Großausstellung in Venedig - Ausstellung mit Leihgaben aus 23 Ländern zeigt "die Geburt einer neuen Welt"
Venedig - Tief in die turbulente europäische Geschichte taucht der Palazzo Grassi mit der jetzt eröffneten Großausstellung "Rom und die Barbaren - die Geburt einer neuen Welt" ein. Aus 23 Ländern kommen die weit mehr als 2000 hochwertigen Objekte, die dem Besucher seit Samstag in Venedig eine Reise in die Vergangenheit der Alten Welt über einen Zeitraum von nahezu einem Jahrtausend bieten.
Der Palazzo Grassi wirft damit diesmal also keinen Blick auf die zeitgenössische Kunst, sondern rückt die reichhaltige Geschichte der "barbarischen Invasionen" in Italien in ein neues Licht, auch um mit Missverständnissen über die "Migranten" aufzuräumen. Die vielfältige Schau ist bis zum 20. Juli zu sehen. Anschließend präsentiert die Bonner Kunst- und Ausstellungshalle vom 22. August an die Barbaren.
Leihgaben
Barbaren, das waren für die Römer einst alle Völker von außerhalb des griechisch-römischen Kulturkreises - also ungebildete Rohlinge. Diesem Bild stellt der Palazzo Grassi mit der von etwa 200 Leihgebern bestückten Ausstellung ein anderes gegenüber: die "Barbaren" als Träger neuer Werte, Sitten und Gebräuche, die Europas Kulturraum durch die Völkerwanderungen zutiefst verändert haben. Die Zeiten starker Immigrationsströme geben der Ausstellung Aktualität.
Von dem 1760 Jahre alten Goldschatz von Gommern (Sachsen-Anhalt) aus einem germanischen Fürstengrab der spätrömischen Kaiserzeit bis zu Sattelbeschlägen eines Gepidenfürsten aus dem Bukarester Museum für Geschichte reicht die Palette der wertvollen Objekte. Prächtige versilberte Helme, mit Gold und Perlen verzierte Kelche, Waffen der "Barbaren" und andere Schätze der frühen Migranten runden das Bild ab: Der römische Erdkreis stürzte, es entstand eine andere Kultur.
Für diese "Geburt einer neuen Welt" wurden auch nationale Schätze von den Leihgebern nach Venedig geschickt. Der Palazzo Grassi stellt die Großschau über den Einfluss von Germanen, Goten oder Hunnen auf den Lauf der Geschichte Europas auf mehr als 3000 Quadratmetern vor. (APA/dpa)