Bill Gates, Kurzzeit-Berliner

von Redaktion  |  28. Februar 2008, 13:33
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    Angela Merkel und Bill Gates sind sich einig: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans später nur schwer. Der Konzern unterstützt in Deutschland ein Projekt zur IT-Fitness.

Sowohl im Konzern, dem er noch vorsteht, als auch in seiner Stiftung, macht sich Microsoft-Chairman Bill Gates für Bildungsinitiativen stark

Nach Jack Nicholson, der seinen neuen Film in Berlin vorstellte, wehte in den vergangenen zwei Tagen über die deutsche Bundeshauptstadt auch ein Hauch von "Gates-Fieber". Am Montag trug sich der Microsoft-Mitgründer ins Goldene Buch der Stadt ein. Gestern, Dienstag, plauderte einer der reichsten Männer mit einer der mächtigsten Politikerinnen der Welt, der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, auf dem Microsoft Government Leaders Forum über die Chancen, die Informationstechnik (IT) einer Wirtschaft im Allgemeinen und jedem Menschen im Besonderen eröffne.

Gleichklang der Seelen

Es war ein Gleichklang der Seelen: Beide waren sich einig, dass Bildung und IT-Wissen einer der Schlüssel für die ökonomische und soziale Entwicklung der weltweiten Gesellschaft sei. "Wer keinen Zugang dazu hat, wird am Wohlstand nicht teilnehmen können", fasste es Merkel. "In der Zukunft werden wir nicht mehr fragen, woher jemand kommt, sondern welche Ausbildung er hat", formulierte Gates.

Computer für mehr Wissen

Dass der Einsatz moderner Hard- und Software auch die Lust auf Wissenserwerb steigern kann, demonstrierte Gates anhand einer spanischen Grundschulklasse in Aragon, in der Microsofts mobiler Tablet-PC in Verbindung mit dem Internet gedruckte Schulbücher (deren Inhalte rasch veralten) ersetzt. Die PCs hätten auch dazu beigetragen, dass die Schüler in Mathematik und Naturwissenschaften im Pisa-Test hervorragend abschneiden würden.

Die Themen beim Abendessen

Der Microsoft Chairman warf auch einen Blick ins eigene Familienleben: "Auch meine Tochter arbeitet in der Schule mit einem Tablet-PC", verriet er. "Das gibt mir die Möglichkeit, beim Abendessen rasch einen Überblick zu bekommen, auf welchem Stand ihr Wissen ist." Was ihm einen kleinen "Tadel" der deutschen Kanzlerin bescherte: "Ob man es als Kind so schätzt, wenn man am Abend mit Eltern über Schule reden muss, sei dahingestellt. Ich hoffe, es gibt noch andere Themen, worüber man beim Abendessen sprechen kann."

PiL 2.0

Gates gab in Berlin auch den nächsten Fünfjahresplan des Microsoft-Partner-in-Learning- Programms (PiL 2.0) bekannt. Seit 2003 hat der Softwarekonzern mehr als 200 Mio. Euro weltweit für IT-Projekte an Kindergärten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen aufgewandt. Haben in den vergangenen fünf Jahren rund 90 Millionen Schüler und Studenten davon profitiert, soll die Zahl in den nächsten fünf Jahren verdreifacht werden, weitere 235 Mio. Dollar sollen dafür bereitgestellt werden.

Nicht nur Spenden

"Wir glauben, es besteht in Zukunft eine immer stärkere Notwendigkeit für Unternehmen, innerhalb ihrer normalen Geschäftstätigkeit gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen", sagt Orlanda Ayala, verantwortlicher Manager für Microsofts Unlimited Potential Programm, im Gespräch mit dem Standard. "Spenden allein helfen nicht, man muss vielmehr ein Anreizsystem geben, dass Nachhaltiges daraus entsteht."

"Zusatzkanal"

Dass Microsoft durch sein soziales Engagement auch einen "Zusatzkanal" für die Verbreitung seiner Produkte schafft, bestreitet Ayala nicht: "Natürlich entwickelt Microsoft damit auch Märkte für sich und für die gesamte Branche." Dass Microsoft davon einen fairen Anteil haben möchte, sei nun einmal legitimer Teil des Wesens von Unternehmen.

Lehrerplattform

Teil des PiL-Programms ist das "Innovative Teachers Network", eine weltweite Plattform zum Austausch von "best practices" von Lehrern, an der sich bereits Pädagogen aus 60 Ländern beteiligten. "In Gegenden Indiens, wo es kaum Internetanbindungen gibt, haben Lehrer in Städten für ihre ländlichen Kollegen Videos für den Unterricht und über Lehrmethoden aufgenommen, die sich diese dann vor Ort anschauen können", erzählt Ayala.

Schlaumäuse

Auch in Österreich will das Projekt mithilfe von IT das Potenzial junger Menschen fördern. Seit September 2006 gibt es hier die Bildungsinitiative "Schlaumäuse". Vier- bis Sechsjährige lernen dabei in Kindergärten den siche- ren Umgang mit PC und Internet sowie auf spielerische Weise Sprache und Schrift kennen. Mehr als 10.000 Kinder in 143 österreichischen Kindergärten sind so inzwischen zu "Schlaumäusen" geworden.(Karin Tzschentke aus Berlin/DER STANDARD, Printausgabe vom 24.1.2008)

druckenweitersagen:
MBR  
24.01.2008 11:45

die reden hier von bildung und wohlstand. in wahrheit ist das nur ein programm um billys monopol auch in der zukunft aufrecht zu erhalten. der test auf der website (http://www.it-fitness.de/) hat nichts mit it kenntnissen, höchstens etwas mit m$ kenntnissen zu tun. die armen jugendlichen glauben den schmafoo mit 'fit für die zukunft' am ende noch.

wer wirklich im it sektor arbeiten will und nicht vorhat bei der qualifikation einer sekretärin stehen zu bleiben, dem empfehle ich mehrere informationsquellen heranzuziehen und sich von dieser lobby fernzuhalten.
die sekretärin ist nicht abwertend gemeint aber sehr viel mehr wird man mit dem word, excel, outlookkenntnissen nicht erreichen.

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