mit der tätigkeit "bankraub" erfolgreich, die meisten allerdings nicht.
was in summe aber eh wurscht ist - für level 27 bekommt man nur das "nicht gearbeitet, nur studiert" achivement für lausige 20g.

für das "nobelpreis" achivement für 100g wirds dann auch noch kaum mehr reichen.
durchschnittsspieler kommen über 480 gamerscore leider kaum hinaus...

Erwin Brandstetter
29.01.2008 23:52

In "Real Life" kriegt man Bonuspunkte für Online-Zeit.

Gernot H
29.01.2008 22:21
Alt-F4!

flonks
29.01.2008 21:13

Jerôme Kerviel hatte n'nen Cheat der hat eine Zeitlang gut funktioniert ...

Der Unkurze
29.01.2008 20:25

ohje den 2ten teil hab i leida ned... versuch mal zu googlen ;)

marty fink
29.01.2008 19:48
:-)

Artischocke
 
29.01.2008 17:04
Habe Second Life irgendwie nie verstanden

Was ist das eigentlich, ein Spiel? Eher nicht, höchstens ein grafischer Chat. Und da soll ich mit echtem Geld für Klamotten u.ä. bezahlen nur um damit rumzulaufen und "gut" auszusehen? Ich verstehe es nicht...

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