Die Spießer-Plage

Redaktion, 3. Februar 2008, 19:53

FS-Misik Folge 9 stellt unspießige Fragen zum neuesten Krawall im Feuilleton - Plus: Interview mit Spießer- Expertin Doris Knecht

Seit Jens Jessen, der Kulturchef der Hamburger "Zeit", die Frage aufwarf, ob spießige Rentner nicht die Jugendgewalt provozieren, geht es hoch her in Blätterwald und Blogosphäre. Dabei war der Spießer-Anwurf in den letzten Jahren aus der Mode gekommen. Schließlich ist Spießigkeit auch nur ein Lifestyle unter vielen. Aber hat Jessen nicht im Grunde Recht?, fragt Robert Misik. Es gibt sie noch immer, die Spießer, die für andere bestimmen wollen, was Normalität ist. Sie wollen gängeln, gönnen den Ausländern das Kindergeld nicht und halten alle für Sozialschmarotzer - außer sich selbst natürlich. Plus: Interview mit Spießer-Expertin Doris Knecht

Links:

misik.at - der Weblog von Robert Misik

Jens Jessens umstrittene Videokolumne

Dokumentation der Jessen-Schirrmacher-BILD-Affäre im Perlentaucher

Robert Misik über Spießertum in der taz

Doris Knecht

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bereit
00

wenn einem etwas stört (z.b.: rauchende), dann sollte man es auch sagen dürfen ohne dass man fürchten muss geschlagen zu werden.

es ging bei der tat definitiv nicht um das verbot, wie auch immer der hergang war.

hätte der pensionist die u-bahnbelegschaft oder die polizei alarmiert - also gepetzt, könnte man durchaus von spiessertum reden. hat er aber nicht.

noch was anderes wäre gewesen wenn ein polizist - also die exekutive - auf das verbot aufmerksam gemacht hätte. würde dann der polizist geschlagen weil er auf ein verbot hingewiesen hätte - wäre das sogar eine äußerst pikante diskussion. aber das hätten sie sich nicht getraut.

Plumbumran -
01
31.1.2008, 13:39
Ein ziemlich zynischer Kommentar...

von Hr. Jessens, besonders wenn man gewisse soziale Realitäten im Auge hat. Es wäre interessant zu wissen was der Rentner wirklich zu den Burschen gesagt hat.

Also, Hr. Jessens, wenn man sich durch Rauch gestört fühlt, soll man das dem Raucher (dem Störenfried) auch sagen, das hat nichts mit "zu viele Verbote" zu tun. Ein halbwegs erträgliches Leben beruht ja auf einer Unzahl von "Verboten" (Gesetze), die durchaus sinnvoll sind, da diese auch Streit vermeiden, bevor dieser entsteht.

Kritik an Störenfrieden kommt ganz anders an, wenn sich diese ernst genommen fühlen. Also besser diskutieren als herumschimpfen. Schimpfen ist ein Angriff. Meist liegt ja nicht Mutwilligkeit vor, sondern eher Gedankenlosigkeit.

Der Ton macht die Musik.

Samantha Mulder
00

Das können Sie hier nachlesen..

http://www.spiegel.de/politik/d... 48,00.html

rheazorn
02
29.1.2008, 15:59
Geht´s nur mir so,...

....dass ich diese Debatte sagenhaft bescheuert finde und nicht verstehe, warum hier um des Kaisers Bart gestritten wird? Von all dem, was hier beanstandet wird, war doch gar nicht die Rede.
Letzte Woche waren die Beiträge jedenfalls griffiger, wenngleich ebenfalls kontrovers.

Karl Pokorny
18
29.1.2008, 13:32
Opferverhöhnung stoppen

Irgendwann werden wir dann fragen:
Haben die Juden den Holocaust nicht selbst provoziert?

Unterschichtler
11
29.1.2008, 15:40

Zumindest Norman Finkelstein macht das schon heute...

pro uhudler
60
29.1.2008, 10:32
Jedenfalls ein Kirchenaustritt wirkt bereits....

.....prophylaktisch vor einer pathogenen Spiessigkeit

Quintus Beckloeffel
00
30.1.2008, 12:48

Au contraire: ist doch ziemlich trendy

Walter Suntinger
02
29.1.2008, 09:10
Kann uns Bourdieu weiterhelfen?

In Bourdieu's "Rassismus der Intelligenz" heisst es: "Man ist immer schnell bereit, denjenigen zu stigmatisieren, der stigmatisiert, und den elementaren "niederen" Rassismus des kleinbürgerlichen Ressentiments anzuprangern. Aber damit macht man es ich zu einfach. Wir selber müssen uns ins Glaushaus setzen und uns fragen, welchen Beitrag die Intellektuellen zu diesem Rassismus der Intelligenz leisten."

gistof
03
29.1.2008, 09:06
Ich bin gespannt

Wenn das nächste Malin Ostdeutschland ein Asylwerber von einer Skinbande zu Tode gehetzt wird, werden die Skins sich mit den Worten rechtfertigen: "Der Spießer hat mich genervt"?

Lappe ohne Rentier
01
29.1.2008, 09:05
Doris Knecht?

Ist das nicht die Veronika Franz des FALTER?

Herzelichst
Ihr Lappe

Samantha Mulder
01
29.1.2008, 01:17

Wenn, sagen wir mal, Frau Charlotte Knobloch das Opfer eines prügelnden oder messerstechenden Muslims oder auch eines beglatzten, von Spießern angenervten Jugendlichen würde, würden Herr Jessen oder Herr Misik dann den gleichen Kommentar schreiben?

Immerhin: Was spießige Gängelei und Vorschriften betrifft, ist der Zentralrat ja ziemlich führend. Wir erinnern uns: Das sind die Leute, die den Karneval verbieten wollten.

archivar
313
28.1.2008, 21:44
realsatire

misik interviewt spießer-expertin doris knecht. hahaha, ein wichtigtuerischer unsympath interviewt eine wichtigtuerische unsympathin.

ob es ihnen gar nicht auffällt, oder obs "grad erst recht cool" ist?

kaklakarierta
30
29.1.2008, 07:22
Dein Kommentar einschließlich persönlicher Diffamierung

zweier angesehener Journalisten hat schon was echt spießiges.

Gerald R.
03
29.1.2008, 15:32

laut definition von misik: "die für andere bestimmen wollen, was Normalität ist"
dann müsste misik der könig der spiesser sein. denn seine ganzen pseudo-alternativen kommentare sind ja nie von besonderer selbstkritik oder hinterfragung durchdrungen. sie bringen klar auf den punkt wer nach misiks strengen urteilen bestehen kann und wer nciht.

Raffzahn Schani
01
29.1.2008, 09:10
Die ersten 2 Buchstaben in ihrem Nick sind nicht korrekt.

Die würde ich weg lassen.

Nathaniel Winerib
07
28.1.2008, 21:39
Spießige Korrektheit

Die Spießigkeit zum Programm haben sich schließlich die Jünger der "Politischen Korrektheit" gemacht.

value
 
61
28.1.2008, 18:58

Fragt mal einen x-beliebigen "Ausländer" aus so gut wie jedem Teil der Erde.
Das Spießertum ist zumindest den Wienern in die Waage gelegt.
Ohne der sozialen Spießigkeit wär uns doch allen totlangweilig.

derPolizist
04
28.1.2008, 22:27
Aha...

in die Waage...

Huch, das war jetzt sicher spießig, oder?

Herr Mann
 
49
28.1.2008, 17:45

Herr Misik hat wohl seinen Jugendtraum von der Anarchie noch nicht ganz aufgegeben.

Fragt sich nur ob er spießig reagieren würde, wenn Einbrecher das Einbruchsverbot an seiner Wohnungstüre ignorieren würden.

Ich glaube eher doch.

rudolf schladming
 
93
28.1.2008, 20:12

[ ] du hast kapiert was anarchie bedeutet.
[X] du verwendest schlagworte deren bedeutung du nicht kennst.

yomellamo
24
28.1.2008, 22:32
Anarchie bedeutet,

dass das höchste Recht wieder das des Stärkeren ist.

rudolf schladming
 
12
29.1.2008, 10:08

leider auch falsch verstanden. anarchie bedeutet herrschaftslosigkeit. anarchie ist also eine form gesellschaftlicher ordnung die ohne herrschaft auskommt und hat nichts mit chaos, dem "recht des stärkeren" oder raub und mord zu tun. man kann zu den idealen des anarchismus bzw der frage ob das so machbar ist natürlich stehen wie man will aber der begriff wird trotzdem falsch verwendet.

Herr Mann
 
00
29.1.2008, 13:43

ich habe den begriff genau in ihrem sinne verwenedet

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