Zuerst einmal sich selbst überwachen

30. Jänner 2008, 15:15
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Konferenz des Außenministeriums zu Frauen, Medien und Nahost

Wien - Woran es vielen Konferenzen mangelt, ist das "Follow-up": Zu einer der Schienen der großen Wiener Frauen-Nahost-Tagung im Mai 2007 gibt es deshalb derzeit eine Nachfolgeveranstaltung. Das Außenministerium hat etwa zwanzig Medienfrauen aus Ländern des Nahen Ostens zu einem zweitägigen Medientraining nach Wien eingeladen. Das Thema ist Medien-Monitoring und behandelt natürlich die Idee, Instrumente nicht zur Überwachung des "anderen", sondern zur Kontrolle der eigenen Medien zu offerieren und zu erarbeiten. Bei diesem Teilnehmerkreis geht es dabei primär um die Berichterstattung über den Nahostkonflikt

Gender, Frauenermächtigung, Konfliktlösung, Medien: diese Beziehung versucht Sabine Kroissenbrunner, Leiterin einer im Außenministerium eingerichteten "Taskforce" für das weite Feld des Dialogs, herzustellen. Vorgestellt wurde zu Beginn der Tagung ein Projekt "Who makes the news?" - nicht nur der Ergebnisse wegen, sondern auch als methodologisches Beispiel. Dabei wurden am 16. Februar 2005 Medien auf der ganzen Welt einen Tag lang beobachtet und ausgewertet.

Das ernüchternde Resultat aus der Gender-Perspektive: Frauen kommen in Nachrichten wenig vor und komplett anders als in der realen Gesellschaft. Dem kürzlich im Standard-Album aufgestellten Befund, dass alte Frauen quasi "unsichtbar" sind, bestätigt die Studie voll.

Der Schatten der Nahostaktualität zog auch über die Tagung: Am ersten Tag warteten die Teilnehmer vergeblich auf Taghreed El-Khodary, Gaza-Reporterin für die New York Times, die auch hin und wieder im Standard schreibt. Der Weg über Israel war ihr verwehrt, ob sie es über Ägypten schaffen würde, fraglich. (guha/DER STANDARD, Printausgabe, 29.1.2008)

  • Saß in Gaza fest: Reporterin Taghreed El-Khodary.
    foto: privat

    Saß in Gaza fest: Reporterin Taghreed El-Khodary.

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