
Der Großindustrielle Peter Haselsteiner will hohe Einkommen stärker besteuern
Haselsteiner, früher Abgeordneter für das „Liberale Forum“ (das zur Gründung vor 15 Jahren Lebenszeichen von sich gibt), verblüffte mit Aussagen wie: „Bei Spitzensteuersatz soll man nicht bei 50 Prozent aufhören. Für absurd hohe Gehälter so um die fünf Millionen Euro gehören 70, 80 Prozent Spitzensteuersatz! Das ist ganz entscheidend für das Thema soziale Gerechtigkeit, wenn ich mir ansehe, dass meine Arbeiter 1400 netto kriegen und ein Porsche-Manager 60 Millionen Euro.“
Unter heftigem Applaus der etwa 200 liberalen Menschen, die auf Einladung von Heide Schmidts „Institut für eine offene Gesellschaft“ gekommen waren, fuhr Haselsteiner fort: Auch Aktienoptionen in Millionenhöhe, wie sie etwa gerade die OMV-Manager bezogen haben, gehörten „gesetzlich verboten“. Haselsteiner ist aber nicht nur für die gnadenlose Besteuerung der Spitzenverdiener. Die Ertragsbesteuerung jeglichen Vermögenstransfers sei „dringend erforderlich“: „Wenn der Häuselbauer sein Haus verkauft und bei ihm die Kasse klingelt, dann soll es auch bei der Steuer klingeln.“ Die steuerbefreiende Spekulationsfrist von einem Jahr bei Wertpapierkursgewinnen gehöre abgeschafft.
Angesichts dieser Rigorosität musste Buchinger sehen, wo er bleibt: „Ich freue mich, dass ein Großindustrieller wie Haselsteiner mehr Sozialromantiker und Sozialrevolutionär ist als ich.“ Er selbst sei ja für eine Substanzbesteuerung von Vermögen (nicht nur des Vermögenszuwachses) von 0,5 bis zu einem Prozentpunkt, habe sich damit aber parteiintern nicht durchgesetzt. Die SPÖ sei aber immerhin für eine Zuwachsbesteuerung. Was den Spitzensteuersatz betreffe, so sei er persönlich für eine Anhebung, die Partei aber nicht, so müsse man alle Kraft darauf verwenden, dass „er wenigstens nicht gesenkt wird“ (wie das die ÖVP will). Allerdings kann sich Buchinger vorstellen, dass die seit fast 20 Jahren gleichgebliebene Grenze von 51.000 Euro, ab der die 50 Prozent zuschlagen, angehoben wird: „Mit 51.000 jährlich ist man nicht wirklich reich“, lautete das bemerkenswerte Zugeständnis.
Den philosophischen Hintergrund der Debatte umriss Heide Schmidt mit dem Auseinanderdriften von Spitzen-und Normaleinkommen. Hier liegt auch die Ratio für Haselsteiners Reichenbesteuerungs-Radikalismus: „Ich bin als Privilegierter darauf angewiesen, dass sozialer Frieden im Land herrscht.“ Er kann beruhigt sein: Auf eine Frage von Schmidt räumte Buchinger ein, dass in Österreich ein „vergleichsweise hohes Niveau“ an sozialer Gerechtigkeit herrsche. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 28.1.2008)
Sie wollen zwar gerne einen Ihnen ideologisch nahestehenden Helden im Kampf gegen die bösen Manager sehen, der eine Bestuerung von 80% will.
Aber ich denke, soweit kenne ich ihn schon, daß er einer der ersten sein dürfte, die bei einer tatsächlichen Einführung einer 80% Besteuerung seines Einkommens sehr aktiv nach einer Lösung suchen wird, diese Steuerklasse zu umgehen.
Und einen Umverteilungseffekt hätte schon allein wegen dieser Konsequenz eine Einführung eines 80% Steuersatzes keinen.
Mehr als eine massive Abwanderung von Unternehmern und Managers sowie die entsprechende Belastung des Mittelstandes hätte das nicht Folge.
Das sehen Sie am Beispiel Schwedens, wo fast alle, die in eine Steuerklasse > 50% fallen das Land verlassen haben.
....lustigsten dinge die ich je gelesen haben. wenn der herr haselsteiner findet, dass seine arbeiter mit 1400,- euro zu wenig verdienen, steht es ihm ja frei ihnen mehr gehalt zu zahlen und etwas von seinem geschätzen 300 mio euro vermögen abzugeben! einer der selbst soviel vermögen hat, prangert andere an beutet seine eigenen mitarbeiter aber trotzdem gnadenlos aus - das ist die doppelmoral die einem das frühstück zur zweiten begutachtung wieder hochbringt...
aber die erwähnten € 5000 pro nase sind im grunde eine ohrfeige angesichts dessen, was spitzenmanager bei porsche bekommen (abzocken wäre besser, da es in keiner relation zu irgendetwas steht und eine unverschämtheit in einen modernen nicht feudalen sozialstaat ist)
Wiedeking hat aus einem maroden Unternehmen den weltweit profitabelsten Automobilhersteller gemacht, hat in Porsches schlechten Zeiten mit seinem Privatvermögen gehaftet (!!), hat die Übernahme des größten eurpäischen Autokonzern (VW) positive vorbereitet und zahlt überdurchschnittliche Grundgehälter plus saftige Boni.
Zeigen Sie mir einen Manager der so eine Bilanz vorlegen kann und dabei persönliches Vermögen eingesetzt hat.
Sie haben Recht wenn Sie behaupten dass bei den meisten Managern das Verhältnis von Erfolg, Risiko und Gehalt nicht stimmt, aber Wiedeking ist jede Million wert.
...eine doppelmoral ist, wenn man die 60 mio für unverschämt hoch haltet, selbst aber 300 mio besitzt! er kann ohne weiters auf 240 mio verzichten und damit rund 10.000 arbeitern 24.000,- euro zukommen lassen, ich bin mir sicher, es wäre ihm kein einziger dafür böse und er würde mit gutem beispiel voran gehen! aber nur groß reden und selbst das geld bunkern ist ein bisschen gar schwach!
schreien s net glei verfassungswidrig!
die vermögenssteuer gabs in österreich (und vermögenssteuer ist immer von der substanz) und die gibts in vielen ländern, am höchsten ist sie dort, wo mans am wenigsten vermuten würde, in den zentralen des kapitalismus: USA und GB.
solange ordentliche freigrenzen da sind (stichwort: eigenheim) und wir von steuersätzen im bereich 0,5%-2% reden, ist von enteignung keine rede (solche vermögen vermehren sich in der regel um 5%-10% pro jahr, also ist die substanzbesteuerung immer noch defacto nur eine zuwachsbest.). im übrigen werden wir bald das einzige land überhaupt sein, wo weder vermögen, noch erben noch schenken besteuert wird - sind ja alles tolle leistungen ... wurscht, der/die hacklerIn zahlts eh
die mit dem durchsichtigen Schmäh gescheitert sind, sich als österreichische FDP auszugeben.
Und jetzt initiieren sie eine l'art pour l'art-Diskussion als Renascimento-Versuch. Siaß!
Na und der Hairy ist auch gleich dabei. Eh klar!
Strabag Aktien sind trotzdem zu empfehlen.
haben z. B. das schwedische Modell ruiniert.
Weil die ganzen Spitzenverdiener, von ABBA bis Bergman, um nur zwei bekannte Beispiele zu nennen, ihren Wohnsitz ins steuergünstigere Ausland verlegt haben. Die haben ALLE Berufe, in denen das geht. Der Mittelständler kann das nicht, der ist "ortsfest". Dirkektionen von Industriebetrieben lassen sich auch in Steuerparadiese verlegen.
Wer 50 % zahlt, gibt in Summe (mit den niedriger versteuerten Gehaltsanteilen und den Verbrauchssteuern) schon mindestens die Hälfte seiner Einkünfte dem Staat.
Wenn der Staat uferlos verlangen kann, wird er deswegen, das ist Erfahrungstatsache, nicht den Bedürftigeren mehr zukommen lassen, sondern es werden in erster Linie die Verwaltungskosten hinaufschnalzen.
dass ein grossindustrieller, der sein ganzes vermögen unterm hintern hat sich über manager echauffiert, die viel verdienen, zeigt eigentlich nur, dass er sich nicht in die lage anderer menschen versetzen kann. wie wärs wenn man den besitz von unternehmensanteilen mit 10% von der substanz jährlich besteuert lieber herr haselsteiner? dann hätten sie in 10 jahren keine firma mehr mehr? na und! aber sozial "gerecht" wär das!
ich halte es für ziemlich daneben, menschen, die sogar netto DREIMAL so viel wie der ÖSTERREICHISCHE durchschnitt verdienen, als "nicht wirklich reich" zu bezeichnen. es läuft gesellschaft eindeutig was falsch, wenn man sich reichtum nicht eingestehen kann und sich immer nur an den noch besser verdienenden orientiert.
nun, die Definition von "reich" ist natürlich sehr individuell aber bei einem Jahreseinkommen von 51.000,-- (brutto!) kann wohl nicht von Reichtum gesprochen werden.
Generell findet sich Reichtum wohl eher beim Besitz als beim Arbeitseinkommen (mit Ausnahme einiger...)
dann gehen nämlich 2 x 360,- p.m. = 720,- p.m. für den Kindergarten weg, den einer mit Existenzminimum nicht bezahlen muss. Wenn man dann noch Mietzinsbehilfe, ORF Gebührenbefreiung usw. dazurechnet, bleibt für den "Spitzenverdiener" so gut wie nichts mehr übrig. Der Mittelstand wird gnadenlos abkassiert !
es kann doch nicht richtig sein, dass hunderttausende um die armutsgrenze leben, man kann nicht so blind und egoistisch sein, ihnen womöglich noch selber schuld dran geben. wenn es zugleich viele jobs gibt, wo erst jetzt als massnahme der regierung ein mindestlohn kommt und viele nicht existenzsichernd verdienen oder wenig chancen auf einen job haben (zb auch sehr qualifizierte menschen ab 50). da muss eben soweit dies durch politische massnahmen steuerbar ist gerechter verteilt werden. das kommt allen zugute, weil ja alle gerne in einer gesellschaft ohne soziale spannungen leben wollen.
für einen. Schon mal Geld arbeiten gesehen?
Eine der größten Ungerechtigkeiten in unserem System. Die Großvermögensbesitzer lassen arbeiten - und zwar nicht das Geld, sondern immer nur Menschen (jene, die dafür sorgen, damit sich das Kapital auch artig verzinsen kann; Jene, die mit den Preisen auch die Kapitalkosten von Gütern und Dienstleistungen mitzahlen etc.).
Je länger dieses System so wirkt, desto größer die Verzerrungen durch Zinsflüsse. Automatische Umverteilung von unten nach oben.
Auch für die Produktion, Inbetriebnahme, Bedienung, Wartung etc. einer Maschine braucht man Arbeitskraft.
Und selbst wenn man etwas zu 100% mit dem Produktionsfaktor Kapital (und Boden) herstellen könnte (was utopisch ist): Es gibt jedenfalls eine entsprechende Renditeerwartung -> Berücksichtigung in der Preiskalkulation -> Konsument zahlt. Je höher die Zinsen, desto höher die Preise (um nicht real ärmer dazustehen). Preise werden von Menschen gezahlt, die in aller Regel dafür arbeiten müssen.
Daher bleib ich dabei: Geld arbeitet nie.
Sie müssen davon noch EKST zahlen, somit bleibt die Hälfte übrig.
Hatte gestern ein nettes Gespräch mit einer Schweizerin aus Zürich - dort zahlt man zusammen (inkl. Sozailversicherung) 20%.
Bei uns alleine 24% Sozialabgaben - dieses Land ist so leistungsfeindlich.
gesprochen wird: Wir reden hier von einem Jahresgehalt von über 5 Mio Euro. Das ist jenseits aller Vorstellungskraft und meiner Meinung nach auch jenseits aller Leistungsrelation. Gerade aus diesem Grund sehe ich den Vorschlag von Haselsteiner daher durchaus positiv. Leistung soll nicht durch absurd hohe Steuersätze abgewürgt werden. Aber gerade in soilchen Fällen liegt ja eben keine Leistung mehr vor, die so ein Gehalt rechtfertigen.
sagte haselsteiner, um der korrektheit genüge zu tun - und da geht es auch darum, dass bei solchen summen auch wesentlich mehr zu sozialsystem und infrastruktur beigetragen werden soll als bei einkommen im normalen bereich. sich also unternehmen entscheiden können, ob sie die einkommen gerechter verteilen oder durch absurde einkommen in erster linie den staat und seine leistungen für die allgemeinheit finanzieren wollen.
ich habe bei der übrigens recht spannenden veranstaltung ziemlich genau mitnotiert und einen bericht verfasst siehe:
http://www.ceiberweiber.at/index.php... les&id=900
da sind dann auch weitere details der diskussion recht exakt ausgeführt.
"die roten" haben genauso viel ahnung von wirtschaftspolitik wie andere, nur dass sie dabei meistens auch sozialer denken als andere...
die vorstellungen zur steuerreform hat SPÖ-finanzstaatssekretär matznetter kürzlich bei einer pressekonferenz vorgestellt, kann man alles ganz genau nachlesen (um dann zumindest substantieller kritik zu üben):
http://www.ceiberweiber.at/index.php... les&id=889
Mit solchen Aussagen wäre ich vorsichtig. Massives Steuersparen muss dem "Normalbürger" nicht unbedingt was bringen. Der Staat ist zwar oft nicht wirklich der beste Wirtschafter, aber er verbrennt das Geld nicht. Niedrigere Steuern führen automatisch zu weniger öffentlichen Leistungen. Also Leistungen, für die der Einzelne dann erst recht bezahlen muss. Mehr verdienen, aber dafür höhere Kosten haben bringts auch nicht unbedingt.
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