Ice Age - Jetzt schauts!

25. Jänner 2008, 12:44
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Eiskratzer: Frühlingshaftes Wetter in Wien hin oder her: Andernorts ist es noch richtig winterlich

Wer das durchschaut, verzichtet bei der Fahrt in den Skiurlaub niemals auf Eiskratzer für die Autoscheiben.

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APA-Trapez-Eiskratzer
um € 0,99 (alle Preise bei Forstinger)
Wiewohl schlicht, verfügt die trapezförmige Kunststoffscheibe (Breite 8,5 cm, Länge 12 cm) über alle drei Attribute, die bei einem Eiskratzer wichtig sind: Eisbrecherzähne auf der vorderen Kante, einen glatten Reifschaberrand rechts und eine schwarze Gummilippe zum Wasserabstreifen links. Am schmäleren, hinteren Ende gibt's ein Loch zum Aufhängen. Für dieses simple Modell spricht erstens, dass es gut und stabil in der Hand liegt, zweitens, dass der Kunststoff unerwartet langlebig ist und auch bei dickeren Eisschichten tadellos seinen Zweck erfüllt, drittens, dass es minimalen Stauraum braucht - und viertens all das als preisgünstigster Testkandidat tut. Bemängeln kann man nur den Eis/Schnee/Wasserkontakt, in den die kratzende Hand mangels Griff oder integriertem Handschuh kommt, und die Tatsache, dass kleine Menschen mit großen Autos möglicherweise die Mitte ihrer Windschutzscheibe nicht erreichen. 8,5 Punkte

Eiskratzer mit Alu-Griff
um € 2,99
Das zweitplazierte Modell sieht aus wie ein klassischer Tankwart-Scheibenwischer, nur kürzer (22 cm), schmäler (mit 11 cm aber immer noch der deutlich breiteste im Test) und mit drei statt der üblichen zwei Seiten. Die Gummilippe findet sich hier erhöht in der Mitte, flankiert vom gezähnten Rand einer- und der glatten Kante anderseits. Mit Ausnahme des schwarzen Gummis besteht der ganze Kopf aus dem gleichen stabilen Kunststoff wie der Testsieger, allerdings montiert auf einem Alurohr mit einer gerillten, konischen Plastikgrifffläche in Handbreite. Durch den Griff vergrößert sich die Reichweite beim Eiskratzen, außerdem bleiben nackte Hände oder edle Lederhandschuhe weitgehend vor dem Kontakt mit dem kalten Nass geschützt. Ist beim Eisentfernen Kraftaufwand nötig, verteilt sich der Druck aber weniger gleichmäßig und daher schmerzhafter auf die Handfläche als beim flachen Testsieger. 7 Punkte

Eiskratzer mit Handschuh
um € 9,95
Die Idee, einen Eiskratzer in einen wasserabweisenden Schutzhandschuh zu integrieren, hat durchaus etwas für sich. Folgende drei Details sprechen aber gegen dieses Modell: Der Kopf des 38 (!) cm langen, leicht gebogenen Kunststoffeiskratzers weist nur eine glatte Unterkante und eine grob geriffelte Oberkante (10 cm breit) auf, die Gummilippe fehlt. Im Vergleich zu den anderen Kunststoffkratzern kommt hier das Material dicker und weniger scharfkantig zum Einsatz, was sich nur durch erhöhten Kraftaufwand kompensieren lässt. Außerdem splittern von den breiten Kunststoffzähnen - eigentlich nur eine Kante mit tiefen Zwischenkerben - vergleichsweise leicht Ecken ab. Positiv festzuhalten sind das weiche Vliesfutter des Handschuhs und dessen Gummizug am Handgelenk. Das quietschende Geräusch, das bei jeder Bewegung an der Schnittstelle zwischen Kratzer und Handschuh entsteht, treibt nervt allerdings schwer. 5 Punkte

Eiskratzer mit Bronzeschabekante
um € 2,99
Die Annahme, dass Metall widerstandsfähiger und längerlebig sei als Kunststoff, ist ebenso falsch wie die Befürchtung, ein Metallschaber könne die Windschutzscheibe zerkratzen. (Wenn Letzteres passiert, ist die Schuld nicht beim Eiskratzer zu suchen, sondern bei den eingefrorenen Schmutzpartikeln.) Tatsächlich zeigte der zehn Zentimeter breite Bronzeschaber schneller Verschleißerscheinungen als seine Kunststoffkollegen. Er passte sich zwar der Scheibenkrümmung recht gut an, kapitulierte respektive verbog sich aber im Zweikampf mit dicken Eisschichten, denen er zahnlos gegenüber treten muss: Neben der glattkantigen, angenieteten Metallplatte ziert nur noch eine Gummilippe den Kopf des Kunststoffmodells. Und in Sachen Reichweite bringt der ergonomisch unhandliche Griff des insgesamt 16 Zentimeter langen Gerätes so gut wie nichts. 3 Punkte
(Der Standard, Printausgabe 25.01.2008)

  • Jeder Test spiegelt die persönliche Erfahrung der Autorin wider. Punkte: 10=Top, 0=Flop
    foto: der standard

    Jeder Test spiegelt die persönliche Erfahrung der Autorin wider. Punkte: 10=Top, 0=Flop

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