Studieren mit Festungsblick

24. Jänner 2008, 19:22
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Spatenstich für Salzburger Unipark - Institute für Geistes- und Kunstwissenschaften werden im neuen Campus untergebracht

Salzburg - "Das ist ein großer Tag für unsere Universität. Wir haben auch fast 40 Jahre lang darauf gewartet." - Heinrich Schmidinger, Rektor der Uni Salzburg, war sichtlich zufrieden, als es gestern, Donnerstag, den Spatenstich für den Salzburger Unipark zu feiern galt. Der mit 54 Millionen Euro veranschlagte Neubau soll im Sommer 2010 bezogen werden.

Er wird ein jahrzehntelanges Provisorium ablösen: Nach der Wiedererrichtung der Hochschule im Jahr 1962 hat man für die Geisteswissenschaften schnell Plattenbauten hochgezogen - als Unterkunft für maximal zehn Jahre, wie es damals hieß. Doch ein Neubau wurde immer wieder verschoben, die Betonkästen im Stadtteil Nonntal - direkt südlich von Altstadt und Festung - notdürftig zusammengeflickt. Erst als die Uni schon mit einer baupolizeilichen Sperre rechnete, kam es 2003 zur Einigung mit Bund, Land und Stadt.

Der Neubau ist eine städtebauliche Chance: Durch den Uni-Campus soll der Grünkeil im Süden der Stadt bis an die Altstadt herangeführt werden. Dabei ist der Uni-Park nur eines der Projekte, mit denen der Stadtteil umgekrempelt wird: Dazu zählen auch das bereits 2005 eröffnete neue Gebäude der ARGEkultur, das Sportzentrum Mitte (in Bau), Wohnbauten und eine neue Lösung für den Touristenbus-Terminal - derzeit ebenfalls ein Dauerprovisorium.

Für die Uni entsteht ein einziges, großes, quadratisches Gebäude - "weil wir dem Rang der Geisteswissenschaften Ausdruck verleihen wollten", sagt der Hannoveraner Architekt Hinrich Storch. Der Clou dabei: Der eigentliche, zweigeschossige Baukörper wird auf Sockeln über den Grünflächen des Campus schweben. Durch den Campus werden Geh- und Radwege führen, die die Altstadt mit dem Grünland im Süden verbinden. Das Unigebäude werde dadurch auch zu "einer Art Stadttor", sagt Storch.

Auf den insgesamt 17.000 Quadratmetern Nutzfläche werden neben den Sprachstudien (Germanistik, Anglistik, Romanistik, Slawistik und Linguistik) noch Erziehungswissenschaft, Soziologie, Kunst-, Musik- und Tanzwissenschaft einziehen - insgesamt etwa 5500 Studierende und 300 Lehrende. (Markus Peherstorfer/DER STANDARD-Printausgabe, 25. Jänner 2008)

  • Auf diesem ehemaligen Sportgelände in Zentrumsnähe entsteht in den kommenden zweieinhalb Jahren der Salzburger Unipark.
    foto: peherstorfer

    Auf diesem ehemaligen Sportgelände in Zentrumsnähe entsteht in den kommenden zweieinhalb Jahren der Salzburger Unipark.

  • Das Gebäude im Modell: Die Büros der Fachbereiche schweben in einem quadratischen Baukörper über den Grünflächen des Uni-Campus.
    foto: storch ehlers partner architekten

    Das Gebäude im Modell: Die Büros der Fachbereiche schweben in einem quadratischen Baukörper über den Grünflächen des Uni-Campus.

  • Nach Jahrzehnten der Diskussion gab es nun den Spatenstich. Von links nach rechts: Rektor Heinrich Schmidinger, Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ), Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ), Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP).
    foto: peherstorfer

    Nach Jahrzehnten der Diskussion gab es nun den Spatenstich. Von links nach rechts: Rektor Heinrich Schmidinger, Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ), Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ), Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP).

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