"2046": Ein Anlass, sich ins Kino zu verlieben

29. Jänner 2008, 18:55
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Der Film galt als das große Herzensprojekt von Meisterregisseur Wong Kar-wei, Dienstag, 22.50 Uhr, RBB

Der Film galt als das große Herzensprojekt von Meisterregisseur Wong Kar-wei ("In The Mood For Love"), an dem dieser verhältnismäßig lange arbeitete – nach außen drangen immer wieder Gerüchte, das Projekt werde gar ganz abgeblasen. Dann die mit allzu großer Spannung erwartete Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Cannes 2004: eine große Enttäuschung. Die akribisch gestalteten Breitbilder hinterließen wenig Anteilnahme, die Rede war von einem Scheitern des Regisseurs ob seines "Übermaßes an Ambition und Perfektionismus".

Ganz anders die Reaktionen, als 2046 ein Jahr später in fertiggestellter Fassung in den Kinos anlief. "Eigentlich müsste man Wong Kar-wei heuer in Cannes noch eine Ehren-Palme verleihen: So sehr lässt die nun vorliegende Version dieses elegischen Film-Gedichts nahezu alles weit hinter sich, was in den vergangenen Jahren im Kino auch nur irgendwie als preiswürdig erachtet wurde", schrieb STANDARD-Filmkritiker Claus Philipp damals. Und: "Ein schönerer Anlass, sich ins Kino zu verlieben, ist schwer denkbar."

Das Film-Gedicht handelt von Erinnerungsfetzen inniger Liebesbeziehungen: Der Schundroman-Autor Chow (Tony Leung Chiu-wai) arbeitet in einem Hotelzimmer an einem Zukunftsroman über sein Liebesleben. Immer wieder verfolgt ihn die Romanze, die er mit der schönen Hure Bai Ling (Zhang Ziya) hatte. (red/DER STANDARD; Printausgabe, 29.1.2008)

"2046", Dienstag, 22.50 Uhr, RBB
  • Bai Ling (Ziyi Zhang) ist die Frau, die die Nummer eines Hotelzimmers mit einer Jahreszahl verbindet: "2046"
    foto: polyfilm

    Bai Ling (Ziyi Zhang) ist die Frau, die die Nummer eines Hotelzimmers mit einer Jahreszahl verbindet: "2046"

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