"Yoko Ono Talking"

3. Februar 2008, 19:45
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Ein Buch zum 75. Geburtstag der "berühmtesten unbekannten Künstlerin der Welt": Aussagen von und über die Künstlerin und Witwe von John Lennon

Wien - "Sie ist die berühmteste unbekannte Künstlerin der Welt: Jeder kennt ihren Namen, aber niemand weiß, was sie macht." Mit diesem Zitat von John Lennon beginnt das Buch "Yoko Ono Talking", das am 1. Februar bei Schwarzkopf & Schwarzkopf erscheint. Anlässlich des 75. Geburtstags der Witwe des Beatles (18. Februar) kommt eine Anzahl diverser Persönlichkeiten, aber vor allem Ono selbst zu Wort. "Musste die Welt erst John verlieren, damit die Leute ihre Meinung über mich ändern?", fragte sie 1981.

"Ich merkte, dass ich in jedem Medium eine Außenseiterin war. Ich dachte, dass es Leute geben könnte, die mehr brauchten als nur Malerei, Poesie und Musik - etwas, das ich als 'zusätzliche Darbietung' bezeichnete", wird Yoko Ono zitiert. Über ihre Begegnung mit dem damaligen Beatle sagte sie 2001: "Ich wusste nicht, was ich mit meinen Gefühlen für ihn anfangen sollte. Er war sehr sexy. Bei diesem ersten Treffen zeigte er, dass er Sinn für Humor hatte, und er zeigte sehr komplexe Seiten seiner Persönlichkeit."

John Lennon meinte 1980 über die Beziehung zu Ono: "Ich erkannte damals, dass es eine Person gab, die genauso bescheuert war wie ich, eine Frau, die verrückte Töne erzeugen konnte und sich genauso für Musik begeisterte, zu der man nicht tanzen konnte, Musik, die ... die man Avantgarde nennt." 1969 hatte er verkündet: "Ich erlebe meine fröhlichsten Momente, seit ich Yoko kenne." Ringo Starr war 1968 dagegen wenig begeistert von der neuen Frau an der Seite seines Bandkollegen: "John war immer ein Freak. Jetzt, da er Yoko geheiratet hat, sieht man es noch deutlicher."

"Yoko Ono Talking" bietet aus dem Zusammenhang gerissene Wortmeldungen (mit Jahresangaben, aber ohne Quellen) über Drogen, die Trennung der Beatles, über Bed-Ins und über die Arbeit an Platten, über private Probleme und schöne Stunden sowie politische Ansichten. Einen zentralen Punkt nimmt die Ermordung Lennons am 8. Dezember 1980 ein. "Ich war deprimiert. Ich verbrachte viel Zeit im Bett. Ich machte gerade das, was getan werden musste. (...)", berichtete sie 2003. Drei Jahre davor: "(...) Ich glaube ich mache das, was die meisten Witwen machen. Sie sagen: 'Ich wünschte, er wäre hier.' Niemand plant es, Witwe zu sein. Es ist schwierig." (APA)

Nick Johnstone, "Yoko Ono Talking", Schwarzkopf & Schwarzkopf Berlin, 250 Seiten
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    cover: schwarzkopf & schwarzkopf
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