Eine Zahnradbahn geträumt ,...

25. Jänner 2008, 17:00
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... aber die Wege geräumt. Eine machbare Winterwanderung aufs Hocheck

Im Winter verschließen sich die meisten Voralpenberge dem Wanderer, denn die Hütten haben geschlossen, und Schnee erschwert den Weg zum Gipfel. Aber es gibt Ausnahmen, etwa das Hocheck, höchste Erhebung im Triestingtal und der Wien am nächsten liegende Tausender. Zur Hütte, die knapp unter dem höchsten Punkt liegt, führt nämlich eine Straße, die bis Ende Februar gesperrt ist und trotzdem geräumt wird, um die Zufahrt zum Schutzhaus und die Holzbringung zu ermöglichen.

Trotzdem wählen viele den blau markierten Krennweg, der nur ganz unten und ganz oben auf der Straße verläuft, für den Anstieg, sodass man meist eine sehr gute Spur vorfindet. Notfalls muss man auf die Straße ausweichen.

Zahnlos, aber prächtig

Die Aussicht vom höchsten Punkt, auf dem eine Warte steht, fand schon Ende des 19. Jahrhunderts Anklang, denn der erste Aussichtsturm entstand bereits 1881, während das erste Schutzhaus erst 1903 errichtet wurde. Man plante einst sogar eine Zahnradbahn von Furth an der Triesting auf den Berg, konnte das Projekt jedoch nicht finanzieren.

Der Rundblick reicht bis zu Schneeberg und Rax, zum Ostrong im Waldviertel, zu Ötscher, Gemeindealpe und Dürrenstein, auch das Hochkar im westlichsten Niederösterreich ist zu sehen. An klaren Tagen schaut man bis zu den Kleinen Karpaten und in die ungarische Tiefebene.

Bei Inversionswetterlagen, wenn die Niederungen unter einer dichten Nebelschicht liegen, ragt der Gipfel des Hochecks in die sonnenbeschienene Region hinaus, was viele Wanderer anlockt, die dem Grau entfliehen möchten.

Die gesperrte und geräumte Straße bildet eine ideale Rodelbahn, sie apert allerdings wegen der extremen Südlage vor allem im oberen Teil rasch aus. Auch die Mountainbiker haben die – ab März wieder allgemein befahrbare und mautpflichtige – Höhenstraße entdeckt und quälen sich dort zur Höhe, ohne allerdings die Wanderer zu tangieren.

Der Krennweg weist keine besonders steilen Abschnitte auf, ist aber bei Schneelage relativ anstrengend zu begehen. Für den Abstieg wählt man daher am besten die geräumte Straße, muss dann allerdings auf die Rodler aufpassen, die ihr Gefährt nicht immer unter Kontrolle haben.

Die Route: Von Furth an der Triesting wandert man auf der Hocheckstraße bis zur ersten scharfen Linkskurve und hält sich dort geradeaus auf die blaue Markierung, die in einem weiten Linksbogen zur Höhe führt, die Straße quert und schließlich nahe dem Ende der Gipfelwiese wieder in den Fahrweg mündet, auf dem man in wenigen Minuten zur Hütte gelangt. Gehzeit ab Furth: 2 bis 2¼ Stunden.

Der Abstieg erfolgt auf der geräumten Straße; für die rund sieben Kilometer bis zum Ausgangspunkt braucht man etwa 1¾ Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/26./27.1.2008)

Gesamtgehzeit: 3¾ bis 4 Stunden, Höhenunterschied: rund 600 Meter. Hocheck-Schutzhaus durchgehend geöffnet (Freitag Ruhetag). Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 75 (Puchberg am Schneeberg); Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000.


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    Nicht alle Straßen und Hütten in den Voralpenbergen sind im Winter eingeschneit und unzugänglich.

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