Der Hardliner als Weichspüler - Minister Platter präsentiert Integrationsbericht

von Redaktion  |  02. Juli 2008, 17:13
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    Der vielgescholtene „Abschiebeminister“ sucht ein neue Rolle: Günther Platter (ÖVP) hatte Experten zu einer Integrationsplattform eingeladen. Im Radiokulturhaus stellte der Innenminister deren Bericht vor.

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    Arabella Kiesbauer moderierte Günther Platter.

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Experten und NGOs loben "ernsthafte Diskussion", kritisieren aber Haltung bei Fremdengesetzen - mit Infografik

Mit viel Getöse hat Innenminister Günther Platter seinen Integrationsbericht präsentiert. Experten und NGOs loben die "ernsthafte Diskussion", kritisieren aber auch die unnachgiebige Haltung des ÖVP-Ministers gegen eine Entschärfung der Fremdengesetze.

* * *

Wien – Selbst die Musik war ein Beispiel gelungener Integration: Im Sendesaal des Radiokulturhauses stimmte die Band einen – wie Moderatorin Arabella Kiesbauer meinte – "eingeösterreicherten Groove" an, ehe Gastgeber Günther Platter die Bühne betrat. Nachdem der ÖVP-Minister noch einmal den islamfeindlichen Wahlkampf der Grazer FPÖ gegeißelt hatte ("schlicht schäbig"), bat er dutzende Integrationsfachleute zu sich, die an einer 200 Seiten dicken Studie mitgearbeitet haben: dem neuen Integrationsbericht.

Von einer "Diskussionsgrundlage" für ein Maßnahmenpaket sprach Platter. Bis zum Sommer will er dieses dem Ministerrat vorlegen, damit "ein friedliches Zusammenleben" der Kulturen gewährleistet werde. Die anschließenden Referate von Beamten des Innenministeriums, Migrationsforschern und Wirtschaftsexperten boten viel Altbekanntes: Etwa, dass ausländische Arbeitnehmer besser qualifiziert, der Erwerb der deutschen Sprache finanziell gefördert und Migranten in prestigereichen Jobs zu Vorbildern werden müssten (siehe Hintergrund).

Ministerielle Qualität

"In Wirklichkeit", sagt Caritas-Präsident Franz Küberl, "ist das eine Sammlung von Fragen und Bemerkungen, die wir alle schon kennen." Die "neue Qualität" bestehe aber darin, dass "ein Minister dies sammelt". Küberl: "Die Integrationsdebatte hat das offizielle Österreich erreicht." Für ihn kommt "die Nagelprobe im Juli, wenn die Regierung real etwas beschließen wird". Dann werde sich zeigen, "ob das wirklich etwas wird. Es wäre jedenfalls an der Zeit."

Auch der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau hat den Eindruck, dass Platter keine Show, sondern "eine ernsthafte Diskussion" veranstalten wolle. Der Minister habe deutlich gemacht, "dass es bei Integration um mehr geht als um Sicherheitspolitik. Das ist ein Fortschritt."

Noch nichts Handfestes

Amina Baghajati, Sprecherin der islamischen Glaubensgemeinschaft, war kurz zusammengezuckt, als Platter eingangs davon gesprochen hatte, dass man sich bei dem Thema leicht die Finger verbrennen könne. Lässt sich der Innenminister wieder von der Sorge um Wählerstimmen leiten? Die Präsentation stimmte Baghajati dann aber optimistisch, "dass der Bericht zur Versachlichung der Debatte beiträgt. Bei Integration geht es um harte Fakten wie etwa die Chancen auf einen Arbeitsplatz."

Was Baghajati stört: Änderungen im restriktiven Fremdenrecht sind für den Minister kein Thema. Platter will die Asyl- und Fremdengesetze, die mit Integration nichts zu tun hätten, aufrechterhalten. "Das lässt sich doch nicht trennen", wendet Mouddar Khouja, der für die islamische Glaubensgemeinschaft am Bericht mitbastelte, ein und spricht von Familien, die durch rechtliche Schikanen auseinandergerissen würden. "Wir stehen erst am Anfang", sagt Khouja: "Handfeste Maßnahmen sehe ich noch keine."

"Großer Fehler"

Dass Platter die Fremdengesetze ausklammert, bezeichnet auch Alev Korun, grüne Gemeinderätin in Wien, als "großen Fehler". Mari Steindl, stellvertretende Leiterin des Interkulturellen Zentrums (IZ) in Wien, vermisst noch etwas anderes: Eine Diskussion über die derzeit strenge Vergabe der Staatsbürgerschaft. Steindl: "Bei uns wird die Verleihung als krönender Abschluss einer erfolgreichen Integration gesehen. Es gibt aber auch andere Modelle: In Kanada etwa ist sie einer der ersten Schritte auf dem Weg zur erfolgreichen Integration.“ Trotz interessanter Ansätze seien „hauptsächlich Dinge eingeflossen, die sich die Leute im Innenministerium denken".

Überhaupt nicht zum Dialog eingeladen wurde SOS Mitmensch. Sprecher Philipp Sonderegger urteilt vorsichtig: "Wie der Arigona-Minister und der Integrationsminister zusammenpassen, bin ich skeptisch. Aber geben wir ihm eine Chance."

"Österreich-Charta"

Nach gut zwei Stunden Programm rief Platter dann ganz Österreich zur "Integrationsplattform" aus: In einer "Österreich-Charta" will der Minister festschreiben lassen, was das Land für In- und Ausländer liebenswert macht. Beiträge erwünscht unter www.integration.at. (DER STANDARD, Printausgabe 23.1.2008)

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denny_crane
24.01.2008 22:12
Platteritüden

Der Innenminister stellt das "geordnete Fremdenwesen" über alles. Menschenrechte gelten nichts mehr in diesem Land. Ein Schubhaftbescheid für einen jungen Familienvater, der Tanten, Onkel, Großmutter als anerkannte Flüchtlinge in Österreich hat, stehen Begriffe wie "Schubhaft ist nicht als ""Schutzhaft"" zu sehen, und es sei ohnehin gnädig, dass nicht auch die Ehefrau in Schubhaft genommen worden sei, weil das 11 Monate alte Kind des Paares nicht ohne beide Elternteile bleiben soll. Dieser Zynismus ist vergleichbar mit den Euphemismen der Nazizeit.
Der "Integrationsbericht" ist eine Platteritüde, eine Farce, die Erkenntnisse sind nichts Neues.

Sternchen100
23.01.2008 16:00

Wer sich integrieren wollte, hat sich bereits integriert. Der Rest WÜLL NIT, denn sie wollen so bleiben, wie sie sind.

yokozuna
23.01.2008 19:20
Integrieren in die österreichschen Gesellschaft?

In diese ausländergeindlichen gehässigen Österreicher wie in deisem Forum integrieren? Ich sage nein danke!!
Wer will Freunde haben, die ihm nicht erlaubt, so zu bleiben, wie er will?

duke box
24.01.2008 19:17

wir würden im sogar erlauben, gleich dort zu bleiben, wo er ist.

peter56
25.01.2008 12:36
da stinkts...

pfff...

Madame Haram
24.01.2008 01:58
Ernsthaft:

Wenn Sie wirklich so sehr leiden hier, wäre es da nicht tatsächlich eine Option, es in einem anderen Land zu probieren?
Ich stell mir das nicht angenehm vor, in einem Land zu leben, zu dem ich permanent in Opposition gehen muss.

peter56
25.01.2008 12:40
Vielleicht litten diese Menschen

in ihrer Heimat noch mehr ?
Haben Sie sich EINMAL, nur ein einziges mal überlegt, warum Menschen sich das antun, die Heimat, die Freunde, die gewohnte Umgebung zu verlassen und es wo anders neu zu versuchen ?
Können Sie sich vorstellen, was alles passieren müßte, daß Sie weggingen von hier ?
Offenbar nicht.
Und das merkt man, wenn man Ihre Stellungnahme liest...

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23.01.2008 08:37
Wenn ich bei den Linky Winkys immer wieder lese,

welche Dumpfbacke doch Platter sei, denk ich mir: Was hätten die gepostet, wenn man ihnen einen Innenminister Darabos vor die rote Nase gesetzt hätte.
Man muss den Platter ja nicht gleich verehren, aber Cochones hat er.

Eine Kreatur
23.01.2008 12:12
ihre sexistischen und ausländerfeindlichen kommentare

können sie sich mit ihren eigenen cochones am spieß braten ..

im gegensatz zu ihnen, sind ngo's sehr wohl in der lage, ihre urteile nicht durch die partei der zu hinterfragenden person beeinflussen zu lassen ..

werdens erwachsen ..

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23.01.2008 14:18
Schauens genau meine website durch und wenn sie nur eine ausländerfeindliche oder sexistische Meldung finden, bekommens

100 Euro von mir.
Nur jemand anpatzen und diffamieren, weil einem die Meinung nicht passt, ist Autokoprofilie und sonst nix,
Kreatur.

laszlo panaflex
23.01.2008 11:14
was auch immer

"cochones" sein mögen...

Uhustick
23.01.2008 14:22
soviel aus den indernet

Cochones (eigentlich Cojones geschrieben) heißt "Hoden" bzw. "Eier"

1. los cojones (malsonante) die Hoden

2. los cojones die Eier (vulgär)

3. tener cojones mutig sein (vulgär)

4. tener cojones tapfer sein (vulgär)

Stipso Stipsic
23.01.2008 10:57
Bitte, was

haben Cochones mit Integration zu tun? Schlagen Sie etwa vor, Integration mit Sexismus oder Machismus zu bewerkstelligen? Da ist mir das Hirn schon lieber, auch wenn es nicht bei allen größer ist als die Cochones.

Rainer Ilgenfritz
23.01.2008 10:25
ist das hirndi a bisserl anbrennt

gelt?

Shirin Maier
23.01.2008 11:29
3 Jahre alt?

dieBestatter   
23.01.2008 10:11

Hat Darabos den vorteilhaften Eurofighter Deal ausverhandelt oder war nicht der Herr Platter dabei ?
Darabos mag viele Fehler haben (damit brauche ich mich nicht zu beschäftigen da es schwarz/blau sowieso tut) - ein herzloser Kinderjäger ist er nicht.

Shirin Maier
23.01.2008 11:32
Der Platter hat den Eurfightervertrag verhandelt?

Na, Sie kennen sich aber aus! Lesen`s doch erst nach, bevor Sie posten... Ich glaube da gab`s mal einen gewissen Scheibner.... Peinlich, wenn man nur reflexartig draufhaut....

Mike 23
23.01.2008 10:23
Für den jetzigen Eurofighter-Vertrag

ist nur und ganz alleine Darabos verantwortlich.
mfg Michael

dieBestatter   
23.01.2008 10:29

Für die wunderbaren Gegengeschäfte, die Erst-Bestellung überhaupt, den Idiotenvertrag und alles andere natürlich auch.

Mensch ihr habt ein Gedächtnis aber nach 40 Jahren in der Regierung hilft nicht mal ein Schwamm.

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23.01.2008 10:18
Bestattungsunternehmen? Sicher?

Nicht doch eher Blindenschule?

Macho04
23.01.2008 07:26
Ein gutes Zeichen

dass eine Organisation wie SOS Mitmensch nicht eingeladen wurde.

Ich hätte mir in der Diskussion noch Beteiligte wie zB einen Andreas Mölzer gewünscht, der sicher hier einen sehr guten Beitrag geliefert hätte.

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23.01.2008 10:36
Seit wann hat der Mölzer ein catering-Unternehmen?

Alter.Ego 
22.01.2008 23:26
Fremdenwesen

http://www.integration.at/forum/vie... um.php?f=4 - "Die Verwendung des ethnozentrischen Begriffes „Fremde“ (z.B. Kompetenztatbestand „Fremdenwesen“) ist veraltet und sollte ersetzt werden."

Auf der Webpräsenz des BMI spricht man aber noch von der "Asyl-, Fremdenwesen- und Schlepperbilanz 2007"

Sollte auch bald ersetzt werden, kommt vielleicht nicht so gut auf der Einstiegsseite :)

Mike 23
23.01.2008 10:24
Veraltet sind die Begriffe erst dann

wenn sie nicht mehr verwendet werden.
Michael

Eine Kreatur
23.01.2008 12:14
fragt sich nur von wem ..

wer ist bedeutender - der rest der welt oder das kleine dumme österreich?

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